Steuern & Finanzen

Feiern Sie ruhig – und das nicht zulasten der Mitarbeiter

Eigentlich wollte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Steuervorteile für Betriebsfeiern massiv einschränken. Jetzt hat er sich wenigstens von einigen geplanten Grausamkeiten abbringen lassen. Viel Spaß also bei der nächsten Karnevals-, Sommer- oder Weihnachtsfeier. Alaaf. Helau.

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Gehören Sie auch zum närrischen Teil der Republik? Dann werden Sie sich wohl über diese Nachricht freuen: Die Sorge, dass es aus Steuergründen vielleicht bald mit den Betriebsfeiern vorbei ist, hat sich erledigt. Ende vergangenen Jahres schien es so, als könne eine von Wolfgang Schäuble geplante Steueränderung vielen Weihnachtsfeiern, aber auch Karnevals- oder Sommerpartys den Garaus machen. Die Änderungen, die der Bundesfinanzminister gut versteckt in einem Entwurf für ein „Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ (BT-Drucksache: 18/3017) verabschieden lassen wollte, hatten es in sich.

Einzelne Abteilungen dürfen weiter Party machen

Doch anscheinend konnten die Wirtschaftsverbände mit ihren ungewohnt einhelligen Protesten das Schlimmste abwenden. Der Bundesfinanzausschuss hat im Gesetz – das seit dem 1. Januar 2015 gilt – die 110-Euro-Freigrenze in einen 110-Euro-Freibetrag verwandelt, was einen großen Unterschied macht: Bei einem Freibetrag heißt es in Sachen Steuerfreiheit hopp oder topp. Überstiegen nach der alten Regelung bei einer Betriebsfeier die Kosten pro Mitarbeiter jene 110 Euro, musste der ganze Betrag als geldwerter Vorteil versteuert werden. Bei einem Freibetrag ist Entspannung angesagt: Fällt die Betriebsfeier doch etwas teurer aus, wird nur als geldwerter Vorteil versteuert, was über den 110 Euro liegt. Zweite gute Nachricht: Steuererleichterung gibt es auch nicht wie geplant nur für unternehmensweite Feiern, sondern auch beispielsweise für die Feiern einzelner Abteilungen. Hier allerdings sollten Sie die Details vorsichtshalber mit dem Steuerberater besprechen.

Aber bei den Kosten wird mehr berücksichtigt

Zumindest in ein paar Punkten ist der Finanzminister aber stur geblieben: In die Kosten für eine Betriebsfeier rechnen die Finanzämter bald mehr ein als zuvor. So ist der Freibetrag schneller erreicht. Feste feiern können Sie also weiter. Zum Beispiel gleich jetzt im Karneval? Vielleicht darf es ja eine Nummer kleiner sein, falls Sie vorher zu den Ausrichtern der eher rauschenden Feste gehört haben. Muss aber wie gesagt nicht: ist ja jetzt ein Freibetrag. Wahrscheinlich stecken Ihre Mitarbeiter das ja mit der Aussicht auf ein schönes Fest gut gelaunt weg.
In dem Sinne: Alaaf und helau! Viel Spaß beim Feiern.
Foto: Fotolia

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.