Personal & Führung

Resilienz: Wich­tig für ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter und Un­ter­neh­men als Ganzes

Resilienz heißt Wi­der­stands­kraft: Wer re­si­lient ist, fin­det in Kri­sen schnel­ler zu­rück in die Spur. Un­ter­neh­mer soll­ten die­se Fä­hig­keit trai­nie­ren las­sen. So ma­chen sie die Mit­ar­bei­ter stär­ker – und ihr Be­trieb als Gan­zes kann bes­ser auf Her­aus­for­de­run­gen reagieren.

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Was im Internet so oft Erwähnung findet, muss seine Bedeutung haben: 2,4 Millionen Treffer zeigt Google für den Begriff Resilienz. Auf diesem Niveau bewegen sich Dienstwagen oder Fahrtenbuch. Die Kombination „Resilienz Unternehmen“ kommt auf 700.000 Treffer, „Resilienz fördern“ auf 550.000. Resilienz heißt Widerstandskraft und gilt dem Magazin „Geo Wissen“ als „Geheimnis der inneren Stärke“. Wer resilient sei, finde nach Schicksalsschlägen schneller zurück in die Spur. Dahinter stecke ein komplexer psychischer Mechanismus aus vielen einzelnen Fak­toren, der sich aus einer besonderen Fähigkeit speise: Seine psychische Gesundheit während Widrigkeiten aufrechtzuerhalten oder schnell wiederherzustellen. Experten sagen, das

  • stärkt Lebenszufriedenheit und positive Emotionen wie etwa Begeisterung oder Spaß an der Arbeit,
  • reduziert negative Emotionen wie etwa Frustration, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen,
  • beeinflusst positiv das Betriebsklima und die Mitarbeiterzufriedenheit.

Unternehmen mit überdurchschnittlicher Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit sind rentabler als Firmen mit frustrierten, ängstlichen oder depressiven Mitarbeitern. So wird Resilienz auch zum Thema der Unternehmensführung.

Die ei­ge­ne Wi­der­stands­kraft lässt sich trainieren

Fachleute sehen Resilienz als Fähigkeit, Krisen gut zu meistern – im Privat- wie im Berufsleben. Firmenchefs sollten daher überlegen, den Beschäftigten beim Verbessern ihrer Resilienz zu helfen. Laut Studien besitzt jeder dritte Mensch eine natürliche Resilienz – aber alle sollten diese Fähigkeit trainieren und ausbauen. „Generell können Arbeitgeber Mitarbeiter in Resilienz schulen, damit sie in Krisen auf die gelernten Fähigkeiten zurückgreifen können“, so die Management-Expertin Nicole Wollnow in der „Zeit“. Resilienz-Trainings helfen, generell besser mit Stress umzugehen oder in bestimmten Situationen aus seinen persönlichen Erfahrungen individuelle Stärke zu schöpfen, etwa bei einem schwierigen Projekt. Dabei hilft laut „Karrierebibel“ – und sollte daher vom Chef gefördert werden – Folgendes:

  • Bisherige Krisen reflektieren und Selbsterkenntnis erlangen.
  • Sich Belastendes von der Seele schreiben und so seine Gefühle sortieren.
  • Niederlagen akzeptieren.
  • Den Blick auf Lösungen richten.
  • Stabile Beziehungen etwa zu einem Mentor aufbauen.
  • Neue Herausforderungen suchen.

Resilienz ge­hört zu ei­ner ge­sun­den Work-Life-Balance

Resilienz gewinnt nicht zuletzt deshalb an Bedeutung, weil die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend verschwimmen. Was für Unternehmer immer schon wichtig war, ist nun auch ein Thema seiner Mitarbeiter: Eine gesunde Work-Life-Balance. Hier helfen Trainings – übrigens nicht nur den Beschäftigten, sondern natürlich auch dem Firmenchef selbst. Mehr Resilienz bedeutet bei Führungskräften eine bessere Impulskontrolle und dadurch weniger operative Hektik. Das kann gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Situation sehr wichtig sein, wenn es schnell und konzentriert die richtige Entscheidung zu treffen gilt, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Jeder einzelne Mitarbeiter verfügt über eine bestimmte Widerstandskraft, jedes Team und sogar das ganze Unternehmen in der Summe. Die Fähigkeit zur Resilienz kann Teil der Unternehmenskultur sein oder werden.

nicole willnow, Management-Expertin

Auch Organi­sa­tio­nen müs­sen an ih­rer Re­si­lienz arbeiten

Widerstandskraft ist aber nicht eine Frage einzelner Personen, sondern auch der ganzen Organisation. Unternehmen müssen ebenso überraschenden Stress aushalten und dann stark zurückkommen können wie Menschen. Hier geht es etwa um die Fähigkeit einer Firma, auf einen Wettbewerber mit neuer disruptiver Technologie zu reagieren und noch bessere eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Handy-Hersteller Nokia hat dabei versagt, nachdem Apple 2007 sein erstes Smartphone vorstellte, und verschwand in der Versenkung. Und derzeit testen E-Auto-Pioniere wie Tesla die Resilienz deutscher Automobilkonzerne. Um sich in die richtige Richtung zu bewegen, sollten sich Firmenchefs klar machen, wie umfassend der Begriff gemeint sein kann. „Jeder einzelne Mitarbeiter verfügt über eine bestimmte Widerstandskraft, jedes Team und sogar das ganze Unternehmen in der Summe“, betont Management-Expertin Nicole Willnow in der „Zeit“. „Die Fähigkeit zur Resilienz kann Teil der Unternehmenskultur sein oder werden.“

Es gibt aus­rei­chend In­for­ma­tions­ma­te­rial zur Resilienz

Genau daran sollten Unternehmer arbeiten, um ihren Betrieb fit für künftige Herausforderungen zu machen. Das ist eine anspruchsvolle, aber machbare Aufgabe, zumal es viele Informationsmaterialien und Erfolgsbeispiele gibt. Die Bertelsmann-Stiftung etwa hat die Studie „Ressourcenförderung in Zeiten ständigen Wandels. Resilienz für Mitarbeiter, Führungskräfte und Unternehmen“ herausgegeben. Der Wettbewerb „Top100“ zeichnet Firmen aus, die sich vorbildlich mit dem Thema Resilienz beschäftigten. Dabei helfen folgende Elemente, die die Professorin für Innovationsmanagement Liisa Välikangas beschreibt:

  • Diversität: Unterschiedliche Meinungen, Perspektiven und Ansichten zulassen und fördern.
  • Einfallsreichtum: In unvorhergesehenen Situationen besonders kreativ sein.
  • Robustheit: Strategische Alternativen haben und Ressourcen auf neue Produkte umlenken.
  • Antizipation: Potenzielle Gefahren im Kernbereichen erkennen, bevor sie eintreten.
  • Ausdauer: Sich auch in Krisensituationen behaupten können.
  • Unternehmenswerte: Visionen und Missionen sind jedem Mitarbeiter bekannt, alle werden wertschätzend behandelt.

Resilienz ist ein wich­ti­ges The­ma für klei­ne Betriebe

Interessant dürfte vor allem für kleinere Betriebe, die sich keinen teuren Unternehmensberater leisten können, ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt sein: „Stärke – starke Beschäftigte und starke Betriebe durch Resilienz“. Dazu gehört auch der „Resilienz-Kompass zur Stärkung der individuellen und organisationalen Resilienz in Unternehmen“. Hier wird das Thema nicht nur umfassend erklärt. Der Kompass liefert auch Anregungen und Werkzeuge, um die eigene Resilienz zu bewerten und zu verbessern. Dafür gibt es diverse Downloads. Für Firmenchefs, die sich mit diesem wichtigen Zukunftsthema intensiver beschäftigen woll, ist also ausreichend Infomaterial und Unterstützung verfügbar.

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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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