Steuern & Abgaben

Firmenfahrrad: Geldwerter Vorteil bleibt steuerfrei

Ra­deln hält fit und mo­ti­viert zu­gleich: Spen­diert der Chef den Mit­ar­bei­tern ein Fir­men­fahr­rad, ist ein geld­werter Vor­teil steuer­frei. Per Dienst­rad sind die Be­schäf­tigten auch nach Feier­abend aktiv und morgens schnel­ler im Bü­ro – ein attrak­tives Ge­halts­extra.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Der Weg zur Arbeit ist oft Stress pur: Erst Schritttempo, dann Stau, schließlich kein freier Parkplatz. Im Stadtverkehr verzichten viele Beschäftigte daher auf das Auto und steigen lieber auf den Drahtesel um. Unternehmer haben den Trend erkannt und nutzen das Firmenfahrrad als Gehaltsextra. Wer seinen Mitarbeitern ein Dienstrad spendiert, das sie auch privat nutzen dürfen, macht sich beliebt. Der geldwerte Vorteil daraus ist nämlich bis 2030 steuerfrei. Der Gesetzgeber hat die zunächst auf drei Jahre befristeten Steuervergünstigungen verlängert. Besonders für junge Mitarbeiter ist ein Dienstfahrrad attraktiv. Ob Mountainbike, Tourenrad oder E-Bike: Dürfen Beschäftigte ein Dienstrad aussuchen und damit auch in ihrer Freizeit radeln, steigt die Motivation. Trägt der Arbeitgeber die Kosten für das Firmenfahrrad, bleibt ein geldwerter Vorteil steuerfrei, Sozialversicherungsbeiträge entfallen. Beteiligt sich der Arbeitnehmer finanziell, ist das Radeln nach Feierabend zwar nicht mehr steuerfrei, aber immerhin steuerbegünstigt. Wie sich das Firmenrad optimal als Gehaltsextra einsetzen lässt, weiß der Steuerberater.

Steuer­frei­es Ge­halts­ex­tra: Mit dem Dienst­rad unter­wegs

Dienstwagen war gestern. Wer Fahrrad fährt, tut etwas für seine Gesundheit und die Umwelt. Klimaschonend zur Arbeit radeln, kommt darum in Mode. 250.000 Arbeitnehmer sind bereits auf ein Dienstfahrrad umgestiegen. Auf der Kurzstrecke rollen die Zweiräder auf der Überholspur. Besonders bei jungen Mitarbeitern können Chefs punkten, die ein flottes Rennrad oder E-Bike anbieten. Weil ein geldwerter Vorteil steuerfrei bleibt, wenn die Firma das Firmenfahrrad zusätzlich zum Gehalt als Extra für Beschäftigte zur Verfügung stellt. Mit dem Dienstrad radeln sie steuerfrei zur Arbeit und nach Feierabend zum Baggersee. Das Gehaltsextra motiviert und bindet Fachkräfte ans Unternehmen. Das Firmenfahrrad eignet sich deshalb als Thema für das nächste Mitarbeitergespräch – insbesondere, wenn Gehaltserhöhungen gerade schwierig sind. Arbeitgeber sparen Sozialversicherungsbeiträge, wenn sie Sachbezüge statt mehr Geld anbieten. Und das Unternehmen profitiert sogar in mehrfacher Hinsicht: Beschäftigte, die zur Arbeit radeln, halten sich auch fit und sind seltener krank. Das Firmenfahrrad ergänzt somit das betriebliche Gesundheitsmanagement.

Firmenfahrrad statt Au­to: Geldwerter Vorteil ist steuerfrei

Wer kurze Strecken fährt, nimmt oft das Dienstrad, nicht den Dienstwagen. Selbst 20 Kilometer zur Arbeit zu pendeln, ist mit einem E-Bike als Firmenrad problemlos möglich. Auch finanziell lohnt sich der Umstieg. Trägt der Chef – zusätzlich zum vereinbarten Lohn – die Kosten für das Firmenfahrrad, ist ein geldwerter Vorteil für den Mitarbeiter steuerfrei. In diesem Fall muss er für die Privatnutzung weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben zahlen. Diese Förderung umweltfreundlicher Firmenfahrräder läuft bis Ende 2030. Fahren Beschäftige dagegen einen Firmenwagen auch privat, ist ein geldwerter Vorteil regulär nach Fahrtenbuch oder 1-Prozent-Regelung zu versteuern. Einen Steuernachlass gibt es für Benziner oder Diesel nicht. Nur wer ein E-Auto als Dienstwagen hat, profitiert von Steuererleichterungen. Beides lässt sich aber kombinieren: Der Firmenwagen für lange Strecken, das Firmenfahrrad für den Weg zur Arbeit. Radeln Mitarbeiter ins Büro, erhöhen die Anfahrtskilometer – im Gegensatz zum Dienstwagen – den geldwerten Vorteil nämlich nicht. Die Fahrt ist steuerfrei.

E-Bike als Dienst­fahr­rad: Steuerfrei ra­deln bis 25 km/h

Welchen Drahtesel der Arbeitgeber spendiert, ist ihm überlassen. Wichtig: Ein Firmenfahrrad muss verkehrsrechtlich als Fahrrad gelten, damit ein entstehender geldwerter Vorteil steuerfrei bleibt. Eine eventuelle Motorunterstützung darf es also auf höchsten 25 km/h beschleunigen. Sonst entsteht ein geldwerter Vorteil, der – wie beim Elektroauto – monatlich mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises anzusetzen ist. Deshalb scheiden manche schnellen E-Bikes, so genannte Speed-Pedelecs, aus – sie gelten als Kraftfahrzeuge. Merke: Nur wer in die Pedale treten muss, radelt auch in der Freizeit steuerfrei. Die meisten E-Bikes auf deutschen Radwegen erfüllen allerdings die Kriterien, damit ein geldwerter Vorteil beim Firmenfahrrad steuerfrei bleibt. Nicht nur Angestellte, auch der Chef profitiert vom Dienstfahrrad. Radeln Firmeninhaber oder Selbständige zur Arbeit, versteuern sie für den privaten Nutzungsanteil keinen geldwerten Vorteil – vorausgesetzt, das Dienstrad gehört zum Betriebsvermögen oder der Betrieb zahlt die Leasingraten. Auf die Privatentnahme fällt dann auch keine Umsatzsteuer an. Die Entfernungspauschale dürfen Selbständige trotzdem steuerlich geltend machen.

 

PRODUKTEMPFEHLUNG VON DATEV
DATEV Lohn und Gehalt

Kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern erstellen mit DATEV Lohn und Gehalt compact die Gehaltsabrechnungen Schritt für Schritt.
Mit DATEV Lohn und Gehalt classic lassen sich Gehaltsabrechnungen, auch Sonderformen wie Baulohn, für beliebig viele Arbeitnehmer erstellen.
Die Software DATEV Lohn und Gehalt comfort enthält neben den klassischen Funktionen umfangreiche Analyse-Tools sowie Automatismen.

 

PRODUKTEMPFEHLUNG VON DATEV
DATEV LODAS

Für kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern erfassen und verwalten Sie mit DATEV LODAS compact die Daten der Arbeitnehmer direkt vor Ort.
Mit DATEV LODAS classic lassen sich die Gehaltsabrechnungen auch für Baulohn und öffentlichen Dienst für beliebig viele Arbeitnehmer erstellen.
DATEV LODAS comfort enthält neben den klassischen Funktionen umfangreiche Analyse-Tools sowie Automatismen für Personalauswertungen.

 

Ent­gelt­um­wand­lung: Die Kos­ten für das Firmenrad tei­len

Wenn der Chef das Firmenfahrrad zahlt, bleibt ein geldwerter Vorteil steuerfrei und beitragsfrei. Arbeitgeber können selbst ihren Minijobbern – zusätzlich zum Arbeitslohn – ein Dienstfahrrad zur Verfügung stellen, ohne dass die 450-Euro-Grenze in Gefahr gerät. Gerade Geringverdiener, die meist keine oder nur kleine Gehaltsextras erhalten, kann das motivieren. Mit einem Firmenrad ist zudem sichergestellt, dass Mitarbeiter ohne eigenen Pkw schnell zur Arbeit kommen. Wenn Unternehmen eine eigene Firmenfahrradflotte unterhalten, lassen sich die Drahtesel sogar als Werbeträger nutzen. Bei den verbreiteten Leasingmodellen teilen sich Betrieb und Mitarbeiter aber oft die Kosten. Per Entgeltumwandlung verzichten Beschäftigte auf einen Teil des Bruttogehalts und dürfen das Dienstrad dann uneingeschränkt privat nutzen. Ein geldwerter Vorteil ist jedoch nicht mehr steuerfrei. Bis 2030 bleibt aber eine Steuervergünstigung: Die Bemessungsgrundlage zur Berechnung des geldwerten Vorteils des neuen Firmenrads beträgt seit 2020 nur noch ein auf volle hundert Euro abgerundetes Viertel der unverbindlichen Preisempfehlung. Ein Beispiel:

  • Kostet ein Firmenfahrrad 2.500 Euro, sind dies 625 Euro (2.500 x 25%). Der anzusetzende Wert ist auf volle hundert Euro abzurunden – in diesem Fall 600 Euro.
  • Ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil des Firmenfahrrads beträgt 1 Prozent dieses Werts, also 6 Euro monatlich.
  • Mit diesem Betrag sind alle privaten Fahrten, das Pendeln zur Arbeit sowie Fahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung abgegolten.
  • Wurde das Firmenfahrrad vor 2019 vom Unternehmen in Betrieb genommen, gilt zur Berechnung des geldwerten Vorteils nur der auf volle Hundert Euro abgerundete volle Bruttolistenpreis. Das sind hier 1% von 2500 Euro, also 25 Euro.
  • Eigene Aufwendungen für das Firmenfahrrad, wie Reparaturkosten, lassen sich gegenrechnen. Der geldwerte Vorteil und damit auch die Steuerlast können so bis auf null Euro sinken.

Firmenfahrrad als Ge­schenk: Geldwerter Vorteil ist steuerfrei

Leasen Arbeitgeber das Dienstfahrrad, dürfen sich Beschäftigte oft ihr Wunschrad samt Zubehör beim Fachhändler aussuchen. Auch der Versicherungsschutz ist dann meist inklusive. Ein Überlassungsvertrag regelt die Konditionen. Endet das Arbeitsverhältnis, ist auch das Dienstrad zurückzugeben. Leasingverträge laufen in der Regel drei Jahre. Danach nimmt der Händler den Drahtesel zurück und der Mitarbeiter sucht sich ein neues Firmenrad aus. Oder er übernimmt es, meist zu einem günstigen Preis. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die Finanzverwaltung setzt den üblichen Endpreis nach dreijähriger Nutzungsdauer eines Firmenfahrrads mit 40 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung an. Zahlt der Nutzer weniger, gilt die Differenz als lohnsteuerpflichtiger Sachbezug. Arbeitgeber dürfen Beschäftigten das Dienstrad jedoch unentgeltlich oder verbilligt übereignen. Dann sind nur 25 Prozent Lohnsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Wenn der Chef das Firmenfahrrad verschenkt und die Pauschalsteuer übernimmt, bleibt ein geldwerter Vorteil für den Mitarbeiter steuerfrei. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

Mehr zum Thema Firmenfahrrad erfahrten Sie in diesem Video:

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Sigrun an der Heiden

ist selbständige Wirtschaftsredakteurin. Die vermeintlich trockenen Themen wie Steuern, Finanzen und Recht sind ihr Steckenpferd. Sie schreibt für verschiedene Wirtschafts- und Unternehmermagazine sowie Kundenzeitschriften zu den Themen Mittelstand, Steuern und Finanzen, Recht, Nachfolge, Sanierung, Unternehmensführung, Personal, Betriebliche Altersvorsorge sowie Transport und Logistik. Zuvor arbeitete sie als Ressortleiterin bei diversen Unternehmermagazinen, unter anderem „Markt und Mittelstand“.

  • Schwerpunktthemen
  • Trialog-Newsletter

    Sie möchten künftig keine wichtigen Tipps für Ihr Unternehmen verpassen?
    Mit dem kostenlosen Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden.

  • Experten-Suche

    Mit dem richtigen Partner sicher durch die Corona-Krise kommen, Steuerberater helfen bei Konjunkturpaket und Überbrückungshilfen! Finden Sie auf DATEV SmartExperts den passenden Experten.

    Ich suche








  • Auf Facebook mitdiskutieren

    Sie möchten das Thema vertiefen?
    Dann werden Sie gerne Fan und beteiligen sich an der Diskussion auf unserer Facebook-Fanpage

    Jetzt TRIALOG-Fanpage besuchen

  • DATEV im Web
    YouTube LinkedIn