Versicherung & Vorsorge

Weihnachtsfeier unter Schutz der Unfallversicherung

Für die be­trieb­li­che Weih­nachts­fei­er gilt ein brei­ter Ver­si­che­rungs­schutz durch die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­cherung – wenn die Ver­an­stal­tung be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­füllt. Ist al­ler­dings zu viel Al­ko­hol im Spiel, wird kein Unfall ab­ge­deckt.

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Mit der Adventszeit beginnt auch die Saison der Unternehmensfeste zum Jahresende. Das wirft eine wichtige Frage auf: Wie sieht es bei der Weihnachtsfeier mit dem Versicherungsschutz aus? Passiert einem Beschäftigten etwas, macht es einen Unterschied, ob die Weihnachtsfeier als betriebliche Veranstaltung oder reines Privatvergnügen gilt. Unfälle während eines Events etwa zur Motivation oder als Belohnung, das allen Mitarbeitern offensteht und der Förderung der Gemeinschaft dient, gelten als Arbeitsunfall. Dann greift der bei einer Weihnachtsfeier der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Firmenchefs oder Abteilungsleiter sollten daher darauf achten, dass ihre Weihnachtsfeier die Kriterien für eine betriebliche Veranstaltung erfüllt. Die gelten übrigens auch für Feiern oder Events zu anderen Jahreszeiten.

Weihnachts­fei­er muss vom Be­trieb or­ga­ni­siert werden

Wichtig dafür, dass bei der Weihnachtsfeier oder anderen Events der Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung besteht, sind mehrere Punkte.

Teilnehmer: Eingeladen sein müssen alle Beschäftigten. Dies erfüllt die Anforderung, dass bei der Veranstaltung die Betriebsverbundenheit gepflegt werden soll. Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts von 2016 reicht es, wenn die Feier nur für eine Abteilung organisiert wird, solange sie sich an alle Mitarbeiter des Bereichs richtet. Nicht versichert sind Kunden, Familienangehörige und ehrenamtlich im Betrieb tätige Personen.
Organisator: Die Unternehmensleitung muss die Weihnachtsfeier planen und veranstalten. Eine Duldung reicht nicht. Der Firmenchef kann die Organisation auf Dritte übertragen, etwa Betriebsrat oder Festausschuss. Wichtig ist, dass der direkte Veranstalter nicht aus eigenem Antrieb, sondern im Einvernehmen mit der Geschäftsleitung handelt.
Gastgeber: Damit bei der Weihnachtsfeier die gesetzlichen Unfallversicherung greift, muss die betriebliche Zielsetzung erkennbar sein. Das erfordert die Anwesenheit der Unternehmensleitung oder eines Stellvertreters. Bei unternehmensweiten Feiern dürfte meistens der Firmenchef als Gastgeber auftreten. Ebenso muss aber bei einer Bereichsfeier die für den Betrieb organisierende Abteilungsleitung persönlich da sein.

Bei Weih­nachts­fei­er auf Unfallversicherung achten

Erfüllt die Weihnachtsfeier diese Kriterien, besteht ein Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung in folgendem Umfang:
Ort und Zeit: Eine versicherte Weihnachtsfeier darf außerhalb der regulären Arbeitszeit stattfinden, etwa am Wochenende. Sie ist nicht auf das Firmengelände beschränkt. Auch ein Restaurant oder eine Event-Location sind erlaubt.
Programm: Das Angebot kann unterschiedlichste vom Chef genehmigte Aktivitäten umfassen. Sie müssen nur der Pflege der Betriebsverbundenheit dienen und potenziell von allen Feiernden ausführbar sei – oder es gibt Alternativangebote.

Dauer: Der Versicherungsschutz gilt, bis sich der Firmenchef oder der beauftragte Organisator verabschiedet oder die Veranstaltung beendet. Feiern einzelne Teilnehmer weiter, dann ohne Versicherungsschutz. Für Klarheit sorgt ein im Programm genannter Zeitpunkt zum Ende der Veranstaltung oder eine öffentliche Durchsage des Unternehmers.
Anreise: Bei einer Weihnachtsfeier gilt für die Unfallversicherung außerhalb des Betriebsgeländes: Die Fahrt von der Firma zum Veranstaltungsort ist als Betriebsweg versichert wie ein Dienstweg. Und die Fahrt zurück, wenn anschließend die Arbeit wiederaufzunehmen ist. Eine sofortige Heimfahrt ist wie ein Wegeunfall versichert – also nur der direkte Weg.
Alkohol: Bei der Weihnachtsfeier gibt es mit Blick auf Alkoholgenuss keinen besonders umfangreichen Versicherungsschutz. Im Gegenteil: Entsteht ein Unfall wesentlich durch den Konsum von Alkohol oder Drogen, entfällt der Versicherungsschutz. Empfehlenswert ist daher ein Taxi für die Heimfahrt – bei Fahrgemeinschaften sind dann Umwege versichert.

Vor der Weih­nachts­fei­er auch an die Steu­er denken

Also: Eine gute Weihnachtsfeier zeichnet sich nicht nur durch gute Ideen bei Ort und Programm aus – das gilt natürlich für jede Art von Betriebsfest. Auch bei Planung und Veranstaltung sollten Unternehmer stets den Versicherungsschutz der Teilnehmer denken. Steht die Weihnachtsfeier unter dem Schutz der Unfallversicherung, ist das gut. Und natürlich sind die steuerlichen Aspekte zu bedenken. Dafür gibt es einen kurzen Überblick im folgenden Video.

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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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