Personal & Führung

Last-Minute-Check­lis­te für Fa­sching, Kar­ne­val und Fast­nacht

Jetzt kommen ein paar wil­de Ta­ge: Vie­le Mit­ar­bei­ter fei­ern Kar­ne­val im Be­trieb. Un­ter­neh­mer soll­ten prü­fen, ob sie vor­be­rei­tet sind und die Spiel­re­geln ste­hen. Ganz wich­tig: Nie­man­den zum Mit­fei­ern zwin­gen, Ab­stand zu teu­rer Tech­nik hal­ten und Kun­den über die ein­ge­schränk­te Er­reich­bar­keit informieren.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Morgen ist Weiberfastnacht, regional auch Altweiberfasching genannt. Damit beginnt endlich die heiße Phase der fünften Jahreszeit, die vor allem durch Straßenumzüge in Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz geprägt ist. Für Firmenchefs nicht nur in diesen Regionen wird es damit auch höchste Zeit für den Blick auf die Karnevals-Checkliste: Alles bereit für Narren und Jecken?

Erstens: In­for­mie­ren Sie Kun­den über när­ri­sche Schließ­zeiten

Ist Ihr Betrieb – traditionell oder vielleicht zum ersten Mal – rund um den Rosenmontag geschlossen beziehungsweise eingeschränkt erreichbar? Dann sollten Sie dies der Öffentlichkeit mitteilen, besonders wenn Ihre Kunden aus dem ganzen Bundesgebiet und damit auch karnevalsfernen Gegenden kommen.

  • Veröffentlichen Sie auf Ihrer Webseite einen Hinweis unter der Rubrik „Aktuelles“ oder platzieren Sie eine entsprechende Information gut sichtbar auf der Startseite.
  • Hängen Sie bei einem Ladengeschäft ein entsprechendes Schild an die Tür.
  • Veranlassen Sie Ihre Mitarbeiter, eine Abwesenheitsnotiz im E-Mail-System einzurichten sowie eine Abwesenheitsansage auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Oder – falls es eine Stallwache gibt – die Rufumleitung zu aktivieren.

So werden Interessenten über den Grund für die eingeschränkte Erreichbarkeit oder verzögerte Rückmeldung informiert und sind normalerweise auch nicht sauer.

Zweitens: Erinnern Sie die Mit­ar­bei­ter an Spiel­regeln für Feiern

Manche Unternehmer nutzen die närrische Zeit für offizielle Betriebsfeiern, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten. Andere erlauben nur das zwanglose Beisammensein in der Kaffeeküche und drücken ein Auge zu, wenn Arbeit liegen bleibt. Aber grundsätzlich sollten stets bestimmte Vorgaben beachtet werden – und darauf sollte der Chef zwischen Weiberfastnacht und Faschingsdienstag auch immer wieder hinweisen.

  • Anstoßen nur in Maßen. Volltrunken im Betrieb geht gar nicht, schon aus Gründen der Arbeitssicherheit. Wer sich unbedingt die Kante geben will, muss dafür Urlaub nehmen.
  • Finger weg von den Kollegen. Zwar beginnen viele Beziehungen im Büro – aber die Ausnahmestimmung im Karneval ist dafür kaum eine gute Gelegenheit. Man kann auch eine lustige Zeit verbringen, ohne anderen ein Bussi aufzudrängen oder zu grapschen. Das sollte sich angesichts der Me-Too-Debatte von selbst verstehen.
  • Niemanden zum Mitfeiern zwingen. Sind Kollegen im Büro, die weder Singen noch Schunkeln wollen, ist das zu akzeptieren – vielleicht sind sie einfach Karnevals-Muffel, die nur keinen Urlaubstag dafür verwenden wollen, sich der närrischen Fröhlichkeit zu entziehen.

Drittens: Schützen Sie Ih­re Tech­nik vor Fei­er­wütigen

Jeder Spaß hat Grenzen. Gehen beim Feiern hochwertige Geräte zu Bruch, zieht das bestenfalls teure Reparaturen nach sich und kann schlimmstenfalls den ganzen Betrieb vorübergehend zum Stillstand bringen.

  • Kennzeichnen Sie Feierverbots-Zonen. Es gibt keinen Grund dafür, mit klebrigen Krapfen oder einer offenen Sektflasche durch den Server- oder Druckerraum zu toben. Diese Orte sind für alle Mitarbeiter, die Karneval feiern wollen, tabu. Denn ein veritabler Feuchtigkeitsschaden am Server könnte verheerende Auswirkungen haben.
  • Ermahnen Sie Ihre Mitarbeiter zur Vorsicht. Wenn in Büros gefeiert werden darf, sollten empfindliche Geräte weggeräumt oder abgedeckt werden. Knabberzeug und Flüssigkeiten sollten nicht neben Rechnern und Bildschirmen aufbewahrt oder konsumiert werden. So viel Verantwortungsbewusstsein können Sie von Ihren Beschäftigten verlangen.

Viertens: Organisieren Sie rasch noch ei­ne Fir­men­feier

Falls Ihnen jetzt erst aufgehen sollte, wie sehr die Karnevalsstimmung Ihren Betrieb in Mitleidenschaft ziehen könnte: Leiten Sie die Feierlaune doch noch in geordnete Bahnen. Dafür können Sie kurzfristig eine Party im Unternehmen organisieren und die Aktion in Räume verlegen, die sich dafür eignen. Oder Sie laden die Beschäftigten zu einem Ausflug ein. Vor allem in Karnevalshochburgen empfiehlt es sich, einfach gemeinsam die Umzüge anzuschauen und anschließend irgendwo etwas zu trinken. Und wenn es dafür schon zu knapp ist: Vielleicht lässt sich die Stimmungsbombe Karneval auf diese Weise wenigstens im nächsten Jahr entschärfen.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.