Steuern & Abgaben

Steuerfreie Extras kommen gut an

Mit steuerfreien Extras können Unter­nehmer Fach- und Führungs­kräfte gewinnen und binden. Gesund­heits­leistungen, Benzin­gut­scheine und Co. wirken besser als jede Gehalts­erhöhung, weil sie netto mehr bringen.

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So mancher Chef belohnt und motiviert seine Angestellten nicht mit einer Gehaltserhöhung, sondern mit Sachleistungen. Das hat Vorteile. Denn viele der so genannten Sachbezüge sind steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Ein Sachbezug liegt vor bei

  • jeder Einnahme, die nicht in Geld besteht
  • einer Zahlung an den Arbeitnehmer, die mit der Auflage verbunden ist, den Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu nutzen
  • einem Warengutschein mit einem Höchstbetrag

Umgekehrt gilt, dass kein Sachbezug vorliegt, wenn der Arbeitnehmer anstelle des Sachbezugs den Anspruch hat, dass ihm der Lohn ausgezahlt wird.

Die zehn wichtigsten geld­wer­ten Vor­tei­le im Überblick

Aufmerksamkeiten: Haben Mitarbeiter Geburtstag oder gibt es einen anderen, besonderen persönlichen Anlass – etwa ein Jubiläum –, darf der Chef eine Aufmerksamkeit überreichen. Solche Geschenke sind bis zu einer Freigrenze von 60 Euro brutto steuerfrei.

Essenszuschüsse: Vor allem kleine Unternehmen können sich häufig keine Kantine leisten. Daher sind Essenszuschüsse eine interessante Alternative – und zudem steuerlich begünstigt. Die Varianten reichen von Restaurantschecks bis zur digitalen App. Essenszuschüsse werden außerhalb des Betriebs nicht nur in Gaststätten, Systemgastronomie oder Steakhäusern akzeptiert. Auch in Supermärkten und anderen Lebensmittelgeschäften können sich Mitarbeiter für die Mittagspause versorgen. Seit 2021 ist pro Arbeitstag ein Steuerbonus von bis zu 6,57 Euro für ein Mittagessen möglich.

Fitness: Gesundheitsvorsorge und Suchtvorbeugung zählen ebenfalls zu den steuerbegünstigten Zusatzleistungen. Egal, ob Grippeschutzimpfung, Massage oder Antistresskurs: Hier können Chefs ihren Mitarbeitern Leistungen im Wert von bis zu 650 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen.

Gutscheine und Tankkarten: Mit speziellen Scheckkarten können Angestellte bei verschiedenen Anbietern einkaufen, also nicht nur bei Tankstellen, sondern auch in Kaufhäusern oder Internetshops. Aber Achtung: Diese Sachbezüge sind zwar steuerfrei – allerdings nur bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat. Wird die Freigrenze überschritten, muss die Gesamtsumme besteuert werden. Außerdem ist der komplette Betrag dann sozialversicherungspflichtig. Darüber hinaus gelten Gutscheine oder Geldkarten nur dann als Sachbezug, wenn sie ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen beim Arbeitgeber oder einem Dritten berechtigen. Wenn die Karten als Geldersatz oder als generelles Zahlungsinstrument eingesetzt werden können, sind sie eine Geldleistung – und damit steuerpflichtig. Diese Regel greift beispielsweise dann, wenn die Karten eine eigene IBAN haben oder über eine Barauszahlungsfunktion verfügen. Weil der Gesetzgeber hier die Vorgaben verschärft hat, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Steuerberater sprechen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Kinderbetreuung: Bei den Ausgaben für die Kinderbetreuung kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern finanziell zur Seite stehen, mit einem Zuschuss für Kindergarten, Krippe oder Tagesmutter. Voraussetzung: Das Kind ist noch nicht schulpflichtig. Aber auch bei älteren Kindern ist es möglich, Eltern unter die Arme zu greifen: Wenn der Babysitter kurzfristig einspringen muss, kann sich der Arbeitgeber mit einem steuerfreien Extra beteiligen – und das auch bei schulpflichtigen Kindern bis 14 Jahre. Bis zu 600 Euro im Jahr dürfen Arbeitgeber für diese kurzfristig erforderlichen Betreuungsleistungen hinzuschießen.

Personalrabatt: In vielen Betrieben können Mitarbeiter Produkte aus dem eigenen Sortiment kaufen oder Dienstleistungen erhalten, die das Unternehmen am Markt anbietet. Personalrabatte sind bis zu einem Jahresfreibetrag von 1.080 Euro steuerfrei.

Smartphone und Co.: Handy und PC, Tablets oder Software-Zubehör darf der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen. Das Gerät muss aber Eigentum des Arbeitgebers bleiben. Steuerpflichtig wird die Elektronik erst dann, wenn dem Angestellten die Geräte überlassen werden – allerdings können Arbeitgeber dies pauschal abgelten. Außerdem ist ein steuerfreier Zuschuss zu den Internetkosten erlaubt. Das Finanzamt akzeptiert einen monatlichen Betrag bis zu 50 Euro. Für den Mitarbeiter ist der Betrag steuer- und sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber kann die Summe pauschal versteuern.

Vermögensbeteiligung: Für Anteile am eigenen Unternehmen darf der Arbeitgeber einen Vorzugspreis gewähren. Der geldwerte Vorteil – also der Unterschied zum tatsächlichen Wert der Aktie – ist in diesem Fall bis zu einer Summe von 360 Euro steuer- und sozialabgabenfrei.

Beihilfen: Arbeitgeber dürfen ihren Angestellten finanziell unter die Arme greifen – etwa, wenn ein belastendes Ereignis eingetreten ist. In solchen Fällen können Sie als Chef eine steuer- und sozialversicherungsfreie Beihilfe von bis zu 600 Euro pro Jahr auszahlen, zum Beispiel, wenn Familienangehörige zu pflegen sind oder der Mitarbeiter durch Hochwasser oder Feuer Vermögenverlust erlitten hat.

Dienstfahrrad: Arbeitnehmer können ein Fahrrad oder E-Bike vom Chef erhalten, ohne den geldwerten Vorteil versteuern zu müssen. Vorausgesetzt, der Arbeitgeber stellt das Rad zusätzlich zum normalen Lohn zur Verfügung. Für Räder, die zwischen 2019 und 2021 angeschafft werden, greifen zusätzliche Steuervergünstigungen auch dann, wenn der Angestellte das Dienstrad in Form einer Gehaltsumwandlung erhält. Arbeitnehmer müssen dann nur den halben Bruttolistenpreis des Rads als geldwerten Vorteil versteuern.

Welche Sachleistungen für Ihr Unternehmen geeignet sind und wie diese steuerlich behandelt werden, besprechen Sie am besten mit Ihrem steuerlichen Berater.

PRODUKTEMPFEHLUNG VON DATEV
Ratgeber Gehaltsextras

Aktuelle Informationen über die wichtigsten Sachbezüge mit steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

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