Strategie & Entwicklung

Unternehmerin werden – ein viel­ver­spre­chen­der Grün­dungs­trend

Vie­le Frau­en wol­len Un­ter­neh­mer­in wer­den. Oft geht der Schritt in die Selb­stän­dig­keit über eine Un­ter­neh­mens­nach­fol­ge. In je­dem Fall gilt: Mit dem Steu­er­be­ra­ter recht­zei­tig die Fi­nan­zie­rung be­sprechen – und mög­li­che Or­ga­ni­sa­tions­for­men der Exis­tenz­gründung.

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Es ist eine Dauermisere: Unternehmensgründungen stecken hierzulande seit Jahren im Tief. Doch es gibt auch Lichtblicke: Frauen wollen zunehmend Unternehmerin werden. Während die Zahl der Gründungen von 2017 auf 2018 insgesamt um zwei Prozent und bei den Männern um vier Prozent sank, machten sich fünf Prozent mehr Frauen selbständig. Ihr Anteil an den Existenzgründungen betrug damit 40 Prozent. Laut Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) handelt es sich bei den Gründungen allgemein insgesamt überwiegend um Neugründungen, also keine Selbständigkeit im Rahmen von Generationswechsel oder Firmenübernahme. Bei Frauen ist das anders. Sie übernehmen oft als Nachfolgerin den Familienbetrieb. Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber ist gerade für Frauen mit Kind ein weiterer Gründungsgrund: Beruf und Privatleben lassen sich in Eigenregie besser vereinbaren. Die sogenannten Mompreneurs sind deshalb schon lange keine Seltenheit mehr. Unabhängigkeit ist für Gründer stets ein entscheidender Antrieb – auch für Frauen. Ansonsten unterscheiden sich ihre Unternehmensgründungen wenig von denen der Männer.

Ziel: Wegen der Un­ab­häng­ig­keit zur Unternehmerin werden

Seit Jahren ermitteln Studien als Beweggründe für Gründungen die stets gleichen Motive – auch wenn Frauen zur Unternehmerin werden. Bestimmend sei die Vorstellung, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, der Drang, zu zeigen, was man kann, und auch eine gesteigerte Lust auf Wettbewerb, verbunden mit wenig Angst vor dem Risiko. Jungunternehmer zeichnen sich dabei in der Regel durch hohe Stresstoleranz aus. Und ebenso durch die Fähigkeit, mit Druck und Krisen umzugehen. Unabhängigkeit sei für die Gründungsentscheidung von Frauen außerdem „häufig ein entscheidender Aspekt“, betont der KfW-Gründungsmonitor. „Offenbar fehlte diese Unabhängigkeit bei vielen Jobangeboten auf dem Arbeitsmarkt, weshalb die Selbstständigkeit 2018 von Frauen häufiger als die bessere Erwerbsalternative angesehen wurde.“ Gerade für die Mompreneurs ist das oft der entscheidende Faktor, wenn sie zur Unternehmerin werden. Die KfW bezeichnet sie seit Jahren als wichtige Protagonisten des Gründungsgeschehens.

Mehr Fördermittel – leichter Unternehmerin werden

Insgesamt dominieren Neugründungen das Gründungsgeschehen. Im Jahr 2018 lag der Anteil der echten Neugründungen an den Unternehmensgründungen so hoch wie nie – nämlich bei 80 Prozent. Und wie bereits in den Vorjahren waren Gründungen relativ kapitalintensiv. Gerade Vollerwerbsgründer und -gründerinnen setzen beim Start größere Summen ein. Deshalb ist schon die Gründungsfinanzierung eine Herausforderung – an der auch durchaus viele Planungen scheitern, wie der KfW-Gründungsmonitor feststellt. Finanzierungsprobleme vor dem Schritt in die Selbständigkeit sind derzeit ein größeres Gründungshemmnis als das finanzielle Risiko in der operativen Startphase. Viele Unternehmen bleiben auf der Strecke, bevor sie ihre Geschäftstätigkeit überhaupt aufnehmen können. Der Zugang zu Fördermitteln ist daher ein wichtiges Thema für alle Gründer. Egal, ob Männer ihr eigener Chef oder Frauen zur Unternehmerin werden wollen.

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Durch den Ge­ne­ra­tions­wech­sel Unternehmerin werden

Unternehmerin werden – das funktioniert für weibliche Gründer oft anders als über die insgesamt dominierende Neugründung. Der Begriff Tochterunternehmen hat hier seinen eigenen Sinn. In Familienbetrieben ist der Generationswechsel häufig weiblich. 38 Prozent der Unternehmensnachfolgerinnen sind nach der jüngsten Studie der Stiftung Familienunternehmen weiblich. Insgesamt stieg die Zahl der Existenzgründungen durch Betriebsübernahmen bis 2018 auf insgesamt 13 Prozent aller Unternehmen. Der Generationenwechsel klappt also auch dank der Gründerinnen leichter. Unternehmen von Nachfolgerinnen haben einen höheren Umsatz sowie eine größere Mitarbeiterzahl. Sie spielen laut Institut für Mittelstandsforschung (ifm) beim Generationswechsel eine herausragende Rolle.

Unternehmerin­nen müs­sen die glei­chen Fal­len umgehen

Es tut sich also weiter eine Menge bei der Gründungstätigkeit von Frauen. Wer Unternehmerin werden will, hat dann aber ganz konkret dieselben Herausforderungen zu bewältigen, wie jeder männliche Gründer auch. Ob der Senior seine Tochter oder seinen Sohn als Nachfolger aufbaut, macht keinen großen Unterschied. Neben strategischen Aspekten sind Eigentumsfragen und Rechte der Gesellschafter zu klären. Schon lange vor dem Ruhestand des Seniorchefs gibt es einigen Beratungsbedarf mit dem Anwalt und Steuerberater. Wer über eine Nachfolge zur Unternehmerin werden will, braucht also neben Geduld und umfassenden unternehmerischen Qualitäten auch menschliches Geschick. Und Neugründungen mit Freunden oder Freundinnen drohen übrigens ähnliche Fallen rund um die Kommunikation zwischen den Partnern – unabhängig davon, ob sie von Männern oder Frauen gegründet werden. geht. Ähnlich wie in Familienbetrieben lauern auf dem Gründungsweg diverse Psychofallen. Auch hier gilt: Erst planen, dann Unternehmerin werden.

Als Grün­de­rin und Unternehmerin an den Ehe­ver­trag denken

Finanzierungs- und Steuerfragen betreffen ebenfalls alle Unternehmensgründer. Von Frauen gegründete Unternehmen bilden da logischerweise keine Ausnahme. Besondere Aufmerksamkeit sollten sie einer Frage schenken, die insbesondere Gründer von Kleinbetrieben trifft, also jene, die eventuell noch einen festen Teilzeitjob haben: Je nach Geschäftsfeld müssen sie den Eindruck vermeiden, ihr Unternehmen nicht für eine ernstgemeinte Selbständigkeit aufgezogen zu haben. Gerade bei nebenberuflicher Selbstständigkeit unterstellt das Finanzamt Liebhaberei – möglicherweise sogar noch Jahre nach der Gründung. Das ist ein wichtiges Thema vor allem für Solo-Selbständige. Sie sollten darüber zeitig mit ihrem Steuerberater sprechen. Am besten lange vor der Gründung. Dann findet sich für manche Herzensidee vielleicht neben den üblichen Wegen der Existenzgründung eine andere organisatorische Herangehensweise. Es könnte beispielsweise auch eine andere Gesellschaftsform sein, etwa eine Genossenschaft. Auch die Frage eines Ehevertrags ist für weibliche wie auch männliche Gründer gleichermaßen von Bedeutung.

Mehr Informationen zur Liebhaberei finden sich in diesem Video.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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