Personal & Führung

Geschäft­li­che Weih­nachts­wün­sche sind ideal zur Kun­den­bindung

Die klassische Grußkarte hat noch lange nicht ausgedient. Für geschäftliche Weihnachtswünsche an Kunden oder Lieferanten ist sie weiter das Mittel der Wahl – wenn sie gut überlegt eingesetzt wird.

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In vier Wochen ist Heiligabend. Wer noch nicht darüber nachgedacht hat, wie er Kunden, Lieferanten oder anderen Partnern geschäftliche Weihnachtswünsche übermitteln könnte, sollte also schnell damit beginnen. Sonst riskiert er, dass die Grüße zu spät abgeschickt werden. Bestenfalls gehen sie dann im Feiertagsloch zwischen Weihnachten und Neujahr unter. Schlimmstenfalls sorgen sie für erhebliche Verstimmung beim Adressaten. Wer erhält geschäftliche Weihnachtswünsche für 2018 schon gerne nach den Winterferien im Januar 2019? Viele Empfänger dürften in diesem Fall bezweifeln, dass die Grüße aufrichtig gemeint waren. Oder sie stellen die Fähigkeit des Absenders in Frage, Aktionen mit Blick auf wichtige Termine kompetent planen zu können. Also: Wenn geschäftliche Weihnachtswünsche, dann bald – oder bewusst gar nicht.

Geschäft­­l­i­che Weih­­nachts­­wün­­sche sind Kon­­takt­­pflege

Komplett auf so eine Aufmerksamkeit gegenüber Geschäftspartnern zu verzichten, sollte jedoch gut überlegt sein. Zwar sagen einige Marketingexperten die Grußkarte seit Jahren tot. Aber die Wirkung von dekorativen Weihnachtskarten mit persönlicher Anrede, einfühlsamem Text und eigenhändiger Unterschrift ist kaum zu überschätzen. Deshalb halten viele Unternerhmen daran fest. Geschäftliche Weihnachtsgrüße in dieser Form sind zudem ein eleganter Weg sein, um sich ohne Druck bei Kunden in Erinnerung zu bringen, die länger nichts gekauft haben. Oder Geschäftspartnern nochmal persönlich für die erstklassige Zusammenarbeit im angelaufenen Jahr zu danken. Oder mal wieder Kontakte im beruflichen Netzwerk aufzupolieren und damit die Basis für künftige Kooperationen zu stärken. Für die meisten Unternehmer sind das vermutlich gute Gründe, um am Übermitteln geschäftlicher Weihnachtswünsche festzuhalten. Allerdings sollten sie es dann auch richtig machen. Beim Formulieren der Grüße, der Auswahl der Motive und der Zustellung der Botschaft sind folgende Punkte wichtig.

Der rich­­ti­­ge Zeit­­punkt für den Weih­­nachts­­gruß

Viele Empfänger stellen Weihnachtskarten auf dem Schreibtisch oder in einem Regal auf und dekorieren so ihr Büro mit den guten Wünschen, quasi als schöner Übergang ins neue Jahr. Um so eine Wirkung zu entfalten, müssen geschäftliche Weihnachtswünsche rechtzeitig beim Adressaten sein. Optimaler Zeitpunkt für den Versand sind die beiden ersten Adventswochen. Wer dann eine Karte erhält, hat auch noch genug Zeit, um sich zu revanchieren, falls er selber bis dato keine verschickt hat.

Die Emp­­fän­­ger ge­­schäft­­li­­cher Weih­­nachts­­wünsche

Die Liste der potenziellen Empfänger sollte in vier Kategorien unterteilt werden: Kunden, Zulieferer, Dienstleister, Geschäftspartner allgemein. Für jede Gruppe lassen sich dann Motive oder Texte festlegen, die später weiter individualisiert werden können. Zur Pflege der Kontaktdaten empfiehlt sich eine eigene Datei, die nicht nur Name, Titel, Funktion und Adresse enthält, sondern auch Besonderheiten. Das kann sogar der Wunsch sein, keine geschäftlichen Weihnachtswünsche mehr zu erhalten. Ist die Datei erstellt, muss der Unternehmer mit Bedacht auswählen, wem er tatsächlich schreiben will. An diese Entscheidung sollte er sich längere Zeit halten. Nicht sinnvoll: In einem Jahr eine Grußkarte schicken, im nächsten nicht, im folgenden Jahr dann doch wieder. Das macht keinen guten Eindruck, weil der Adressat diese Inkonsequenz als fehlenden Respekt interpretieren könnte.

Die klas­­si­­sche Weih­­nachts­­kar­­te als Mit­­tel der Wahl

Mag die Digitalisierung in Unternehmen und Privatleben auch noch so schnell voranschreiten: Zu bestimmten Anlässen ist eine klassische Grußkarte immer noch die beste Wahl. Per E-Mail fallen Weihnachtswünsche kaum auf und müssten ausgedruckt werden, damit man wirklich etwas in der Hand hat. Eine Grußkarte lässt sich individuell gestalten, anfassen und im Büro aufstellen. Für geschäftliche Weihnachtswünsche, bei denen es auch um hochwertig erscheinende Kommunikation geht, empfiehlt es sich deshalb, weiterhin auf den Klassiker zu setzen.

Persön­­li­­che An­­re­­de ist beim Weih­­nachts­­gruß ein Muss

Wer den Empfänger wie bei einem anonymen Rundschreiben anspricht, sollte sich keine Illusionen über die Wirkung seiner Weihnachtswünsche machen. „Sehr geehrte Kunden“ oder „Sehr geehrte Geschäftspartner“ ist für den Empfänger – zumindest in einer Weihnachtskarte – der Einstieg in den Ausstieg. Viel besser ist eine persönliche und etwas intimere Ansprache à la „Lieber Herr Mustermann“. Verstärkt wird der Eindruck eines individuellen Schreibens, wenn der Absender diese Zeile über dem gedruckten Haupttext handschriftlich mit Füller oder Kugelschreiber einfügt.

Möglichst per Hand schrei­­ben, im­­mer hand­­signieren

Bei jeder Grußkarte geht es um persönliche Beziehungen, also darf es menscheln. Wer eine überschaubare Zahl von Empfängern adressiert, sollte geschäftliche Weihnachtswünsche möglichst von eigener Hand geschrieben übermitteln. Das gilt besonders für Geschäftsbeziehungen, die auf engem persönlichen Kontakt beruhen beziehungsweise ihn erfordern – etwa bei kleinen Handwerkern oder manchen freien Berufen, beispielsweise in der Steuer- oder Geldanlageberatung. Wer viele Geschäftsfreunde hat und daher sowohl handgeschriebene Karten an Top-Partner als auch gedruckte Karten an die übrigen verschickt, sollte langfristig die einmal getroffene Einteilung einhalten. Nettes Element sind kurze persönliche Formulierungen als Ergänzung zum Standardtext, etwa der Dank für besonders gute Zusammenarbeit in einem konkreten Projekt. Ein Muss ist die eigenhändige Unterschrift. Eine eingescannte Unterschrift sollte besser nicht auf das Papier gedruckt werden.

Durch die Ge­­stal­­tung das Un­­ter­­neh­­men prä­­sen­­tieren

Bei der Wahl von Motiven für geschäftliche Weihnachtswünsche tun sich viele Unternehmer schwer. Aber es gibt genug Möglichkeiten, ein Bild zu finden, das zum Anlass wie zum eigenen Betrieb passt. Es kann die Branche repräsentieren oder die Philosophie des Unternehmens symbolisiert. Das erfordert etwas mehr Phantasie und Zeitaufwand. Gut gebrieft, kann diese Aufgabe ein Dienstleister oder Mitarbeiter übernehmen und Motive vorschlagen. Entscheiden sollte der Unternehmer selbst, wie auch beim Standardtext der Karte. Schließlich geht es um einen Imageträger, der die Firma glänzen lassen soll. Da ist eine jedes Mal individuelle Botschaft besser als das Recycling des Grußkarten-Textes aus dem Vorjahr. Wer Anregungen für den Text, Zitate, Gedichte oder Ähnliches für den Einstieg sucht, wird im Internet rasch fündig. Dort finden sich auch Druckdienstleister oder Online-Kartenhändler, die Grußkarten nach dem Wunsch des Kunden erstellen. 08/15-Karten aus dem Drogeriemarkt sollten Unternehmer nicht zur Übermittlung geschäftlicher Weihnachtswünsche nutzen.

Echte Brief­­mar­­ken auf den Kar­­ten­­um­­schlag kleben

Frankiermaschinen sind praktisch. Geschäftliche Weihnachtswünsche müssen aber aus der Menge der um Weihnachten herum beim Adressaten eingehen Postsendungen hervorstechen. Deshalb sollten echte Briefmarken auf den Umschlag geklebt werden. Das vermeidet den Eindruck einer Massensendung und gibt dem Weihnachtsgruß eine individuelle Note.

Geschäft­­li­­che Weih­­nachts­­wün­sche sind kei­­ne Wer­bung

Obwohl geschäftliche Weihnachtswünsche letztlich schon geschäftlicher Natur sind, sollten sie sich klar von klassischen Schreiben unterscheiden, die ein Unternehmen sonst verschickt. Ein Briefkopf mit Angaben zur Firma und zu den Kommunikationswegen zum Beispiel hat auf der Weihnachtskarte nichts verloren. Besser ist es, bei der Unterschrift den Firmennamen hinzuzufügen. Nur das Firmenlogo sollte irgendwo unaufdringlich, aber gut erkennbar platziert werden – bei einer Aufklappkarte etwa auf der Rückseite. Jegliche konkrete Werbung für Produkte oder Firmenveranstaltungen verbietet sich in einer Grußkarte zu Weihnachten von selbst.

Elektro­­ni­­sche Gruß­­kar­­ten soll­­ten ver­­mie­­den werden

E-Mails haben keine persönliche Note. Das gilt auch für per E-Mail geschickte Weihnachtsgrüße. Kann man machen, ist aber nicht schön. Elektronische Grußkarten sind nichts anderes als die Massen-Postwurfsendung in der Ära des Internets. Wer gerade Zeit hat, sieht sie genauer an. Wer vor einem vollen Schreibtisch sitzt, klickt auf löschen. Für Unternehmer wären das für geschäftliche Weihnachtswünsche nur Notlösungen, wenn keine Zeit für eine durchdachte Grußkartenaktion bleibt. Dann hat der Firmenchef zwei Optionen: Gar keine Weihnachtsgrüße verschicken. Oder zähneknirschend die Notlösung wählen und den elektronischen Gruß auch an sich senden – als permanente Erinnerung im eigenen Posteingang, nächstes Jahr eher mit der Weihnachtsplanung zu beginnen. Dabei hilft dann auch diese Checkliste.

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.