Für viele ist die Zeit zwischen den Jahren eine immer wiederkehrende gute Gelegenheit zum Entspannen. Spazierengehen, Zeit mit der Familie, Kuscheln mit Hund, Katze oder Meerschweinchen, Fotos anschauen, liebgewonnene Weihnachtsfilme ansehen, ein schönes Buch lesen. So etwas in der Art steht auch bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern gerade auf dem Programm. Schick oder auch ausgelassen ausgehen dagegen dürfte dieses Jahr eher schwierig sein. Das Gute an der vorübergehenden Stille: Dann ist Raum für Muße – und Ideen. Wer ein wenig die Gedanken schweifen lässt und der Kreativität freien Lauf lässt, kommt mit etwas Glück vielleicht sogar auf spannende Ideen, aus denen sich mögliche Wachstumschancen für den Betrieb entwickeln könnten. Wer sich für ein kleines Weilchen aus dem Hamsterrad des täglichen Funktionierens befreit, entdeckt eventuell das bislang beackerte Feld neu. Oder erkundet idealerweise gleich neues Terrain.
Not macht erfinderisch – und sensibel für Wachstumschancen
Wer den Spruch von der Krise als Wachstumschance ernst nimmt, dürfte in diesen Corona-Zeiten voll und ganz auf seine oder ihre Kosten kommen. Das kann auch viel Gutes anstoßen: Dinge anders machen und (Kunden-)Wünsche anders bedienen zu müssen, bietet Raum für Wachstumschancen. Sogar in Bereichen, die ausgewiesene Fachleute für nicht skalierbar gehalten haben, wie beispielsweise Kino in Sälen. So haben manche Filmfestivalbetreiber ihr zuvor überwiegend regionales oder inhaltliches Nischenpublikum – oder beides – in der Pandemie auf potenziell die ganze Welt ausgedehnt. Und dadurch ein Wachstum raus aus ihrer bisherigen Nische möglich gemacht, hinein in einen neuen Markt mit mehr Potenzial, den die großen Streaminganbieter bislang offenbar unbespielt lassen. So sieht etwa das Ergebnis einer aus der Not heraus geborenen Idee eines Schweriner Dienstleisters aus.
Es lohnt sich auch im Alltag, den Erfindungsreichtum zu fördern
Nicht nur Not macht erfinderisch. Erfindungsreichtum lässt sich auch abseits von Krisenzeiten ausnutzen, um neue Wachstumschancen zu entdecken. Die Weihnachtszeit bietet hierfür – selbst ohne Corona-Lockdown – dank der vorübergehenden Ruhe besonders gute Gelegenheiten. Unternehmer und Unternehmerinnen sowie auch ihre Beschäftigten kommen aus dem Alltagstrott heraus – schon das allein hilft, die Kreativität zu stimulieren. Doch auch im betrieblichen Alltag kann der Chef oder die Chefin dafür sorgen, dass die Innovationskraft nicht gleich wieder verschwindet. Beispielsweise, indem Zeitfenster reserviert werden, die exklusiv für die Suche nach neuen Ideen zur Verfügung stehen. So macht es mancher Silicon Valley-Riese, beispielsweise Google. Auch kleine Unternehmen können sich das abgucken. Oder indem sie den Fehler des Monats beim Ausprobieren neuer Ideen prämieren, wie der Chef des Hotels Schindlerhof.
Ohne Betriebsblindheit ist freie Sicht auf Wachstumschancen
Auch einige besondere Techniken sowie ein insgesamt kreativitätsförderndes Umfeld helfen gegen die im Alltag leicht einkehrende Betriebsblindheit. Die nämlich mag für mehr Effektivität und Effizienz beim Gewohnten sorgen, weil man sich besser auf die aktuellen Aufgaben konzentriert. Aber Betriebsblindheit schränkt eben auch die Fähigkeit ein, mögliche erfolgversprechende Projekte mit Wachstumschancen außerhalb des üblichen betrieblichen Territoriums zu erkennen. Tools anpassen für mehr Innovation verhilft hier zu Wachstumschancen. Und manch ein Mittelständler holt sich zur Inspiration auch Kundenideen oder die Ideen anderer Externer ins Haus. Oft ebenfalls digital, also quasi über die Crowd. Was derzeit ja ganz praktisch ist. Wegen Corona herrschen sowieso vielerorts Kontaktbeschränkungen – aber deshalb wächst auch das Verständnis für den rein digitalen Austausch. Nach der Winterruhe sollten Unternehmerinnen und Unternehmer sich auch dieses Thema auf die Tagesordnung setzen. Und vielleicht kommt durch das Nachdenken zwischen den Jahren sogar die ein oder andere Idee dazu.
Ideen für Wachstumschancen finden sich oft bei Messen
Schon nach ein paar Tagen Weihnachtsruhe haben viele Unternehmer und Unternehmerinnen wieder Lust, die Fühler ein bisschen nach ihrem Umfeld auszustrecken – auch und gerade, wer zwischen den Jahren Betriebsferien einlegt. Manche schauen in der ruhigeren Zeit etwa, welche vielleicht nicht standardmäßig eingeplante Messe noch interessant sein könnte. Und das, ohne damit sofort einen direkt geschäftlichen Zweck zu verfolgen. Allein das generelle Nachdenken über so etwas kann sehr inspirierend sein. Vor allem, wenn das Unternehmen bereits so groß ist, dass die Beschäftigten oder Verantwortlichen auf Messen sonst ausschließlich zweckgerichtet unterwegs und entsprechend eingespannt sind. Vieles dürfte auch nächstes Jahr Corona-bedingt abgesagt oder verschoben werden, wie auf der Seite des Messewirtschaftsverbands AUMA zu erfahren ist. Aber so etwas entzerrt ja vielleicht auch – und lässt so Raum für Alternativen. Vielleicht ja online – virtuelle Messen gibt es längst in größerer Zahl und zu diversen Themen und Bereichen, beispielsweise dem Fondsgeschäft.
Auch Kongresse oder Tagungen können das Wachstum treiben
Online finden auch zahlreiche Webinare und Kongresse zu diversen Themen und themenübergreifend statt – rund um Messen, aber ebenso unabhängig davon. Oder auch Barcamps. Anders als herkömmliche Tagungen sehen sie explizit vor, dass Teilnehmer oder Teilnehmerinnen selbst als Veranstalter zu ihren Themen referieren. Barcamps gibt es monothematisch, teils bunt gemischt. Es kann sich also lohnen, in der Weihnachtszeit und der Zeit rund um den Jahreswechsel ein bisschen zu surfen und sich Anregungen in diesem Umfeld zu holen. Vielleicht finden sich dabei auch Ideen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Talente und Wünsche der Beschäftigten einzubeziehen, ist nicht nur für sie sehr motivierend. Es hilft über kurz oder lang auch, Wachstumschancen zu nutzen. Ideen hierfür kommen vielleicht ja locker nebenbei zwischen den Tagen beim Spazierengehen.
Zu den Wachstumschancen gehören die Wachstumsschmerzen
Auf eines aber sollten sich Unternehmer und Unternehmerinnen gefasst machen, die zu unbekannten oder auch nur ungewohnten Ufern aufbrechen und Wachstumschancen nutzen wollen: Es kann zu Wachstumsschmerzen kommen. Denn dann verändert sich das Unternehmen. Plötzlich sind vielleicht neue Strukturen zu managen, während es früher im Betrieb sehr übersichtlich und beschaulich war. Oder gewohnte Dinge müssen plötzlich anders laufen. Und man trifft nicht mehr täglich jede Kollegin oder jeden Kollegen in der Kaffeeküche. Enge Absprachen treffen die Beschäftigten nun vielleicht nicht mehr kurz zwischen Tür und Angel, sondern in Teams, die sich in Meetings mit wieder anderen Teams absprechen müssen. Das kostet Zeit und Nerven. Und der Verlust des Vertrauten kostet vielleicht auch zumindest ein klein wenig Motivation bei denen, die schon lange dabei sind. Damit müssen Unternehmer und Unternehmerin umgehen, um die Wachstumschancen optimal zu nutzen.
Über die mit neuen Ideen und Plänen verbundenen strategischen, finanziellen sowie steuerlichen Fragen sollten Unternehmer und Unternehmerinnen dann möglichst auch mit dem Steuerberater oder der Steuerberaterin sprechen – aber bitte erst im neuen Jahr. Wenn die Firmenleitung neue Wachstumschancen ergreifen will und es schafft, dafür auch die Beschäftigten ins Boot zu holen, sind das optimale Voraussetzungen für 2022. Viel Freude und Erfolg wünschen wir Ihnen im hoffentlich guten, gesunden und glücklichen neuen Jahr!