Personal & Führung

Das Handwerk muss sich für Azubis attraktiver machen

Joachim Kreuz, Ehrenobermeister der SHK-Innung Freiburg und Chef eines SHK-Handwerksbetriebs, hat immer mehr Bewerber als Lehrstellen. Sein Erfolgsrezept: Er macht sich langfristig attraktiv für potenzielle Azubis. Dabei setzt er aufs Internet genauso wie auf die gute alte Mundpropaganda.

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Das Schauspiel wiederholt sich inzwischen mit schöner Regelmäßigkeit: Am 1. September beginnt bei uns offiziell das neue Ausbildungsjahr, und in den darauffolgenden Wochen versuchen viele Unternehmen verzweifelt, die letzten Kandidaten für ihre offenen Lehrstellen zu finden. Vor allem das Handwerk klagt über Tausende von unbesetzten Ausbildungsplätzen. Meine Meinung dazu: Die Zahlen mögen stimmen, aber viele Firmenchefs vergießen Krokodilstränen. Wer seinen Betrieb nicht über einen längeren Zeitraum als attraktive Ausbildungsstätte aufbaut und in der Region bekannt macht, wird im Wettbewerb um Nachwuchskräfte immer das Nachsehen haben. Wir leisten uns beispielsweise mehrere langjährige Kooperationen mit Hauptschulen. So lernen wir die jungen Leute frühzeitig bei Praktika in unserem Betrieb bad & heizung Kreuz GmbH in Schallstadt kennen. Und die lernen uns kennen, was ihnen die Entscheidung für eine Lehre in unserem Haus natürlich erleichtert.

Interessante Themen auf der Web-Seite

Aber Firmenchefs sollten noch mehr tun. Man kann inzwischen sehr einfach Menschen erreichen, die man gar nicht persönlich kennt. Internet und eigene Web-Seite sind hierfür die zentralen Elemente. Malermeister Werner Deck hat hier ja schon beschrieben, wie er über soziale Netzwerke wie Facebook mit jungen Leuten in Kontakt kommt, um sie für seinen Betrieb zu begeistern.

Generell sollte der Auftritt eines Unternehmens im Netz stark im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung gestaltet werden. Die Jugendlichen interessieren sich für Zukunftsthemen, wie Bauen, das im Einklang mit der Umwelt steht. Ich habe deshalb eine kleine Gruppe an Internet-Redakteuren aus dem Kreis meiner Azubis und jungen Gesellen, die immer mal wieder eines unserer interessanten Bauprojekte oder Produkte in ihren Worten darstellen.

Azubis begeistern sich für Innovationen

Aktuelles Beispiel ist eine Solarstromanlage, die wir jüngst für einen Kunden gebaut haben. Wir haben die Elemente dabei sehr innovativ kombiniert: Bei dieser speziellen Anlage wird überschüssiger Strom nicht ins Netz eingespeist, sondern sorgt über eine Elektroheizstation für heißes Wasser. Ist dann immer noch Strom übrig, wie in diesem heißen Sommer, wird er in einer Batterie gespeichert und zur Stromversorgung im Haushalt genutzt, wenn die Sonne nicht scheint. Darüber habe ich mit unseren Azubis diskutiert. Aus dieser Gruppe kam dann spontan die Idee, das Projekt auf unsere Firmen-Web-Seite darzustellen.

Über die Technologien im Handwerk sprechen

Ich halte es für sehr wichtig, diese nächste Generation für unser Handwerk zu interessieren. Das kann sehr gut funktionieren, da der Nachwuchs sich für die neue Technik begeistert. Und diese Begeisterung schlägt sich generell in einer leicht steigenden Tendenz bei der Nachfrage für den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik nieder. Wichtig ist aber auch, diese Begeisterung konkret auf unseren Betrieb zu beziehen. Deshalb sprechen unsere Azubis über solche Themen mit ihren Freunden und Bekannten. Diese Mundpropaganda hat sicherlich mit dafür gesorgt, dass wir bislang immer mehr Bewerber als Ausbildungsstellen hatten. Wer bei uns keine Lehrstelle bekommt, den melden wir mit seinem Einverständnis bei der Ausbildungsplatzbörse, die die Kreishandwerkerschaft eingerichtet hat. Diejenigen, die sich für unser Handwerk interessieren, gehen also nicht verloren.

Vita:

Joachim Kreuz ist Chef der bad & heizung Kreuz GmbH in Schallstadt. Er ist Handwerksmeister, Ehrenobermeister der Innung SHK Freiburg und setzt sich dafür ein, dass die Handwerksorganisationen ihren gesellschaftlichen Pflichten nachkommen.

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