Produkte & Lösungen

Agile Produktentwicklung oder wie man Brautpaare druckt

Ein Start-up setzt auf agile Produktentwicklung. Sein 3D-Drucker kommt in einem frühen Stadium auf den Markt und wird mithilfe der Kunden immer weiter verbessert.

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Na, schon mal ein Brautpaar vernascht? Nein, nicht was Sie denken. Ich spreche von einem sehr zuckerhaltigen 3D-Modell, der Krönung jeder Hochzeitstorte. Was früher nur künstlerisch besonders begabten Konditormeistern in mühevoller Handarbeit gelang, kann heutzutage ein 3D-Lebensmitteldrucker in kürzester Zeit herstellen. Und nicht nur das: Firmenlogos aus Kräuterbutter zum Beispiel oder bunte, feinziselierte Marzipaneulen zum Verschenken sind für diese technischen Wunderwerke lediglich eine, naja, Fingerübung.

Ein solches Wunderwerk namens Procusini stellt die Firma Print2Taste her. Das Besondere: Das Start-up aus Freising bei München hat den Drucker innerhalb von lediglich zwei Jahren entwickelt und auf den Markt gebracht – funktionstüchtig, aber noch nicht komplett ausgereift – und es mithilfe der Kunden ständig verbessert. „Ein Lehrbeispiel für agile Produktentwicklung“, stellte das Magazin impulse fest, das Print2Taste auf ihrer diesjährigen Tour Deutschland digital besucht hat. impulse wollte wissen: „Wie bringen Unternehmen Produkte schneller auf den Markt“. Die Antwort gibt Print2Taste in diesem Video.

Ein Start-up schildert, wie es mit agiler Produktentwicklung erfolgreich ist

Wir haben Gerd Funk, den Geschäftsführer von Print2Taste, gefragt, ob demnächst mit der ersten gedruckten Weißwurst gerechnet werden kann – immerhin ist Print2Taste ein oberbayrisches Unternehmen. Und ganz nebenbei verriet er uns seinen Tipp für ein perfektes Weihnachtsgeschenk – immerhin ist in sechs Monaten schon wieder Weihnachten.

TRIALOG-Magazin: Ich habe noch nicht gefrühstückt. Könnten Sie mir geschwind eine Weißwurst mit süßem Senf und Laugenbreze drucken? Und vielleicht noch ein Weißbier dazu?

Gerd Funk (lacht): Vom Weißbier lassen wir die Finger, das ist bereits hervorragend, so wie es ist. Die Weißwurst aus dem 3D-Drucker aber ist technisch gar nicht so weit weg und in einigen Jahren durchaus denkbar.

Kann man eigentlich jede beliebige Lebensmittelmasse in den Drucker schieben?

Auf die richtige Konsistenz kommt es an, die muss pastös und so fein sein, dass noch alles durch die feine Düse passt. Butter funktioniert zum Beispiel wunderbar. Um Kunden langwieriges Experimentieren zu ersparen, bieten wir spezielle 3D-Refills an.

Sie haben den ersten Drucker nach nur zwei Jahren Entwicklungszeit auf den Markt gebracht. Das ist schnell. Wie haben Sie das geschafft?

Wir verwenden möglichst Standardbauteile und Open-Source-Software, vermeiden also, das Rad neu zu erfinden. Das spart viel Entwicklungszeit. Auch arbeiten wir nach dem Prinzip des Minimal Viable Product.

Was bedeutet das?

Übersetzt heißt das „minimal überlebensfähiges Produkt“. Wir gehen also mit einem neuen Produkt in einem sehr frühen Stadium an den Markt, holen uns Kundenfeedback und entwickeln das Produkt anschließend weiter.

Kundenfeedback holen – wie machen Sie das konkret?

Jedes Teammitglied ist mindestens einmal im Jahr als Teil des Messeteams auf einer Messe dabei und führt damit innerhalb weniger Tage Dutzende Kundengespräche. Auf diese Weise wissen alle, was unsere Kunden brauchen. Das motiviert erstens und erspart uns zweitens eine Menge Diskussionen.

Haben Sie ein Beispiel, wie Ihre Kunden die Produktentwicklung beeinflusst haben?

Viele Kunden haben sich gewünscht, dass unsere Drucker einfacher zu bedienen sind. Deshalb haben wir Anfang dieses Jahres den Procusini 4.0 mit Auto-Kalibrierung eingeführt. Der Kunde muss nur noch Lebensmittel und gewünschtes Druckobjekt wählen, den Rest erledigt der Drucker. Auch bei den Anwendungen hören wir sehr genau hin. Was braucht es zum Beispiel für eine einfach anzuwendende Kuchenbeschriftung? Statt einzelner Buchstaben haben wir Schriften mit verbundenen Buchstaben entwickelt. Damit lassen sich komplette Wörter als zusammenhängende Elemente drucken. Häufig ergeben sich auch durch Anwendungsfragen unserer Kunden neue Ideen, die wir aufgreifen und umsetzen.

Ihr Produkt ist hochdigital. In wieweit ist Ihr Unternehmen das auch?

Wo immer möglich, gehen wir den digitalen Weg. Leider schicken manche Lieferanten immer noch Papierrechnungen. Auch beim Zoll – wir exportieren mittlerweile 60 Prozent unserer Produkte – gibt es viel Papier. Wir sprechen das auch schon mal direkt an.

Sie nutzen DATEV Unternehmen online. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Wir übertragen Ausgangs- und Lieferantenrechnungen und andere wichtige Dokumente sicher über Unternehmen online zu unserem Steuerberater. Die Belege werden bei DATEV auch gespeichert. Die Kontoauszüge der Banken und die PayPal-Umsätze werden ebenfalls über Unternehmen online übertragen. Die Zusammenarbeit mit unserem Steuerberater über DATEV läuft gut und zuverlässig.

Wie geht es bei Print2Taste weiter? Neue, bessere Drucker? Andere oder verbesserte Rohmaterialien? Kommt die Weißwurst?

Die Entwicklung ist erst am Anfang. Bevor die Weißwurst kommt, stellen wir im Herbst auf der Südback in Stuttgart die Pralinenmanufaktur 4.0 vor. Damit können erstmals Mehrkomponentenprodukte in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Im Sommer wollen wir in den Consumer-Markt einsteigen mit mycusini, einem 3D-Choco-Printer, der in jede Küche passt. Dazu läuft jetzt im Juni auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne. Das erste mycusini-Kontingent ist bereits für 198 Euro zu haben. Geliefert wird bis spätestens Weihnachten. Eine prima Gelegenheit, bereits jetzt das Weihnachtsgeschenk 2019 klarzumachen.

(Schmunzelt)

Lesen Sie weitere Informationen zu Print2Taste.

 

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