Mitarbeiter & Ausbildung

Der Girls Day ist eine gu­te Ge­le­gen­heit für Nach­wuchsarbeit

Die Aus­bil­dungs-Wunsch­liste vie­ler Schüler ist kurz. Am Girls Day und Boys Day kön­nen Un­ter­neh­mer po­ten­ziel­lem Be­rufs­nach­wuchs neu­e Per­spek­ti­ven er­öff­nen. Ein wich­tiger Bau­stein je­der Fach­kräf­te-Stra­te­gie, um künf­tig gu­te Be­wer­ber für of­fe­ne Stel­len an­zu­locken.

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Der Girls Day 2020 steht vor der Tür. Am 26. März ist es soweit. Dann jährt sich dieser Aktionstag zum 20. Mal. Schülerinnen bekommen dann in diversen Unternehmen neue Einblick in jene Berufsfelder, die sie sonst „bei der Berufsorientierung selten in Betracht ziehen“, wie es auf der Aktionsseite des Girls Day 2020 heißt. Die Mädchen lernen den Arbeitsalltag in Laboren, Werkstätten oder Büros kennen. Zeitgleich schnuppern die Jungs am Boys Day 2020 vor allem in Pflege- und andere soziale Berufe hinein. Unternehmer, die sich zu diesem Anlass potenziellen Bewerbern vorstellen wollen, sollten möglichst rasch Kontakt zu den Schulen aufzunehmen. Das dürfe sich lohnen: Bei der Nachwuchsarbeit können sie durch Nähe zu Bildungseinrichtungen sowie Betriebsbesuche am Girls Day und Boys Day nur gewinnen.

Am Girls Day die Aufmerksamkeit der Jugendlichen wecken

Der Girls Day hat auch 2020 seine Berechtigung. Zwar fehlt in vielen Berufen unabhängig vom Geschlecht generell Nachwuchs. Gerade Firmenchefs im Handwerk wissen davon seit Jahren ein Lied zu singen: Durch sogenannte Passungsprobleme bleiben ihre Lehrstellen offen, während Jugendliche zugleich anderswo erfolglos einen Ausbildungsplatz suchen, bilanziert der Berufsbildungsbericht des Bundesfamilienministeriums. Stark tragen zu diesen Passungsproblemen aber nach wie vor auch Geschlechterstereotypen bei, so der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Mit Mädchen schlossen Unternehmen laut Kammerstatistiken vor allem Verträge für die Ausbildung zur Bürokauffrau, medizinischen Fachangestellten oder Einzelhandelskauffrau. Jungen stellten sie 2019 dagegen am häufigsten als Azubis für den Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers, Industriemechanikers und Elektronikers ein. Von den insgesamt derzeit 326 laut Berufsbildungsinstitut (BiBB) anerkannten Ausbildungsberufen haben die jungen Leute nur relativ wenige auf dem Schirm. Was unbedingt dafür spricht, sich als Unternehmer 2020 dem Girls Day oder Boys Day anzuschließen.

40 Prozent ändern ihren Berufswunsch nach dem Girls Day

Interessant ist der Girls Day 2020 etwa für Unternehmen, die Berufe wie Bauingenieurin, Chemikantin, Fachinformatikerin oder Industrie- oder Fluggerätemechanikerin anbieten. Firmenchefs aus einschlägigen Branchen sollten sich gleich die nötigen Unterlagen für die Teilnahme am 26. März herunterladen: Teilnahmebestätigung, Elternbrief – und nicht zu vergessen eine Freigabeerklärung für Foto-, Film und Tonaufnahmen. Nach der Absicherung, aber auch dem Jugendarbeitsschutz sowie der Aufsichtspflicht für die noch minderjährigen Schüler sollten Unternehmer ihren Anwalt fragen. Durchaus sinnvoll dürfte es sein, gleich Kontakt zu mehreren weiterführenden Schulen im Umkreis aufzunehmen. Das könnte sich schnell lohnen. Bestenfalls entdecken am Aktionstag einige Mädchen ihr Interesse an eigentlich eher männertypischen Berufen. Bei rund 40 Prozent der Teilnehmerinnen ist das erfahrungsgemäß der Fall.

Der Boys Day ist der Tag für Unternehmer im Sozialbereich

Das gleiche gilt analog mit Blick auf die Jungen für den Boys Day 2020. Dieser Aktionstag ist etwas für Unternehmer aus dem im weitesten Sinne sozialen Bereich. Zu den Berufen mit weniger als 40 Prozent Männeranteil – typische Boys Day-Berufe – zählen unter anderem: Altenpfleger, Ergotherapeut, Fotograf, Florist, Kranken- oder Heilerziehungspfleger, Verwaltungsfachangestellter, Psychologe oder auch Grundschullehrer. Girls Day und Boys Day sind für Unternehmer ganz generell eine hervorragende Gelegenheit für Nachwuchsarbeit. In aller Regel besprechen die Mädchen und Jungen ihre Erfahrungen in den Klassen und mit Freunden. Das ist für alle Betriebe interessant, deren Ausbildungsplätze sich nicht in den Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe finden. Solche Unternehmen sollten sich auf jeden Fall an dem Aktionstag präsentieren. Das kann übrigens auch Ausbildungsbetrieben mit beliebten Berufen im Angebot nicht schaden: Die Zeiten, in denen der Begriff Lehrstellenlücke noch die Zahl der Jugendlichen bezeichnete, die keinen Ausbildungsplatz fanden, sind längst vorbei.

Auch nach dem Girls Day sollten Betriebe den Kontakt halten

Im Rahmen des Girls Day oder Boys Day 2020 sollten Unternehmer auch versuchen, Kooperationen aus dem Aktionstag entstehen zu lassen. Manch ausbildungserfahrene Unternehmen arbeitet bereits seit Jahren regelmäßig und erfolgreich mit Schulen oder Kindergärten zusammen. Um etwas in Gang zu bringen, reicht es oft, den Jugendlichen nach ihrem Besuch nicht eine Visitenkarte mitzugeben, sondern drei: Eine für den Teilnehmer, eine für einen Freund oder eine Freundin – und die dritte für den Klassenlehrer. Auch eine gute Idee ist es, nach dem Girls Day oder Boys Day das Gespräch mit dem Klassenlehrer zu suchen. Dafür könnte man dem Jugendlichen ein entsprechendes Schreiben mitgeben. Vielleicht ergibt sich dadurch die Chance für einen Besuch des Chefs oder Ausbilders und eines Mitarbeiters in der Klasse. So könnten Unternehmer auch während des regulären Unterrichts die Werbetrommel für ihren Ausbildungsbetrieb rühren.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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