Strategie & Entwicklung

Handwerk – mit der Nachfolge in ei­ne di­gi­ta­le Zukunft

Bei der Nach­fol­ge im Hand­werk müs­sen oft vie­le Wei­chen in Rich­tung Zu­kunft ge­stellt wer­den. Denn der Mo­der­ni­sie­rungs­be­darf ist häu­fig groß. Ei­ne He­raus­for­de­rung ist die Di­gi­ta­li­sie­rung – nicht nur in tech­ni­scher Hin­sicht, son­dern auch bei der Mit­ar­bei­ter­führung.

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Nicht nur im Handwerk ist bei der Nachfolge auf dem Weg in die Zukunft manche Hürde zu nehmen. Auch in Handel, Industrie oder Dienstleistungssektor stehen viele Senioren, die ihren Betrieb in jüngere Hände geben wollen, vor großen Herausforderungen. Unabhängig von der Branche gilt: Der richtige Nachfolger will gefunden und die Übergabe gut eingefädelt und abgewickelt sein. Nicht nur vertraglich müssen Firmeninhaber und Übernehmer dabei zahlreiche Dinge klären. Auch die Kultur muss passen und sich manchmal erst wieder neu entwickeln – insbesondere, wenn der Nachfolger kein Familienmitglied ist. Kleine Betriebe stehen psychologisch oft vor ähnlichen Problemen wie Konzerne nach einer Fusion. Der künftige Chef will erstmal gründlich modernisieren, spricht vielleicht sogar von Ausmisten. Digitalisierung ist hier ein Stichwort. Aber auch bei den Prozessen oder beim Personal steht oft eine Neuausrichtung an. Hierfür sollten sich Unternehmer den nötigen Beistand von Steuerberater und Anwalt suchen und nötigenfalls spezialisierte Dienstleister an Bord holen.

Nachfolge im Handwerk bedeutet Zukunft statt Altlasten

Insbesondere bei der Nachfolge im Handwerk stehen neue Chefs auf dem Weg in die Zukunft oft vor technischen Problemen von großer Tragweite. Bevor sie durchstarten können, brauchen sie modernere IT-Systeme und eine Digitalisierungsstrategie. Häufig stehen Software, Telefonanlage sowie Kassen- und Buchführungssysteme auf der Einkaufsliste. Zudem stellt sich generell die Frage, wie die zukunftsfähige Produktions-, Vertriebs- oder Organisationsstrategie aussieht. Mit der richtigen mobilen Technik können Mitarbeiter etwa die Auftragserstellung beim Kunden erledigen, Aufmaße direkt der Zentrale übermitteln oder per Zeiterfassung-App von unterwegs Einsatzzeiten dokumentieren. Auch weitere Beispiele für zielgerichtete Digitalisierung finden sich im Handwerk inzwischen genug: Drohnen zur Bauwerkskontrolle, Datenbanken zur besseren Kundenberatung und Apps zur Terminvereinbarung. Natürlich müssen diese Techniken zugleich sicher und rechtssicher sein. Um ihre eigenen Daten sowie die der Kunden zu schützen und sichern, sollten Unternehmer deshalb mit Dienstleistern arbeiten. Rechtliche Vorgaben halten sie in Absprache mit ihrem Anwalt am besten ein. Ebenfalls wichtig: Der passende Versicherungsschutz.

Oft bringt erst der Generationswechsel die Digitalisierung

Doch viele Nachfolger – aus der Familie wie von extern – tun sich schwer damit, dem Team solche Veränderungen schmackhaft zu machen. Generationswechsel macht oft massive Überzeugungsarbeit nötig, um mit neuen Ideen zu den Mitarbeitern durchzudringen. Die mit der Nachfolge im Handwerk verbundene Digitalisierung bringt große Herausforderungen für die Zukunft mit sich, gerade bei der Personalführung. Es gilt nicht nur, die Mitarbeiter von den neuen Konzepten zu überzeugen. Sie müssen beim Know-how mithalten können und brauchen dafür eine entsprechende Weiterbildung. Dies wiederum erfordert einen guten Plan. Nachfolger sollten im Unternehmen nach Beschäftigten suchen, die schon – vielleicht aus privatem Interesse – besondere Kompetenzen mitbringen. In jüngeren Mitarbeitern inklusive Auszubildenden steckt für eine Vorbildfunktion viel Potenzial. Sie gilt es zu fördern und fordern, damit der Betrieb rasch moderne Technologien einsetzen kann und sein Image poliert. Das macht ihn wiederum attraktiver für Bewerber und kann den Mangel an Fachkräften abmildern. Wenn die Kommunikationsstrategie passt.

Prozesse optimieren und Geschäftsmodell überdenken

Auch das Risikomanagement muss zur Zukunft passen, damit die Nachfolge im Handwerk gelingt. Der neue Chef sollte dieses Thema pragmatisch angehen – aber nicht ohne Beratung durch den Anwalt. Denn hier sind zahlreiche rechtliche Vorgaben zu bedenken. Es geht um geschäftliche oder finanzielle Risiken ebenso wie potenzielle Ausfälle. Auch den Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter und Kunden würden im Rahmen der Nachfolge oft eine Modernisierung guttun. Ganz zu schweigen von den Prozessen. Wer sich an mehr Digitalisierung heranwagt, sollte die Prozesse gleich mit optimieren – und hierfür digitale Instrumente nutzen. So bleibt am Ende mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die eigentliche Arbeit. Die können Firmenchefs dann nutzen, um das Angebot selbst zu überdenken. Vielleicht lohnt es sich, den Betrieb auf bestimmte Schwerpunkte zu spezialisieren? Im Baubereich könnten das Altbausanierung oder Wärmedämmung sein. In anderen Bereichen könnte Fokussierung auf spezielle Kundengruppen oder Anlässe erfolgversprechend sein, beispielsweise als als Schreiner, Textilschneider, Fotograf, Maler oder Bäcker.

Wie Digitalisierung im Handwerk aussehen kann, zeigt unter anderem das folgende Video über die den Furnierhersteller Fritz Kohl.

veranstaltungstipp
Deutsches Wirtschaftsforum digital_

Die Nachfolge im Handwerk geht heute mit einem in der Vergangenheit kaum vorstellbaren Modernisierungsdruck einher, der sich in den meisten Branchen als Digitalisierungsdruck manifestiert. Corona, zu Recht als universeller Gamechanger 2020 beschrieben, tut hier ein Übriges. Convent und der Zeit-Verlag bieten am 29. und 30 Juni 2020 in Gestalt des Deutschen Wirtschaftsforums digital_ eine zentrale Webkonferenz für den deutschen Mittelstand an, ein B2B-Forum mit hochkarätigen Referenten und Diskussionen, eine virtuelle Informationsmesse, an der auch DATEV als Premiumpartner beteiligt ist. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Inspiration, Best Practice, Austausch und Vernetzung in einem virtuellen Konferenzformat zu erleben. In den vier Themenwelten Recht und Steuern, neue Technologien, Finanzierung und New Work hören Sie ohne Reiseaufwand und Ansteckungsgefahr rund 30 Fachvorträge, können interagieren und Kontakte knüpfen.

DATEV-Vortrag zu neuen Chancen und Möglichkeiten

DATEV CEO Dr. Robert Mayr wird in einer Diskussionsrunde über die nachhaltigen Auswirkungen sprechen, die Corona für die Zukunft von unser aller Arbeitsleben haben wird. Sein Thema: „New Work, New Opportunities: Wie wir nach Corona zusammenarbeiten werden“. Die Moderation übernimmt Uwe Heuser, Leiter des Wirtschafstressorts von Die ZEIT. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden, die Unternehmensstruktur und zuweilen gesamte Geschäftsmodelle müssen auf den Prüfstand, wenn aus der Corona-Krise eine echte Chance werden soll. Das Stichwort auch hier: Digitalisierung.

Später hören Sie auf der Fachbühne einen DATEV-Vortrag von Christian Neuser und Christine Thoma. Das Thema: „Wie neue Arbeitsweisen die Digitalisierung beeinflussen – gerade im Mittelstand!“ Hier geht es um innovative Arbeitsweisen wie etwa das ortsunabhängige Arbeiten, das bis vor kurzem eher die Ausnahme war, künftig aber gang und gäbe sein wird, um neue Formen der Kooperation mit Geschäftspartnern und neue Geschäftsmodelle – ein Erfahrungsaustausch.

Deutsches Wirtschaftsforum digital_

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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