Trends & Innovationen

Unternehmen müssen Klimaschutz und Energieeffizienz forcieren

Viele Unternehmen wol­len in Kli­ma­schutz und Ener­gie­ef­fi­zienz in­ves­tie­ren. Da­für gibt es Be­ra­tungs- und För­der­pro­gram­me von KfW und Bafa. Und gerade bau­na­he Hand­werks­be­trie­be soll­ten auch im Kun­den­ge­spräch auf fi­nan­ziel­le Un­ter­stüt­zung für Sa­nie­rer hinweisen.

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Immer mehr Unternehmen setzen die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz auf ihre To-Do-Liste. Eigentlich keine Überraschung angesichts steigender Strompreise. Und die CO2-Bepreisung dürfte den Energieeinkauf sowie die Beschaffung energieintensiv hergestellter Vorprodukte weiter verteuern. Erstaunlich ist eher, wie umfassend viele Firmenchefs darauf reagieren wollen. Fast 60 Prozent der Industriebetriebe erklärten in einer Umfrage der Universität Stuttgart, bilanziell klimaneutral werden zu wollen. Die Hälfte davon hat bereits mit der Umsetzung begonnen – laut Studie quer durch alle Unternehmensgrößen. Wichtig ist allerdings, solche Projekte für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz im Unternehmen konsequent durchzuziehen – insbesondere mit Blick auf mögliche Kostensenkungen. 2018 sorgte die Berechnung für Aufsehen, ein durchschnittlicher KMU-Betrieb könne allein durch besser organisierten Stromeinkauf jährlich 1.730 Euro sparen. Bundesweit lägen die Einsparungen aller rund 2,4 Millionen kleinen und mittelgroßen Betriebe bei mindestens 4,1 Milliarden Euro. Was wäre wohl an weiteren Kostensenkungen drin, würden Unternehmen auch noch verstärkt in Energieeffizienz, Energieberatung oder eine eigene Stromerzeugung investieren?

Tatsächlich kann eine CO2-Neutralität nur mit gestiegenen Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz erreicht werden.

Professor Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart

Klimaschutz und Ener­gie­ef­fi­zienz: Wich­tig für Unternehmen

Auch für kleine und mittelgroße Unternehmen gibt bei Energieeffizienz und Klimaschutz künftig der Green Deal der EU-Kommission die Richtung vor. Sie sollten also im Blick behalten, wie sich Anforderungen verändern und welche Unterstützungsangebote verfügbar sein könnten. Aber insbesondere diese Betriebe haben oft eine offene Flanke, wenn es ums Umsetzen ambitionierter Vorhaben – etwa zum Klimaschutz – geht: Meistens fehlt es ihnen am notwendigen Kapital und Know-how. Umso wichtiger ist es, dass interessierte Firmenchefs mit Technologieexperten klären, welche Maschinen oder Konzepte sich für ihren Betrieb anbieten, mit Fördermittelexperten besprechen, ob Zuschüsse oder Zinsverbilligungen für entsprechende Investitionen bereitstehen sowie mit dem Steuerberater genau durchrechnen, wie sich ein Projekt finanzieren lässt und langfristig die Kennzahlen des Betriebs beeinflusst. Dabei muss es nicht immer um große, technische ausgefeilte Vorhaben wie etwa ein virtuelles Kraftwerk gehen. Schon ein detailliertes Energieaudit kann viele Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten bei Energieeffizienz und Klimaschutz im Unternehmen geben und sich schnell rechnen.

Grafik zeigt dass weit mehr als die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen bereits Massnahmen gestartet hat um bilanziell klimaneutral zu werden

Unternehmen er­hal­ten För­de­rung für Energieeffizienz

Vorgeschrieben ist ein Energieaudit für Betriebe ab 250 Mitarbeitern, 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von 43 Millionen Euro. Profitieren kann von seinen Ergebnissen aber jeder – bei der Auditoren-Suche hilft die Online-Datenbank des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Machen kleinere Unternehmen für Energieeffizienz und Klimaschutz so eine Analyse, erhalten sie auch Geld von der Bafa: Maximal 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten oder 6.000 Euro. Über die Beratung hinaus unterstützt die Bafa zahlreiche Arten von Projekten für Energieeffizienz oder Klimaschutz im Unternehmen direkt finanziell: Beispielsweise Elektromobilität, Investitionen in moderne Kälte- oder Klimaanlagen, den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung. Der Förderwegweiser der Bafa hilft bei der Wahl des richtigen Programms. Finanzielle Unterstützung bietet zudem die KfW-Förderbank – etwa für Energieeffizienz in der Wirtschaft oder in der Produktion sowie für energieeffizientes Bauen und Sanieren in Unternehmen. Außerdem gibt es ein KfW-Umweltprogramm sowie ein BMU-Umweltinnovationsprogramm – teilweise mit einer bevorzugten Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen.

Klimaschutz ist für Un­ter­neh­men ein Verkaufsargument

Es gibt also genug Beratungs- und Finanzierungsangebote auch für kleinere Unternehmen, die Energieeffizienz und Klimaschutz im eigenen Betrieb voranbringen wollen. Kein Firmenchef kann sich mehr mit dem Argument aus der Verantwortung stehlen, es fehle ihm an Informationen oder Kapital. Insbesondere in vielen Bereichen des Handwerks geht es aber nicht nur um Energieeffizienz und Klimaschutz im eigenen Unternehmer. Sondern auch darum, potenzielle Kunden über Förderprogramme für Verbraucher oder Kommunen zu beraten. Wer Sanieren will, kann beispielsweise Zuschüsse bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten oder maximal 48.000 Euro je Wohneinheit erhalten. Diese neuen Förderprogramme und -sätze von KfW oder Bafa sollten Unternehmer ihren Angeboten berücksichtigen, um Interessen zu überzeugen. Wer die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz im Beratungsgespräch ignoriert, könnte künftig im Wettbewerb um Kunden öfter das Nachsehen haben.

Mehr zur Energieeffizienz im Unternehmen erfahren Sie in diesem Video.

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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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