Trends & Innovationen

Innovations­fä­hig­keit stei­gern, Unter­neh­men stärken

Innovations­star­ke Un­ter­neh­men ver­bes­sern ih­re Po­si­tion im Wett­be­werb – egal, ob sie durch neue Pro­duk­te, Pro­zes­se oder Tech­no­lo­gien punk­ten. Ge­ra­de klei­ne­re Be­trie­be soll­ten mehr an In­no­va­tion den­ken und da­bei In­no­va­tions­be­ra­tung und In­no­va­tions­förderung nutzen.

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Deutschland ist nicht nur die Heimat der Dichter und Denker, sondern auch der Tüftler und Techniker. Insbesondere die Innovationskraft zahlreicher Mittelständler hat über Jahrzehnte hinweg so manchen sogenannten Hidden Champions entstehen lassen. Deren Namen und Produkte mögen oft nur den Fachleuten einer Branche bekannt sein, aber in speziellen Nischen zählen sie zu den weltweit führenden Anbietern und verdienen gutes Geld. Die Innovationsstärke ihrer Unternehmen macht eine Volkswirtschaft wachstumsstark, agil und resilient in Krisensituationen. Dass viele Betriebe in der Corona-Pandemie nicht aufgeben mussten, lag auch an einfallsreichen Firmenchefinnen und Firmenchefs, die mit unkonventionellen Ideen auf die neuen Herausforderungen reagiert oder in der Krise ihre Chancen genutzt haben. Innovation ist aber kein Automatismus. Der Rückstand bei der Digitalisierung gegenüber US-Konzernen beispielsweise zeigt, dass Unternehmen permanent an ihrer Innovationsfähigkeit arbeiten müssen, um den Anschluss zu halten. Auch in kleineren Betrieben oder im Handwerk sollte deshalb regelmäßig über Innovationsmanagement, Innovationsberatung und Innovationsförderung gesprochen werden.

Das Thema Innovation zieht sich durch alle Bereiche

Innovation ist ein wichtiges Mittel, um die eigene Position im Wettbewerb zu stärken. Aber es geht nicht nur um das Entwickeln neuer Produkte oder Dienstleistungen, mit denen sich zusätzliche Auftraggeber gewinnen oder neue Märkte erschließen lassen. Es geht auch darum, mit guten Ideen die Kundenbeziehung insgesamt zu verbessern und interne Prozesse des eigenen Unternehmens zu beschleunigen. Oder die Kostenstrukturen zu optimieren, was wiederum zu besseren Preisen oder höherer Qualität und so mehr Kundenzufriedenheit führt. Genug Beispiele dafür gibt es. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich deshalb nicht nur zwischen den Jahren etwas Zeit nehmen, um ihre Gedanken schweifen zu lassen. Sie sollten das Thema Innovation strukturiert angehen und gezielt in Organisation und Talent Management verankern, damit alle Beschäftigten offen für neue Produkte oder Prozesse sind. Deshalb brauchen sie eine Vorstellung, wo Innovation zu Tragen kommen könnte, wie sich innovatives Denken systematisieren lässt und welche Partner hier inhaltliche oder finanzielle Unterstützung bieten.

Innovation bei Produkten, Prozessen und Services

Innovationsmanagement erfordert oft ein Umdenken

Innovationsfähigkeit hängt auch von Methoden ab

Innovationsberatung und Innovationsförderung nutzen

Innovation bei Produkten, Prozessen und Services

Innovationen sind in allen Bereichen des unternehmerischen Handelns möglich – und eine Organisation kann von vielen unterschiedlichen Arten der Innovation profitieren. Daher sollten Firmenchefs und Firmenchefinnen sich keine Denkverbote auferlegen, sondern Anregungen für Neuerungen in allen Bereichen offen gegenüberstehen.

Produkte fallen den meisten beim Thema Innovation als erstes ein. Hier geht es darum, entweder die Leistung eines bereits angebotenen Produktes zu verbessern oder ein ganz neues zu entwickeln.
Technologie ist ebenfalls ein Feld, in dem es viele Innovationen gibt. Eine komplett neue Technologie zu entwickeln, dürfte eher die Ausnahme sein. Aber auch der Einsatz einer Technologie für bis dato nicht vorgesehene Aufgaben kann Chancen eröffnen.
Geschäftsmodelle werden noch von zu wenig Unternehmen weiterentwickelt. Dabei eröffnet beispielsweise die Digitalisierung die Möglichkeit, sich leichter mit Partnern in sogenannten Ökosystemen zusammenzutun und gemeinsam Produkt- oder Service-Angebote inklusive neuer Nutzungs- und Vergütungsmodelle zu schnüren.
Prozesse können ebenso von gezieltem Innovationsmanagement profitieren. Wer hier die Effektivität und/oder Effizienz verbessert, kann auf der Kostenseite wie auch im Dialog mit den Kunden große Fortschritte erreichen.
Organisationsoptimierung kann durch die umfassende Analyse des Ist-Zustands und den Einsatz innovativer Lösungen über einzelne Prozesse hinaus alle internen und auch nach außen gerichteten Abläufe besser machen. Gerade im kaufmännischen Bereich sind hier enorme Fortschritte möglich. Sprechen Sie Ihren Steuerberater oder Ihre Steuerberaterin darauf an, welche Softwarelösungen von DATEV hier unterstützen können.

Auch kleine Ver­besserungen können große Wirkungen haben

Manche Ideen versprechen den großen Wurf, andere nur punktuelle Verbesserungen. Aber kein Vorschlag sollte gleich verworfen werden, weil er vielleicht nicht innovativ genug sein könnte. Das gilt insbesondere für Produkte und Dienstleistungen – hier können auch kleine Verbesserungen enorme Vorteile bringen, wenn sie gut gemacht sind. Generell lässt sich unterscheiden zwischen

  • Innovationen, bei denen bestehende Technologien für Fortschritte in einem bestehenden Markt sorgen.
  • innovative Ideen, bei denen bestehende Technologien in einem neuen Markt zum Einsatz kommen.
  • einer Innovation, bei der neue Technologien einen bestehenden Markt umkrempeln.
  • bahnbrechende Ideen, bei denen durch neue Technologien ganz neue Märkte geschaffen werden.

Jedes Unternehmen sollte für sich prüfen, in welchem Bereich sich mit den vorhandenen personellen, finanziellen und technischen Ressourcen die besten Chancen bieten. Der einmal festgelegte Kurs sollte aber nicht in Stein gemeißelt sein. Viele gute Ideen lassen sich erst mit Aufgeschlossenheit gegenüber den Ideen der Beschäftigten und einem gesunden Schuss Fantasie erkennen. Selbst futuristisch klingende Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) finden durch die zunehmende Digitalisierung inzwischen ihren Weg in den Mittelstand und kleinere Betriebe, sei es in Forschung und Entwicklung, Kundenbetreuung oder im kaufmännischen Bereich.

Innovationsmanagement erfordert oft ein Umdenken

Ein Unternehmen kann nur innovativ sein, wenn die Firmenleitung dieses Ziel unterstützt und dafür Rahmenbedingungen schafft. Allein deshalb wird es jedoch nicht automatisch innovativ. Letztlich braucht es dafür vor allem den bewussten Einsatz der Beschäftigten, die ihre Ideen gern zum Vorteil der Firma einbringen. Erforderlich ist also eine Kultur der Innovation als Basis für Innovationsfähigkeit und Innovationsstärke. In dieser Unternehmenskultur sollte das Thema ganzheitlich definiert sein. Also nicht nur Produktinnovationen in den Mittelpunkt stellen, sondern auch zu Service-, Prozess- oder Technologie-Innovationen motivieren. Und neben dem eigenen Team auch Geschäftspartner oder Kunden als Ideengeber in Innovationsprozesse einbeziehen, Stichwort Open Innovation. Entsprechend sind die Kontaktmöglichkeiten für Externe anzupassen sowie neue Abläufe und Entscheidungsstrukturen zu etablieren. Selbst Mittelständlern fällt es oft schon schwer, agil zu agieren, weil in Bereichen und Hierarchien gedacht wird. Ein neues System für modernes Innovationsmanagement sollte mehr Transparenz und Kollaboration sowie Strukturen für eine deutlich schnellere Entscheidungsfindung schaffen.

Innovationsfähigkeit hängt auch von Methoden ab

Eine Stärkung der Innovationskraft durch modernes Innovationsmanagement funktioniert nur, wenn Unternehmensleitung und Führungskräfte sich gut darauf vorbereiten. Sie müssen sich mit wichtigen Themen und Tools in diesem Bereich vertraut machen. Zu den derzeit gefragten Methoden gehört beispielsweise Design Thinking. In diesem Kreativprozess geht es darum, Innovationen voranzubringen, die sich an den Nutzern und Nutzerinnen von Produkten oder Services orientieren, an ihren Bedürfnissen und Herausforderungen. Es wird also aus Sicht spezifischer Kundengruppen entwickelt, statt – wie vielerorts immer noch üblich – durch die Technikbrille der firmeninternen Fachleute an ein Problem heranzugehen und Lösungen anzudenken, die eher der internen Logik als den echten Kundenwünschen folgen. Wer auf Design Thinking setzt und per Brainstorming, Entwicklung sowie Visualisierung unterschiedliche Konzepte testen beziehungsweise verfeinern will, muss aber seine Organisation so ausrichten sowie die Beschäftigten so qualifizieren, dass sie tatsächlich agil und iterativ arbeiten können – also ausprobieren dürfen. Der Versuch-und-Irrtum-Ansatz ist etwas anderes als lineare, straff durchgeplante Produktentwicklung.

Innovationsmanagement: Alte Methoden und neue Tools nutzen

Bei der Analyse und Lösungssuche helfen auch neue Technologien. Die Digitalisierung ermöglicht Unternehmen inzwischen den Zugriff auf große Datenmengen. Durch deren Auswertung lassen sich Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer, später in der Praxis tatsächlich gefragter Produkte oder Services finden. Damit können die klassischen Nutzerinterviews sowie Markt- und Trendbeobachtung oder Wettbewerbs- und SWOT-Analysen ergänzt werden um tiefgreifende Informationen aus Kundenservice oder Vertrieb sowie Data-Mining – insbesondere auch in öffentlich verfügbaren Quellen. Das Nachvollziehen der Kontakte von Kunden zum Unternehmen sowie die damit verbundenen inhaltlichen Wünsche und Erfahrungen durch Abbildung der sogenannten Customer Journey kann ebenfalls neue Erkenntnisse über mögliche Bedarfe und damit Anstöße für Innovationen liefern.

Innovationsberatung und Innovationsförderung nutzen

Viele Unternehmen dürften sich allerdings schwer damit tun, aus sich heraus ein neues System für das Innovationsmanagement zu schaffen. Nicht nur, dass Zeit und Geld dafür neben dem Tagesgeschäft selten ausreichend zur Verfügung stehen. Oft fehlt auch das Fachpersonal für Innovationsmanagement, das sich mit den aktuellen Theorien und Techniken auskennt. Selbst Großunternehmen greifen deshalb häufig auf externe Expertise zurück, um sich bei einzelnen Projekten oder auch beim Umbau ihrer Organisation in Richtung mehr Innovationsfähigkeit unterstützen zu lassen. Kleinere Betriebe sowie zahlreiche Mittelständler dürften erst recht einen großen Bedarf an Innovationsberatung haben. Eine kompetente Innovationsberatung kann helfen, schneller auf Veränderungen zu reagieren oder gezielter Chancen zu ergreifen. Wichtig ist aber, nicht nur auf die externe Innovationsberatung in einzelnen Projekten zu bauen, sondern – durch Schulungen und Workshops unter Anleitung der Fachleute – die organisatorischen Voraussetzungen sowie mentalen Freiräume dafür zu schaffen, dass im Betrieb durch eine eigene Innovationskultur mehr Kreativität gelebt werden kann.

Förderung für internen Umbau und Entwicklungen anzapfen

Innovationsmanagement – und schon der Aufbau eines sinnvollen Systems für das Innovationsmanagement – kostet Geld in Form von spezialisieren Fachleuten, neuen Technologien, organisatorischen Umbaumaßnahmen sowie ausführlichen Schulungen des eigenen Personals. Unternehmerinnen und Unternehmer können dafür allerdings Beratungsleistungen und auch finanzielle Förderungen in Anspruch nehmen. Es gibt beispielsweise Programme, mit denen die Digitalisierung vorangebracht werden soll. Bund und Länder geben Geld über ihre Förderbanken beziehungsweise die KfW, und auch Institutionen wie das RKW sowie natürlich die EU helfen weiter. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bietet spezielle Förderprogramme für den innovativen Mittelstand, und in den Bundesländern gibt es ebenfalls Hilfe. Etwa in Form des KI-basierten Trend- und Technologiescoutings, das Bayern Innovativ unter anderem mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung speziell zur Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe entwickelt hat. Auch das Karlsruher Institut für Technologie ist in Sachen Innovation eine gute Adresse.

Im folgenden Video wird das Trendscouting von Bayern innovativ noch einmal erklärt.

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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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