Technologie & Innovation

Jetzt schnell ak­tuel­le För­derung für E-Nutzfahrzeuge abrufen

Leichte Nutz­fahr­zeu­ge ge­win­nen für vie­le Be­trie­be ge­ra­de mas­siv an Att­rak­ti­vi­tät. Sie wer­den nicht mehr wie Pkw be­steu­ert, son­dern wie Lkw. Und es gibt För­der­gel­der für E-Nutz­fahr­zeu­ge. Aber der An­trag soll­te bald raus, denn das Ge­samt­vo­lu­men ist begrenzt.

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Für viele Unternehmen lohnt sich nicht nur die Anschaffung von E-Autos für den betrieblichen Einsatz. Auch E-Nutzfahrzeuge werden zunehmend attraktiver. Jetzt gibt es gleich zwei gute Nachrichten für Betriebe mit leichten Nutzfahrzeugen von bis zu 3,5 Tonnen im Fuhrpark. Alle Fahrzeuge werden künftig wieder als Lkw besteuert – und nicht länger aufgrund einer 2018 eingeführten Sonderregelung punktuell als Pkw. Außerdem erhöht der Bund nochmal die Fördermittel zur Anschaffung von E-Nutzfahrzeugen. Genauer gesagt: Die finanziellen Anreize zum Umstieg bei leichten und schweren Nutzfahrzeugen auf Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellen-Antrieb. Die Antragstellung ist zwar noch bis in den September hinein möglich, lange warten sollten Unternehmer und Unternehmerinnen damit aber besser nicht. Schon in der Ausschreibung verweist das Bundesamt für Güterverkehr auf sein pflichtgemäßes Ermessen „im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel“. Die Devise dürfte sein: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Firmenleitung sollte das mit Steuerberater oder Steuerberaterin rasch durchrechnen – und den Antrag dann zügig rausschicken.

Mehr E-Nutzfahrzeuge für mehr Klima- und Um­weltschutz

E-Autos und E-Nutzfahrzeuge sind derzeit beliebt wie nie. 39 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen können sich laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Data Force zum Thema E-Autos in Fuhrparks vorstellen, auch E-Transporter einzusetzen. Ein wichtiger Grund sind staatliche Fördermittel. Damit und mit weiteren Aufrufen zum Fördermittelantrag will die Bundesregierung unter anderem erreichen, dass bis 2030 ein Drittel der Fahrleistung im schweren Straßengüterverkehr elektrisch oder mithilfe strombasierter Kraftstoffe erfolgt. Ziele sind neben Klimaschutz eine Verbesserung der Luftqualität sowie mehr Lärmschutz. Grundlage der finanziellen Anreize ist die „Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank- und Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge (reine Batterieelektrofahrzeuge, von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge)“ vom 2. August 2021 (Richtlinie KsNI). Das Bundesverkehrsministerium stellt bis 2024 rund 1,6 Milliarden Euro zur Förderung von Investitionen in klimafreundliche Nutzfahrzeuge sowie circa fünf Milliarden Euro für den Aufbau der Tank- und Ladeinfrastruktur (Pkw und Lkw) bereit.

Grafik zeigt jährliche Zulassung der Nutzfahrzeuge laut Kraftfahrzeugbundesamt

Diesen Zu­schuss kön­nen Un­ter­neh­men nun bekommen

Mit der KsNI-Richtlinie fördert die Bundesregierung die Anschaffung insbesondere von E-Nutzfahrzeugen. Die Maximalförderung beträgt 15 Millionen Euro pro Unternehmen. Berücksichtigung finden dabei nicht die Gesamtkosten für die Anschaffung. Vielmehr bemisst der Anteil der Fördermittel in Höhe von 80 Prozent sich an den Mehrkosten gegenüber einem herkömmlich betriebenen Nutzfahrzeug. Vergleichsmaßstab ist ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb der Schadstoffklasse Euro 6/Euro VI beziehungsweise die jeweils beste Schadstoffklasse vergleichbarer Fahrzeuge. Bei Berechnungen und Antrag helfen Steuerberater und Steuerberaterin. Wichtig: Die Anschaffung darf nicht bereits getätigt worden sein. Nur noch nicht begonnene Projekte sind förderfähig. Es darf weder ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag noch eine verbindliche Bestellung oder ein Kaufvertrag vorliegen. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar. Allerdings kann ein Anteil mit Zinsen zurückgefordert werden, wenn ein Unternehmen das Fahrzeug oder die Infrastruktur vor Ablauf der vierjährigen Zweckbindungsfrist veräußert, nach der Fahrzeug-Zulassungsverordnung außer Betrieb setzt oder aus anderen Gründen nicht mehr dem bewilligten Förderzweck entsprechend einsetzt.

Förderung fließt auch für die Lade- und Tank­in­fra­struktur

Neben den E-Nutzfahrzeugen unterstützt der Bund auch den Aufbau der für deren Betrieb erforderlichen Lade- und Tankinfrastruktur. Es gibt bis zu 80 Prozent der Kosten von mobiler oder stationärer Normal- und Schnellladeinfrastruktur inklusive eventuell notwendiger Transformer oder Übergabestationen, plus der Einrichtung oder Erweiterung des Netzanschlusses. Außerdem winkt ein Zuschuss für die Installation eines Pufferspeichers – die Kosten für derartige Anlagen können sich durchaus im sechsstelligen Bereich bewegen. Die geförderte Tank- und Ladeinfrastruktur muss dem Stand der Technik, dem Mess- und Eichrecht sowie den einschlägigen rechtlichen Anforderungen entsprechen. Für die später anfallenden laufenden Kosten gibt es keine Zuschüsse. Unternehmen dürfen die geförderte Tank- und Ladeinfrastruktur dafür aber öffentlich zur Verfügung stellen und damit einen Teil ihrer Kosten decken. Voraussetzung hierfür ist laut Förderrichtlinie, dass dies zu offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen gewährleistet sein muss. Die Einnahmen aus einer solchen Nutzung der geförderten Tank- und Ladeinfrastruktur durch Dritte sind nicht zuwendungsmindernd zu verrechnen.

Förderung der E-Nutzfahrzeuge nicht ku­mu­lie­rbar

Allgemeine Fördermöglichkeiten für E-Mobilität wie etwa die 9.000 Euro Zuschuss zum E-Auto oder die Förderung von Wallboxen, also Ladestationen für zuhause, sind kombinierbar mit Förderungen nach dem Sofortprogramm „Saubere Luft“ BMU, dem Flottenaustauschprogramm „Sozial und Mobil“ BMU sowie weiteren Fördermöglichkeiten. Für den nun angebotenen Zuschuss zum E-Nutzfahrzeug gilt hingegen ein Kumulierungsverbot. Auch wenn Investitionen in nach der KsNI-Richtlinie geförderte Fahrzeuge oder Infrastrukturen nur anteilig bezuschusst werden, dürfen nicht zugleich andere Mittel hierfür fließen. Dies gilt auch für die Kosten für den Einbau von Fahrzeugzubehör. Damit gemeint sind insbesondere Verschleißteile wie beispielsweise Reifen oder Nachrüstungsgegenstände, etwa ein nachträglich eingebautes Fahrerassistenzsystem, ein Adapter oder ein Spannungswandler. Eine Ausnahme davon gilt nur für jenes Fahrzeugzubehör, das nicht zum Lieferumfang des geförderten Fahrzeugs ab Werk gehört. Unternehmer und Unternehmerinnen sollten mit ihrem Steuerberater oder ihrer Steuerberaterin am besten gleich die diversen Fördermöglichkeiten erkunden und durchrechnen, was zu beantragen sich für sie am meisten lohnt.

E-Transporter können sich für vie­le Un­ter­neh­men rechnen

Fördermittel allein sind zwar sicher in hohem Maße verantwortlich für den derzeitigen Boom bei E-Fahrzeugen. Aber natürlich sind sie nicht alles. Wie für E-Autos auch, sollten Unternehmen die Anschaffung eines E-Transporter vorab seriös kalkulieren und dabei nicht nur die Zuschüsse im Blick haben. Bei dieser Gesamtbetrachtung kommt es vor allem drauf an, wie ein Unternehmen seine E-Fahrzeuge nutzen will. Mittlerweile stehen beispielsweise zahlreiche E-Transportermodelle zur Auswahl, die schneller laden und gute Motorleistungen bringen. Allerdings bieten sie großteils weiterhin nur eine maximale Reichweite von rund 280 Kilometern. Verbessern lässt die Reichweite sich mit Hybrid-Fahrzeugen. Der Einsatz eines Nutzfahrzeugs mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotorantrieb kann die E-Mobilität auch für regional großflächiger tätige Unternehmen interessant machen. Auch einen möglichen Imagegewinn sollten insbesondere Gartenbau- oder Landwirtschaftsbetriebe wie auch der klassische Handwerksbetrieb nicht vergessen, in die Kalkulation einzubringen.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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