Personal & Führung

Der Girls‘ Day ist ein gu­ter Start für Ihr Ta­lent Ma­nagement

Un­ter­neh­mer, die ihr Ta­lent Ma­na­gement in Gang bringen wol­len, kön­nen den Girls‘ Day und Boys‘ Day nutzen, um aus­sichts­reichen Nach­wuchs für den Be­trieb zu in­te­res­sie­ren. Und sich da­mit ei­ne bes­sere Aus­gangs­ba­sis für eine ef­fek­ti­ve Per­so­nal­pla­nung zu schaffen.

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Bei Nachwuchsgewinnung und Ausbildung geht es für viele Mittelständler längst nicht mehr nur darum, Geschlechterklischees zu überwinden – also etwa als technischer Dienstleister auch Mädchen oder als Pflegedienst auch Jungen anzusprechen. Die Top-Ten-Listen der Wunschberufe für Jungen und Mädchen gelten zwar weiter, die Wahl des Ausbildungsberufs bleibt also stark geschlechtsabhängig. So wollen Mädchen nach wie am liebsten Büro- oder Einzelhandelskauffrau werden, während es Jungen eher in die Kraftfahrzeugmechatroniker- oder Industriemechanikerausbildung zieht. Doch inzwischen fehlt es vielen Wirtschaftsbereichen generell am Nachwuchs – egal welchen Geschlechts. Unternehmer sollten den Girls‘ und Boys‘ Day am 28. März deshalb nutzen, um ihren Betrieb zu präsentieren. Und den Tag am besten gleich zur Ausgangsbasis für ein umfassendes und effektives Talent Management machen.

Girls‘ und Boys‘ Day als Ein­stieg ins Ta­lent Ma­nagement

Noch können sich Unternehmer sich für die Teilnahme am Girls‘ und Boys‘ Day 2019 registrieren. Chefs, die ihren Nachwuchs sonst eher unter den Jungs finden, sollten wissen: Der Girl’s Day ist offenbar tatsächlich geeignet, zusätzliches Interesse auch bei den Mädchen zu wecken. Die Teilnahme an einer damit verbundenen Aktion motiviert 40 Prozent der Teilnehmerinnen für eine spätere Ausbildung in einem technischen Beruf. Weil laut Berufsbildungsbericht 2018 weniger Mädchen eine duale Ausbildung beginnen – insgesamt, nicht nur in technischen Berufen – ist die Teilnahme doppelt sinnvoll. Auch der Boys‘ Day, der männlichen Jugendlichen das Schnuppern in eher weiblich geprägte Branchen ermöglicht, zeigt die gewünschte Wirkung: Jeder zweite Junge sagte danach, er habe einen Beruf kennengelernt, der ihn interessiert. Wie für den Girl’s Day, können Unternehmer auch für den zeitgleich stattfindenden Boys‘ Day bis zuletzt freie Angebote eintragen. Eine gute Gelegenheit für das Talent Management also.

Über die Agentur für Ar­beit fin­den vie­le Fir­men kei­ne Bewerber

Der Girls‘ und Boys‘ Day spricht Siebt- bis Zehntklässler an. Für Jugendliche sind Informationen aus erster Hand bei der beruflichen Orientierung das Beste, was es gibt. Wertvoller jedenfalls als Tage im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagenturen oder Gespräche mit meist praxisfernen Lehrkräften. Vielen von denen fällt auf Anhieb bestenfalls ein Dutzend der hierzulande möglichen Ausbildungsberufe ein. Das wäre nur ein kleiner Teil der immerhin 327 vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) anerkannten offiziellen Ausbildungsberufe. Auch wenn es also schon etwas kurzfristig ist: Unternehmer sollten prüfen, was sie für diesen Tag auf die Beine stellen können. Nachwuchsaktionstage wie Girls‘ Day und Boys‘ Day können beim Talent Management auch aus Unternehmersicht nie schaden.

Talent Ma­nage­ment soll­te al­le An­ge­stell­ten ein­beziehen

Im Rahmen eines Talent Management planen und organisieren Unternehmer die optimale Besetzung neuer Stellen. Immer unter der Maßgabe, die Ressourcen der angestellten Mitarbeiter bestmöglich zu nutzen und in die gewünschte Richtung auch zu entwickeln. Bei der Rekrutierung haben die Personalverantwortlichen neben den bereits im Unternehmen tätigen Mitarbeitern auch neue Kräfte sowie auch den potenziellen Nachwuchs im Blick. Die strategische Planung geht bis zur Frage der Nachfolgeplanung für den Chef. Der berufliche Nachwuchs ist gerade für kleine Betriebe die entscheidende Stellschraube bei der Versorgung mit Fachkräften. Unternehmer müssen sich ihre Fachkräfte quasi selbst heranziehen. Das Talent Management verschafft ihnen den Plan dafür, in wen sie wie investieren.

Mit Talent Management die Jugendlichen doch noch vom Studium abbringen?

Wer sich einen Tag für Jugendliche freischaufelt, sollte am besten gleich überlegen, wie er den Girls‘ und Boys‘ Day in sein Talent Management einbaut – oder wie er den Tag nutzt, um es aufzubauen. So lässt sich die Versorgung mit Fachkräften im gewerblichen wie kaufmännischen Bereich besser sichern. Denn eins dürfte inzwischen klar sein. Nur für sich genommen reicht bei der Nachwuchsarbeit weder eine gezielte Lehrlingssuche noch ein gutes Talent Management. Erst durch die Kombination können Firmenchefs richtig auf sinkende Bewerberzahlen und den Drang vieler Schüler an die Universitäten reagieren. Natürlich sollten Unternehmer sich an dem Tag um die Jugendlichen bemühen und ihnen möglichst viele Einblicke und Ausprobieren erlauben.

Auch Ko­ope­ra­tio­nen kön­nen dem Ta­lent Ma­nagement dienen

Ganz soviel Aufwand wie zum Ausbildungsbeginn, braucht es nicht zu sein. Ihr Augenmerk sollten Unternehmer darauf legen, dass aus dem Aktionstag Kooperationen entstehen, wie sie manches ausbildungserfahrene Unternehmen bereits seit Jahren unterhält, etwa mit Schulen oder Kindergärten. Und um so etwas in Gang zu bringen, reicht oft schon, nach dem Girls‘ oder Boys‘ Days nicht nur eine Visitenkarte mitzugeben, sondern drei. Eine für den Teilnehmer, eine für einen guten Freund oder Freundin – und eine weitere für den Klassenlehrer und den Rest der Klasse. Auch eine gute Idee ist, nach dem Girl’s oder Boy’s Day mit dem Klassenlehrer zu sprechen. Vielleicht wäre ja ein Besuch des Chefs oder Ausbilders in der Klasse interessant?

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter ladygodiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.