Steuern & Finanzen

Umweltbonus: Bis Mit­te des Jah­res gibt es noch si­cher Geld

Vielleicht wird der Um­welt­bo­nus für Elek­tro­au­tos ver­län­gert. Bis Ju­ni gibt es die 4.000 Eu­ro si­cher. Wer sie will, soll­te rasch den An­trag stel­len. Und wer För­der­pro­gram­me kom­bi­niert, kann Geld aus meh­re­ren Quel­len auch für E-Auto-Infra­struk­tur bekommen.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Dem E-Auto gehört die Zukunft. Davon zeugen etwa die Schwerpunkte der Fahrzeug- und Mobilitätsmessen von Shanghai bis Stuttgart. Viele trauen den Elektroautos aber noch nicht so richtig, etwa bei Reichweite und Lebensdauer der Batterie. Oder elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind ihnen zu teuer. Um E-Autos durch Kostensenkungen attraktiver zu machen, setzt die Politik deshalb auf einen Mix aus Fördermitteln und Steuervorteilen. Und zwar für die Fahrzeuge selbst sowie für die erforderliche Infrastruktur. Ein starkes Argument für den Kauf eines reinen Stromers oder Plug-in-Hybrid bleibt dabei der Umweltbonus – nicht zu verwechseln mit der Umweltprämie. Mit ihrer herstellerspezifischen Umweltprämie werben viele Autokonzerne seit dem Diesel-Abgas-Skandal dafür, einen älteren Diesel gegen irgendeinen sauberen Neuwagen oder jungen Gebrauchten einzutauschen. Der Umweltbonus dagegen kommt zu gleichen Teilen vom Hersteller und über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) von der Bundesregierung. Diese 4.000 Euro gibt es nur für Elektroautos, und auch hier nicht für alle Modelle.

Unterschied zwi­schen Um­welt­bo­nus und Um­welt­prä­mie

Für Unternehmer lohnt ein Blick in die Liste der für den Umweltbonus qualifizierten Fahrzeuge. Ihnen winkt staatliche Förderung für Limousinen, Kombis sowie leichte Nutzfahrzeuge. Das ist interessant, falls Mitarbeiter zum Einsatz in Innenstädte mit Fahrverboten für ältere Diesel und vielleicht bald Benziner müssen. Auch grundsätzlich überlegen sollten Firmenchefs, ob sie den Umweltbonus zum Einstieg in einen Fuhrpark mit Zukunft nutzen. Dabei muss der Fuhrpark natürlich zu den Bedürfnissen des Unternehmens passen und könnte deshalb sehr divers sein. Überhastet handeln brauchen Interessenten vermutlich nicht: Da der eigentlich bis Mitte 2019 befristete Umweltbonus bislang nur zögerlich abgerufen wurde, plant die Bundesregierung die Verlängerung der Förderung. Andererseits gibt es keinen Grund zum Zögern, falls der Einstieg in die Elektromobilität sowieso angedacht ist. Zudem locken regionale Förderangebote von Ländern und Kommunen, die teilweise mit dem Umweltbonus kombinierbar sind. So ist laut „Elektroauto-News“ eine finanzielle Unterstützung von bis 12.000 Euro für E-Transporter drin.

Umweltbonus mit an­de­ren För­der­pro­gram­men kombinieren

Allerdings sollten Unternehmer solche Investitionen genau mithilfe des Steuerberaters durchrechnen. Zu klären ist nicht nur, welche Kosten bei der Kombination mehrerer Förderprogramme für Fahrzeuge entstehen. Der Steuerberater kann auch die finanziellen Auswirkungen diverser anderer Zuschüsse oder Vergünstigungen kalkulieren, die in die Gesamtausgaben für den Fuhrpark eingehen. Etwa Unterstützung bei Anschaffung und Betrieb einer Ladestation für E-Autos, der sogenannten Wallbox. Hier spendiert beispielsweise die Stadt München für die Beratung durch einen Elektroinstallateur bis zu 6.000 Euro und für die anschließende Montage bis zu einem Fünftel der Kosten. Außerdem sollte gut durchdacht sein, ob die Elektroautos gekauft oder geleast werden. Grundsätzlich lässt der Umweltbonus beides zu: Es gibt ihn auch für geleaste Fahrzeuge, wenn sie auf den Antragsteller zugelassen sind. Beim gewerblichen Leasing kann die Auszahlung des Bundesanteils an den Händler oder Leasinggeber abgetreten werden. Auch die Entscheidung zwischen Leasing und Kauf gehört in den Austausch mit dem Steuerberater.

Elektro-Dienst­wa­gen brin­gen Ra­batt bei geld­wer­tem Vorteil

Bei diesem Gespräch sollte zudem angesprochen werden, wie bei elektrisch betriebenen Firmenwagen der private Nutzungsanteil zu versteuern ist. Für nach dem 1. Januar 2019 angemeldete Fahrzeuge gilt bei der pauschalen Berechnung nicht mehr die 1-Prozent-Methode – für Elektro-Dienstwagen gibt es 50 Prozent Rabatt, also eine 0,5-Prozent-Methode. Das halbiert den geldwerten Vorteil, den der Dienstwagenfahrer versteuern muss, wenn er mit dem Firmenwagen privat unterwegs ist. Analog dazu sollte der Steuerberater klären, wie sich der Rabatt bei der Ermittlung des privaten Nutzungsanteils per Fahrtenbuch auswirkt – zumal ja auch reduzierte echte Ausgaben durch den Umweltbonus und andere Förderprogramme zu berücksichtigen sind. Wichtig ist zudem die Frage, wie buchhalterisch mit dem Strom umzugehen ist, der getankt wird. Generell erlaubt das Finanzamt derzeit einen pauschalen Auslagenersatz für das private Aufladen des Elektro-Dienstwagens. Erstattet der Arbeitgeber die Kosten für den Ladestrom nicht, führt das zu einer Minderung des geldwerten Vorteils. Hier berät der Steuerberater beim richtigen Vorgehen.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.