Trends & Innovationen

Innovationsmanagement – die passenden Methoden finden

Innovationsmanagement ist kei­ne Fra­ge der De­fi­ni­tion, son­dern der pas­sen­den Me­tho­den. Be­trie­be müs­sen prü­fen, wel­che ih­nen be­son­ders hel­fen. Da­bei kann es sinn­voll sein, die Ent­wick­lung neuer Pro­duk­te, Ser­vi­ces oder Ge­schäfts­mo­del­le mit un­ter­schied­li­chen Me­tho­den anzugehen.

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Deutschland ist nicht nur die Heimat der Dichterinnen und Denker, sondern auch der Tüftler und Technikerinnen. Insbesondere die Innovationsstärke zahlreicher Mittelständler ließ über Jahrzehnte viele sogenannten Hidden Champions entstehen. Ihre Namen und Produkte sind oft nur den Fachleuten einer Branche bekannt. Aber in ihren Nischen gehören sie zu den weltweit führenden Anbietern und verdienen gutes Geld. Die Innovationskraft solcher Unternehmen macht eine Volkswirtschaft agil, wachstumsstark und resilient – also widerstandsfähig in Krisensituationen. Dass so viele deutsche Betriebe der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg trotzen, liegt auch an innovativen Firmenchefinnen und Firmenchefs, die Herausforderungen mit unkonventionellen Ansätzen begegnen. Sie stellen sich der Frage „Was ist Innovationsmanagement“ und belassen es nicht bei einer Definition, sondern setzen wirkungsvolle Methoden zum Innovationsmanagement ein. Das ist wichtig, denn Innovationen entstehen nicht von selbst. Vielmehr gilt es, Innovationen zunächst durch ein die Kreativität förderndes Klima zu schaffen und dann gute Einfälle systematisch zu marktfähigen Angeboten weiterzuentwickeln.

Innovative Verbesserungen in allen Bereichen anstreben

Innovationen sind ein wichtiges Mittel, um die eigene Position im Wettbewerb zu stärken. Aber es geht nicht nur ums Entwickeln neuer Produkte oder Dienstleistungen, mit denen sich zusätzliche Abnehmer gewinnen oder Märkte erschließen lassen. Es geht auch darum, mit guten Einfällen die Kundenbeziehung insgesamt zu verbessern sowie innerbetriebliche Abläufe zu beschleunigen. Oder die Kostenstrukturen zu optimieren, was wiederum zu besseren Preisen oder höherer Qualität führt – und dadurch zu mehr Kundenzufriedenheit. Genug Beispiele dafür gibt es. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten das Thema Innovation strukturiert angehen und gezielt in Organisation sowie Talent Management verankern. Das macht alle Beschäftigten offen für neue Produkte oder Arbeitsweisen – etwa die Frage, wie sich Innovationen von außen anstoßen lassen. Dafür reicht es nicht, die Definition von Innovationsmanagement zu kennen. Es gilt, die zum Betrieb passenden Methoden zum Innovationsmanagement einzusetzen.

Innovationsmanagement – eine kurze Definiton

Was ist mit Innovationsmanagement gemeint?

Innovationsmanagement ist eine Frage der Methoden

Beim Innovationsmanagement auch an Fördertöpfe denken

Innovationsmanagement – eine kurze Definiton

Was ist Innovationsmanagement, was wäre eine griffige Definition? Am besten lässt sich das aus den beiden Wortbestandteilen ableiten. Innovation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß Erneuern. Auch der Begriff Management soll auf das Lateinische zurückgehen. Fachleute verweisen auf „manus agere“ – also an der Hand führen – oder mansionem agere – also das Haus (für Eigentümer) bestellen, haushalten. Innovationsmanagement bedeutet also, etwas Neues in die Gesellschaft oder in ein Unternehmen zu bringen und dabei Methoden zu nutzen, die eine systematische Vorgehensweise ermöglichen sowie eine größere Chance bieten, dass sich etwas durchsetzt. Die Betonung hierbei liegt allerdings – und das ist wichtig – auf etwas Neuem, das auch einen konkreten Nutzen bringt. Denn nicht jeder Geistesblitz ist eine Innovation. Dazu wird ein guter Einfall erst, wenn jemand daraus ein Angebot oder eine Vorgehensweise entwickelt, womit sich direkte Vorteile verbinden. Und um dieses Ziel zu erreichen, braucht es Methoden für ein zielgerichtetes Innovationsmanagement.

Was ist mit Innovationsmanagement gemeint?

Viele denken bei Innovationen und dem damit verbundenen Innovationsmanagement sofort an bahnbrechende Produkte. Die Druckerpresse war eine Revolution – sie vervielfältigte Texte deutlich schneller als Menschen, die Abschriften per Hand erstellten. Das Telefon erlaubte Dialoge über große Entfernungen statt in Rufdistanz. Auch die Bedeutung von Computern für die globale wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie soziale Entwicklung dürfte grundsätzlich unbestritten sein. Verschiedene Meinungen existieren höchstens bei der Bewertung der Folgen als gut oder schlecht. Was als Innovationsmanagement empfunden wird, kann sich dabei von Epoche zu Epoche ebenso unterscheiden wie die Methoden, die zum Einsatz kommen. Viele Innovationen setzten sich zu ihrer Zeit auch ohne Innovationsmanagement durch, weil sie so hilfreich waren. Heutzutage brauchen Unternehmen aber ein durchdachtes Innovationsmanagement mit wirkungsvollen Methoden, um geniale Einfälle zu erkennen und daraus bessere Angebote oder Abläufe zu entwickeln. Denn der Wettbewerb in der Wirtschaft ist hart, nicht jedes Potenzial einer Idee für Beschäftigte oder Kunden sofort sichtbar.

An alle Bereiche und Themen denken

Wichtig ist mit Blick auf Innovationen ein Verständnis dafür, dass sie in allen Bereichen des unternehmerischen Handelns möglich sind. Eine Organisation kann von vielen unterschiedlichen Arten ebenso bahnbrechender wie nützlicher Neuerungen profitieren. Der Begriff Innovation ist nicht auf greifbare Produkte beschränkt, sondern bezieht sich ebenso auf überzeugende Angebote in Form hilfreicher Services oder einfacherer Kundenkontakte sowie auf alles, was bessere innerbetriebliche Abläufe bewirkt. Deshalb sollten sich Firmenchefs und -chefinnen keine Denkverbote auferlegen, wenn sie ein besseres Innovationsmanagement im Betrieb sowie die dafür sinnvollen Methoden erwägen. Wichtig ist, offen für Anregungen zu Neuerungen in allen Bereichen und aus allen Quellen zu sein. Insofern sollte die Antwort auf die Frage „Was ist Innovationsmanagement“ auch lauten: Eine für alle Beschäftigten und Bereiche relevante Aufgabe.

  • Produkte fallen den meisten beim Thema Innovation zuerst ein. Hier geht es darum, durch zielgerichtetes Innovationsmanagement mithilfe passender Methoden entweder die Leistung eines bereits angebotenen Produktes nachhaltig zu verbessern oder ein ganz neues zu entwickeln.
  • Technologie ist ebenfalls ein Feld, in dem es viele Innovationen gibt. Eine komplett neue Technologie zu entwickeln, dürfte eher die Ausnahme sein, aber auch der Einsatz einer Technologie für bis dato nicht vorgesehene Aufgaben kann Chancen eröffnen.
  • Geschäftsmodelle werden noch von zu wenigen Unternehmen weiterentwickelt. Dabei eröffnet beispielsweise die Digitalisierung die Möglichkeit, sich leichter mit Partnern in sogenannten Ökosystemen zusammenzutun und gemeinsam Produkt- oder Serviceangebote inklusive neuer Nutzungs- und Vergütungsmodelle zu schnüren.
  • Prozesse können ebenso vom gezieltem Innovationsmanagement profitieren, sofern wirkungsvolle Methoden zum Einsatz kommen. Wer hier die Effektivität und/oder Effizienz verbessert, kann sowohl auf der Kostenseite als auch im Dialog mit den Kunden große Fortschritte erreichen.
  • Organisationsoptimierung kann durch die umfassende Analyse des Ist-Zustands und den Einsatz innovativer Lösungen über einzelne Prozesse hinaus alle internen und auch nach außen gerichteten Abläufe besser machen. Gerade im kaufmännischen Bereich sind hier enorme Fortschritte möglich.

Was ist vom Innovationsmanagement alles erfasst?

Manche Ideen versprechen den großen Wurf, andere nur punktuelle Verbesserungen. Aber kein Vorschlag sollte gleich verworfen werden, weil er vielleicht nicht innovativ genug sein könnte. Qua Definition zielt Innovationsmanagement darauf ab, mit den richtigen Methoden aus guten Einfällen konkrete Angebote für Kunden oder optimierte Abläufe innerhalb des Unternehmens zu entwickeln, die große Vorteile für die Nutzerin oder den Nutzer bieten. Bei vielen Produkten, Dienstleistungen oder Abläufen kann schon eine vermeintlich kleine Optimierung enorme Vorteile bringen, wenn sie gut gemacht ist. Konsequentes Innnovationsmanagement zielt darauf ab, diese Potenziale offenzulegen und vielversprechende Verbesserung in einen echten, spürbaren Vorteil bei der Nutzung umzuwandeln. Generell lässt sich unterscheiden zwischen

  • Innovationen, bei denen bestehende Technologien für Fortschritte in einem bestehenden Markt sorgen;
  • innovative Ideen, bei denen bestehende Technologien in einem neuen Markt zum Einsatz kommen;
  • einer Innovation, bei der neue Technologien einen bestehenden Markt umkrempeln;
  • bahnbrechenden Ideen, bei denen durch neue Technologien ganz neue Märkte entstehen.

Jedes Unternehmen sollte für sich prüfen, in welchem Bereich sich mit den vorhandenen personellen, finanziellen und technischen Ressourcen die besten Chancen bieten, und hier ein gezieltes Innovationsmanagement starten, wozu natürlich auch die Auswahl der passenden Methoden zählt. Der einmal festgelegte Kurs sollte allerdings nicht in Stein gemeißelt sein. Viele gute Ideen lassen sich erst mit Aufgeschlossenheit gegenüber den Ideen der Beschäftigten und einem gesunden Schuss Fantasie erkennen. Selbst futuristisch klingende Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) oder Robotic Process Automation (RPA), also der Einsatz sogenannter Software-Roboter für Bürotätigkeiten, finden durch die zunehmende Digitalisierung inzwischen ihren Weg in den Mittelstand und kleinere Betriebe, sei es in Forschung und Entwicklung, Kundenbetreuung oder im kaufmännischen Bereich.

Besseres Innovationsmanagement erfordert Umdenken

Unternehmen können nur innovativ sein, wenn die Firmenleitung dieses Ziel unterstützt und dafür die Rahmenbedingungen schafft. Das allein macht sie allerdings nicht automatisch innovativ. Letztlich braucht es dafür insbesondere den bewussten Einsatz der Beschäftigten, die Ideen gerne zum Vorteil der Firma einbringen. Erforderlich ist als Basis für Innovationsmanagement also eine Kultur der Innovation, unabhängig von konkret zum Einsatz kommenden Methoden. In dieser Unternehmenskultur sollte das Innovationsmanagement ganzheitlich definiert sein, also nicht nur auf Produktinnovationen abzielen, sondern auch Service-, Prozess- oder Technologie-Innovationen betreffen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt es dabei, Geschäftspartner oder Kunden als Inputgeber in Innovationsprozesse einzubeziehen, Stichwort Open Innovation. Entsprechend sind die Kontaktmöglichkeiten für Externe anzupassen sowie neue Abläufe und Entscheidungsstrukturen zu etablieren. Selbst Mittelständlern fällt es heutzutage schon schwer, agil zu agieren, weil in Bereichen und Hierarchien gedacht wird. Ein neues System für modernes Innovationsmanagement sollte mehr Transparenz und Kollaboration sowie Strukturen für eine deutlich schnellere Entscheidungsfindung schaffen.

Innovationsmanagement ist eine Frage der Methoden

Was ist Innovationsmanagement? Keine Frage der Definition, sondern der richtigen Methoden. Die Innovationskraft lässt sich nur stärken, wenn Unternehmensleitung und Führungskräfte sich mit wichtigen Themen und Tools rund um Innovationen vertraut machen. Zu den derzeit gefragten Methoden gehört etwa Design Thinking. In diesem Kreativprozess geht es darum, Innovationen voranzubringen, die sich an Nutzerinnen und Nutzern von Produkten oder Services orientieren – eben an deren Bedürfnissen und Herausforderungen. Ziel ist also das Entwickeln aus Sicht spezifischer Kundengruppen, statt – wie vielerorts üblich – durch die Technikbrille firmeninterner Fachleute an ein Problem heranzugehen und Lösungen anzuvisieren, die eher der internen Logik als den echten Kundenwünschen folgen. Wer auf Design Thinking setzt und per Brainstorming, Entwicklung sowie Visualisierung unterschiedliche Konzepte testen beziehungsweise verfeinern will, muss aber die Organisation darauf ausrichten sowie die Beschäftigten so qualifizieren, dass sie tatsächlich agil und iterativ arbeiten können – also ausprobieren dürfen. Der Versuch-und-Irrtum-Ansatz ist etwas anderes als lineare, zentral durchgeplante Produktentwicklung.

Passende Lösungen für diverse Themenbereiche finden

Vor Überlegungen, wie das Innovationsmanagement konkret aussehen könnte und welche Methoden dafür zum Einsatz kommen sollen, steht die Frage nach der generellen Zielrichtung der Innovationstätigkeit. Nicht jede Methode ist gleich gut für jede Innovationsrichtung geeignet. Deshalb kann es sich anbieten, für unterschiedliche Bereiche verschiedene Methoden zum Innovationsmanagement ein zusetzen. Ganz grob lässt sich die Stoßrichtung von Innovationen in sechs Bereiche unterteilen: Technologische Innovationen, Produktverbesserungen, Produktinnovationen, innovative Geschäftsmodelle, Service-Innovationen sowie etwas, das man als allgemeine Inspiration bezeichnen könnte. Unter dem Stichwort Innovationsmanagement finden sich Dutzende von Herangehensweisen an die Entwicklung von Ideen zur Markt- oder Einsatzreife. Was im jeweiligen Fall die beste Methode zum Innovationsmanagement in ihrem Betrieb ist, sollten Unternehmerinnen und Unternehmer gegebenenfalls mit externen Fachleuten klären. So können sie besser die richtigen Schwerpunkte setzen, statt sich zu verzetteln. Denn Perspektiven und Anreize können bei verschiedenen Themen durchaus sehr unterschiedlich sein, wie Beispiele zeigen, deren Details sich oft überschneiden.

Im eigenen Betrieb und mit Partnern aktiv werden

  • Ideenwettbewerbe zählen zu den klassischen Methoden, mit denen Innovationsmanagement im Unternehmen startet. Sie können unter den Beschäftigten stattfinden oder externe Personengruppen adressieren. Auch inhaltlich lassen sich unterschiedlichste Wege wählen. So könnten Käufer etwa eigene Produktideen einreichen. Stimmt die Resonanz, startet die Serienproduktion, Ideengeber bekommen eine Gewinnbeteiligung.
  • Crowdsourcing gibt dem Unternehmen durch Kollaboration mit einer diversen Gruppe von Menschen den Zugang zu externem Wissen, das vernetzt und nutzbar gemacht wird. Ideen werden gemeinschaftlich weiterentwickelt und bewertet sowie kontrolliert in unternehmenseigene Innovationsprozesse übernommen.
  • Intrapreneurship dient dazu, den Unternehmergeist der Beschäftigten zu stimulieren. Sie sollen eigenständiger denken und handeln, statt Risiken zu vermeiden. Wer die Basis für mehr Unternehmertum innerhalb der Organisation legt, kann mit dem passenden System zur Motivation und Gratifikation dazu anregen, innovative Ideen zu entwickeln und Dinge auszuprobieren. Das klappt aber nur mit einer Unternehmenskultur und einem Betriebsklima, in denen Freiräume und Eigeninitiative als wertvolles Gut kommuniziert werden.
  • Accelerator ist ein Begriff aus der Start-up-Szene, das Konzept lässt sich aber prinzipiell von jedem größeren Betrieb nutzen. Im Kern geht es darum, Gründerinnen und Gründern oder jungen Firmen mit guten Ideen unter die Arme zu greifen und dabei die eigenen Möglichkeiten einzusetzen. Start-ups profitieren so von der Markt- und weiteren Erfahrung etablierter Firmen. Diese wiederum können Ideen von Start-ups etwa für neue Geschäftsmodelle außerhalb der eigenen Strukturen rasch in der Praxis überprüfen. Im Erfolgsfall lassen sie sich gegebenenfalls gemeinsam breit umsetzen.
  • Pitch Contests als eine der neuen Methoden zum Innovationsmanagement stammen ebenfalls aus der Start-up-Szene. Wer teilnimmt, kann Ideen für Produkte, Services oder Geschäftsmodelle vor einem Publikum präsentieren und erhält im Anschluss sofort kompetentes Feedback von einer ausgewählten Jury. Auch aus der Interaktion mit dem Publikum, das letztlich ein Konzept zum besten wählt, lässt sich viel lernen. So bekommen unkonventionelle Idee eine Chance, die in normalen Entwicklungsstrukturen vielleicht nicht auffallen würden.

Innovationsmanagement mit Informationen von Anwendern

  • Beobachtungen gehören zu den beliebten Methoden beim Innovationsmanagement. Dabei sehen sich Fachleute direkt bei den Kunden an, vor welchen Problemen diese stehen, wie sie existierende Produkte nutzen und was sich daraus für verbesserte oder ganz neue Angebote ergeben könnte. Dies wird auch als Job-to-be-Done bezeichnet: Was muss aus Kundensicht erledigt werden? Das heißt, dass Beschäftigte eines Hausgeräteherstellers in Wohnungen studieren, wie dort gewaschen, gesaugt oder gekocht wird.
  • Fokusgruppen dienen dazu, ungefilterte Meinungen von wichtigen Kundengruppen zu einem Produkt einzuholen. So diskutieren beispielsweise Leserinnen und Leser unter neutraler Moderation über die Inhalte und optischen Elemente eines Magazins, äußern Lob und Kritik. Manchmal finden diese Gespräche so statt, dass die Redaktion sie unbemerkt verfolgen kann und dadurch einen ungefilterten Eindruck gewinnt, wie die Zielgruppe denkt und argumentiert. Bei derartigen Veranstaltungen lassen sich auch Neuerungen testen und Reaktionen bei den nächsten Entwicklungsschritten berücksichtigen.
  • Lead-User Workshops dienen dazu, gemeinsam mit wichtigen Nutzerinnen und Nutzern an einer Problemlösung oder einem Produkt zu arbeiten. Diese Veranstaltungen laufen sehr strukturiert und über einen längeren Zeitraum ab, sind also deutlich intensiver als etwa Fokusgruppen. Oft wird zwei volle Tage gemeinsam an dem Thema gearbeitet. Die Bereitschaft zur Teilnahme basiert nicht zuletzt darauf, dass es oft um komplexe Produkte oder Lösungen von großer Bedeutung geht, die die Kunden im eigenen Interesse unbedingt optimal gestaltet wissen wollen.
  • Ethnografie gehört zu den neueren Methoden des Innovationsmanagements und ist als Ergänzung oder Korrektiv etwa zu Fokusgruppen oder zur reinen Beobachtung gedacht. Hierbei geht es darum, verstärkt den Kontext eines Themas oder der Zielgruppe ins Innovationsmanagement einzubeziehen und auf Interaktion zu setzen. Fokusgruppen etwa finden normalerweise nicht im originären Umfeld der teilnehmenden Personen statt, sondern in einem vorgegebenen Umfeld mit begrenzten Dialogmöglichkeiten. Ethnografie wäre eine qualitative und interpretative Feldforschung in Form von teilnehmender Beobachtung und direktem Kontakt zum Subjekt der Forschung.

Beim Innovationsmanagement auch an Fördertöpfe denken

Vielen Unternehmen dürfte es allerdings schwerfallen, aus sich heraus ein neues System zum Innovationsmanagement mit den passenden Methoden zu schaffen. Nicht nur, dass Zeit und Geld dafür neben dem Tagesgeschäft häufig kaum ausreichen. Meistens fehlt auch das Fachpersonal für Innovationsmanagement, das sich mit den aktuellen Theorien und Techniken auskennt. Selbst Großunternehmen setzen deshalb oft auf externe Expertise, um sich bei einzelnen Projekten oder auch beim Umbau ihrer Organisation hin zu mehr Innovationsfähigkeit unterstützen zu lassen. Kleinere Betriebe sowie viele Mittelständler dürften erst recht einen großen Bedarf an Innovationsberatung haben. Kompetente Unterstützung kann helfen, schneller auf Veränderungen zu reagieren oder gezielter Chancen zu ergreifen. Wichtig ist aber, nicht nur auf die externe Innovationsberatung in einzelnen Projekten zu bauen. Zum zielgerichteten Innovationsmanagement gehört auch, durch Schulungen und Workshops unter Anleitung von Fachleuten die organisatorischen Voraussetzungen und mentalen Freiräume dafür zu schaffen, dass im Betrieb eine eigene, kreative Innovationskultur gelebt werden kann.

Finanzspritzen für internen Umbau und Entwicklung nutzen

Innovationsmanagement – und schon der Aufbau eines Systems zum Innovationsmanagement inklusive der passenden Methoden – kostet Geld in Form von spezialisieren Fachleuten, neuen Technologien, organisatorischen Umbaumaßnahmen und ausführlichen Schulungen des Personals. Unternehmerinnen und Unternehmer können dafür Beratungsleistungen und auch finanzielle Förderungen in Anspruch nehmen. Es gibt beispielsweise Programme, mit denen die Digitalisierung vorangebracht werden soll. Bund und Länder geben Geld über ihre Förderbanken beziehungsweise die KfW, und auch Institutionen wie das Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) sowie natürlich die EU helfen weiter. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bietet spezielle Förderprogramme für den innovativen Mittelstand, und in den Bundesländern gibt es ebenfalls Hilfe. Etwa in Form des KI-basierten Trend- und Technologiescoutings, das Bayern Innovativ unter anderem mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung speziell zur Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe entwickelt hat. Auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehört in Sachen Innovation zu den führenden Adressen.

Dieses Video von Bayern Innovativ erklärt das Trendscouting.
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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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