Personal & Führung

Wer darf eine Brücke bauen? Entscheiden Sie doch im Team.

Grundsätzlich dürfen Sie Ihr Unternehmen für Betriebsferien dichtmachen und dazu Urlaub anordnen. Aber dies sollte mit allen Beschäftigten besprochen und rechtzeitig angekündigt werden. Sie sollten deshalb schon jetzt mit Anwalt und Arbeitnehmern klären, wie Sie das 2016 machen.

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Die letzte volle Arbeitswoche des Jahres ist gelaufen, in vielen Unternehmen beginnen bald die Betriebsferien. Spätestens einen Tag vor Heiligabend wird dort das Licht ausgemacht und am vierten, siebten oder sogar erst elften Januar wieder angeschaltet, wenn überall die Schulferien vorbei sind. Sollte Ihnen nun gerade einfallen, dass auch Ihrer Firma eine Auszeit zwischen den Jahren guttäte – vergessen Sie’s. Falls Sie Mitarbeiter beschäftigen und ausschließlich Normalbetrieb festgelegt haben, ist 2015 planungstechnisch bereits gelaufen. Grundsätzlich können Sie den Laden als Arbeitgeber zwar vorübergehend zumachen. Aber sobald sich die Mitarbeiter sperren, geht das nur, wenn es berechtigte Gründe dafür gibt und die Betriebsferien weniger als drei Fünftel des Jahresurlaubs ausmachen, warnt das Magazin impulse. Einfach zu begründen ist eine Schließung, falls der Chef Urlaub macht und im Betrieb ohne ihn praktisch nichts geht, was etwa für Ärzte zutrifft. In weniger klaren Fällen – wenn der Betrieb größer ist und die Arbeit nicht nur am Chef hängt – sollte mit den Mitarbeitern eine für alle passende Lösung gesucht werden.

Sie sollten Betriebsferien nicht einfach anordnen

personalmanagementsystemeDeshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um über die Betriebsferien für 2016 nachzudenken. So können sich die Beschäftigten bei der Urlaubsplanung auf die Schließzeit einstellen. Reden Sie am besten schon im Januar über Sommer und Weihnachten. Weniger als ein halbes Jahr vorher sollten Betriebsferien möglichst nicht angekündigt werden, denn viele Urlaubsanträge werden zu Jahresbeginn eingereicht. Zumindest die Eltern unter Ihren Mitarbeitern studieren vermutlich schon den Ferienkalender des Bundeslands. Vielleicht wollen Sie auch wegen eigener Kinder den Betrieb in den Schulferien vorübergehend schließen? Sich mit den Mitarbeitern abzusprechen ist da sicher eine gute Idee – auch wenn Sie es letztlich nicht immer jedem recht machen können.

Planen Sie Urlaub und Brückentage gemeinsam

Vielleicht können Sie sich zusätzlich oder alternativ zu längeren Betriebsferien auf eine gemeinsame Planung für die Brückentage einigen. Das wäre schon darum eine gute Idee, weil es 2016 mit den Feiertagen so eine Sache ist: Während wir in den vergangenen Jahren relativ viele lange oder leicht verlängerbare Wochenenden hatten, ist hier die Aussicht für die nächsten zwölf Monate eher trübe. Will heißen: Wird das Thema Brückentage nicht offen besprochen und in der Urlaubsplanung berücksichtigt, könnte es schlechte Stimmung im Team geben. Falls Sie expandieren, erleichtert Ihnen übrigens ein rechtlicher Kniff das Arbeitgeberleben: Nehmen Sie bei Einstellungen eine Klausel in den Arbeitsvertrag auf, dass Sie Betriebsferien anordnen dürfen. Besprechen Sie die Formulierung mit Ihrem Anwalt. So sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite – auch wenn Ihnen erst in ein paar Jahren nach regulären Betriebsferien zumute sein sollte.

Informieren Sie die Kunden über Betriebsferien

Noch etwas: Über Betriebsferien sollten die Kunden informiert werden. Außerdem könnte es sinnvoll sein, Ansprechpartner für Notfälle zu benennen. Das kann ein externer Dienstleister sein. Oder, so ein Tipp von handwerk magazin, Sie helfen sich unter befreundeten Unternehmen gegenseitig und sind im Wechsel für die Auftraggeber des jeweils anderen da. Denn Sie sollten nicht nur an die Gefahr einer Abwerbung denken, sondern die Sache mit den Augen des Kunden sehen: Falls sein Gasbrenner ausfällt, ist er froh und dankbar, dass ihm eine Bandansage seines Heizungsbauers den nächsten zuverlässigen SHK-Betrieb nennt. So lässt sich die Kundenbindung steigern.
Foto: Fotolia

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.