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DATEV schaltet im Herbst das Fax ab

Eine technische Um­stellung ver­än­dert die Welt des Fax­ver­sands. Durch neue Über­tragungs­we­ge kann das Fax kün­ftig un­voll­stän­dig oder gar nicht beim Adres­sa­ten an­kom­men. DATEV wird da­her das Fax ab­schalten.

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Was waren das noch für Zeiten, in denen Praktikanten Faxe sortiert und gestapelt haben – und damit durchaus gut beschäftigt waren. Denn täglich wurden viele Faxe quer durch die Republik und darüber hinaus versendet. Angebote, Auftragsbestätigungen, lästige Werbung – all das und viel mehr fand als Fax munter seinen Weg durch das Kabelwirrwarr. Und kam schnell, zuverlässig und vollständig beim Adressaten an. Das war damals, denn die Zukunft sieht anders aus.

Damals, das war ISDN. Die Zukunft – und für die meisten Unternehmen auch schon die Gegenwart – nennt sich All-IP. Dieser Technologiewechsel des Übertragungsweg wird spätestens in diesem Jahr auch für den letzten Großkunden der Deutschen Telekom vollzogen sein. Für den Faxversand hat das erhebliche Auswirkungen.

Aus einer konstanten Verbindung werden viele kleine Pakete

Vereinfacht ausgedrückt lohnt sich ein Vergleich mit der deutschen Postbranche: Früher wurden quasi alle Produkte einer Bestellung über die Deutsche Post auf einem vorher definierten Weg an den Adressaten versendet. Mittlerweile aber können einzelne Produkte derselben Bestellung nicht nur über die Deutsche Post (DHL). Sie werden auch über andere Paketdienstleister wie Hermes, GLS, DPD oder UPS verschickt . Das heißt in der Konsequenz: Eine Bestellung wird in viele kleine Pakete aufgeteilt, die auf unterschiedlichen Wegen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten beim Empfänger ankommen – im schlimmsten Fall auch gar nicht oder nur unvollständig.

Beim Faxversand ist das ähnlich: Bei der alten ISDN-Technologie werden alle Informationen des Faxes kontinuierlich auf einem zuvor definierten, konstanten Übertragungsweg zum Empfänger übermittelt. Bei der neuen All-IP-Technologie allerdings werden alle Informationen des Faxes in verschiedene Pakete gepackt. Diese nehmen unterschiedliche Wege zum Empfänger. Für den Empfänger heißt das: Informationen können verloren gehen, so dass ein Fax nur unvollständig bei ihm ankommt oder die Übertragung ganz abbricht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fehler auftritt, steigt mit der Anzahl der übertragenen Seiten bezwiehungsweise mit der Dauer der Verbindung.

Wie geht’s weiter mit dem Fax?

Klare Antwort: im besten Fall gar nicht. Mehrere Datenschutzbehörden und IT-Sicherheitsexperten warnen davor, Faxe weiterhin zu verwenden. Laut dem Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz kann eine Fehlzustellung,  gravierende Folgen für den Absender, Empfänger und Betroffene haben. Das gilt insbesondere bei der Übertragung von Telefaxen mit besonders schutzwürdigem Inhalt, etwa sensiblen personenbezogenen Daten wie Sozial-, Steuer-, Personal- oder medizinischen Daten. Eine unverschlüsselte Datenübertragung sollte deshalb unterbleiben. Am Rande der Jahrestagung des Chaos Computer Club im Dezember 2018 fasste der IT Security Researcher Yaniv Balmas die Situation des Faxgeräts wie folgt zusammen: „Es ist an der Zeit, der Fax-Technik den ihr zustehenden Platz im Museum zuzuweisen.“

Allgemein gilt der Konsens, dass eine Übertragung von weniger als fünf Seiten innerhalb des Providernetzes im Regelfall unproblematisch sein sollte. Für eine Übertragung von mehr als fünf Seiten können Probleme hingegen vorprogrammiert sein. Sollten Sender und Empfänger nicht denselben Provider nutzen (der eine also zum Beispiel Telekom, der andere Vodafone), gilt eine fehlerfreie Übertragung auch bei weniger als fünf Seiten als unwahrscheinlich. Die Kommunikation via Fax wird also über kurz oder lang zu einem technischen Vabanquespiel. Zwar gibt es auch technische Möglichkeiten, die Übertragung zu verbessern. So ließe sich zum Beispiel auf ein Faxgerät mit dem sogenannten T.38-Protokollstandard aufrüsten. Eine Restunsicherheit bleibt allerdings bestehen; auch, weil der Sender nicht weiß, ob der Empfänger ebenso über diesen verbesserten T.38-Standard verfügt.

Provider und Datenschützer empfehlen daher dringend, für den geschäftlichen Kommunikationsverkehr rechtssichere Alternativen zum Fax zu suchen. Auch DATEV ist natürlich von der Umstellung betroffen. Als Großkunde der Deutschen Telekom hat die Genossenschaft allerdings noch bis Ende 2019 Zugriff auf die alte ISDN-Technologie. Dennoch wird DATEV voraussichtlich im Herbst dieses Jahres den Kommunikationskanal Fax endgültig abschalten. Die Genossenschaft befasst sich bereits jetzt intensiv mit zeitgemäßen und sicheren alternativen Kommunikationswegen und wird seine Geschäftspartner darüber rechtzeitig informieren.

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