Personal & Führung

Home-Office – un­be­dingt al­le As­pek­te des The­mas be­rück­sichtigen

Die Zahl derer, die im Home-Office ar­bei­ten, nimmt zu – zu­min­dest in den Bran­chen, in de­nen der Ar­beits­ort nicht zwangs­läufig fest­ge­legt ist. Doch pau­schal zu sa­gen, je­der Be­schäf­tigte will das, wäre ein Trug­schluss. Arbeit­geber soll­ten da­her im Einzel­fall ent­schei­den.

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Home-Office – was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Zu Hause arbeiten, klar. Doch Unternehmen sollten unterscheiden. Home-Office ist nicht immer das, was man darunter verstehen mag. Denn nur, weil jemand von zu Hause aus arbeitet, handelt es sich nicht gleich um Home-Office. Unternehmer sollten also differenzieren, schon rein rechtlich. Philipp Grunau, Sozialwissenschaftler beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, definiert im DATEV Podcast „Hörbar Steuern“ Home-Office als einen Aspekt der flexiblen, genauer mobilen Arbeit – ein „Spezialfall, nämlich, dass ich mittels technischer Geräte zu Hause arbeite“, wie er sagt. Nimmt man es noch genauer, müssen sich Arbeitgeber bei Einführung eines solchen Modells um Arbeitsstättenverordnung, Unfallschutz und Fürsorgepflicht und Versicherung kümmern.

So ist der Arbeitgeber beispielsweise dafür verantwortlich, dass der Arbeitsplatz ergonomischen Richtlinien entspricht. Auf der Couch sitzen, weil der Schreibtisch fehlt, fällt streng genommen also nicht unter den Begriff Home-Office, sondern ist einfach eine Form flexibler Arbeit. Regeln lässt sich Home-Office über Betriebsvereinbarungen.

Home-Office: Tendenz steigend, doch nicht pauschal gewollt

Jeder vierte Betrieb in Deutschland bietet die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. So das Ergebnis einer aktuellen Analyse aus dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Ganze Home-Office-Tage sind dabei eher selten: Mehr als die Hälfte derer, die Homeoffice nutzen, tun dies überwiegend stundenweise. Und auch wenn das zunächst suggeriert, dass viele Beschäftigte zu Hause arbeiten wollen, bewerten Arbeitgeber und Arbeitnehmer das durchaus unterschiedlich.

Jeder neunte Beschäftigte wünscht sich Home-Office, kann oder darf aber nicht. Hinzu kommt: Zwei Drittel, die nicht von zu Hause arbeiten, möchten dies auch gar nicht. Und von den Beschäftigten, die zu Hause ihren Job machen, klagen einige darüber, dass Berufliches und Privates nicht mehr gut voneinander zu trennen sind. Und nicht zuletzt stellt sich für  Unternehmer die Frage, ob es das richtige für den jeweiligen Angestellten ist oder ob sie als Chef bereit sind, auf einen Teil der Arbeitszeitkontrolle zu verzichten.

Home-Office, ja, aber …

Home-Office bietet für Arbeitgeber viele Vorteile. Es steigert die Produktivität der Mitarbeiter, wirkt sich positiv auf die Arbeitgebermarke aus und fördert Vertrauenskultur, Autonomie sowie Arbeitszufriedenheit. „Die Arbeitskulturen verändern sich“, sagt der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Björn Böhning, in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen.

Gleichzeitig bringt es Nachteile mit sich. Beispielsweise erhöht es den Organisationsaufwand. Die Anforderungen an Datensicherheit und IT-Infrastruktur und der Mehraufwand bei der Vertragsgestaltung steigen. Und: Nicht jeder Mitarbeiter ist dafür zu haben oder geeignet. Ob es also unbedingt Home-Office sein soll oder eine andere flexible Arbeitsform, sollte der Arbeitgeber individuell entscheiden.

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