Wirtschaft & Recht

Bestands­auf­nah­me per In­ventur dient auch der Un­ter­neh­mens­führung

Jedes bi­lan­zie­ren­de Un­ter­neh­men muss ein­mal pro Jahr ei­ne Be­stands­auf­nah­me ma­chen. Auch aus wirt­schaft­li­chen Grün­den ist ei­ne In­ven­tur sinn­voll. Des­halb grei­fen vie­le Fi­rmen mitt­ler­wei­le re­gel­mä­ßig zum Ins­tru­ment der Inventur.

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Die Inventur betrachtet so mancher Unternehmer als notwendiges Übel. Schließlich muss jeder Kaufmann bei dieser jährlichen Bestandsaufnahme alle Vermögenswerte und Schulden listenmäßig erfassen, bezeichnen und bewertenAber die Inventur ist nicht nur gesetzliche Verpflichtung. Sie bietet auch die Gelegenheit, das eigene Wirtschaften zu überprüfen. Selbst nicht bilanzierende Unternehmen können mit einer freiwilligen Inventur die Basis legen, um beispielsweise die Bonität für ein Bankdarlehen zu erhöhen.

Inventur in drei Spiel­ar­ten

Im Mittelpunkt der Inventur steht das Zählen, Messen und Wiegen aller Bestände in einem Verzeichnis. Auch alle Schulden müssen übersichtlich im Inventar zusammengetragen werden. Wo eine körperliche Bestandsaufnahme nicht möglich ist, muss eine andere Erfassung her – zum Beispiel bei den Bankguthaben durch Kontoauszüge. Die Finanzverwaltung akzeptiert drei Varianten der Inventur.

Am bekanntesten ist die Stichtagsinventur – bei den meisten Unternehmen der letzte Tag des Jahres, also der 31. Dezember. Weil es schwierig ist, ausgerechnet an Silvester eine komplette Inventur vorzunehmen, bietet das Gesetz die Möglichkeit der zeitnahen Inventur, die innerhalb eines Zeitraums von zehn Tagen vor und nach dem Stichtag erledigt werden darf.

Perfektes Ti­ming für die Be­stands­auf­nahme

Eine zeitverschobene Inventur darf der Unternehmer innerhalb der letzten drei Monate vor dem Bilanzstichtag aufnehmen – oder innerhalb der ersten zwei Monate danach. Allerdings hat der Gesetzgeber bestimmte Warenbestände von der zeitverschobenen Inventur ausgeschlossen: Dazu zählen beispielsweise besonders wertvolle Dinge oder Gegenstände, bei denen unkontrollierte Verluste eintreten können – etwa durch Schwund oder weil sie verderben können oder leicht zerbrechlich sind. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Unternehmen sich diese Form der Inventur vom Finanzamt schriftlich genehmigen lassen.

Als dritte Möglichkeit steht die permanente Inventur zur Verfügung. Unternehmen, die eine gut organisierte Lagerbuchhaltung haben, können die Bestände aus der Software abrufen. Einmal in jedem Wirtschaftsjahr müssen jedoch die tatsächlichen Bestände mit den Soll-Beständen in der Buchhaltung abgeglichen werden. Voraussetzung für die permanente Inventur ist außerdem, dass in den Lagerbüchern alle Bestände sowie Zu- und Abgänge einzeln nach Tag, Art und Menge eingetragen und anhand von Belegen nachgewiesen sind.

Wichtig ist, jede Inventur gut vorzubereiten – am besten mithilfe des Steuerberaters, der auch die Spielregeln aller Inventurvarianten kennt. So sollten Unternehmer beachten, dass schon der Termin Einfluss auf den Ablauf und Inhalt der Inventur hat. Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser, um komplizierte Rückrechnungen auf den Bilanzstichtag zu vermeiden. Auch Personal muss entsprechend eingeteilt und geschult werden. Um sich die Arbeit zu erleichtern, sollten beim Erfassen der Vorräte geeignete Formulare eingesetzt werden – und auch der Rücklauf der Inventurbelege muss kontrolliert werden. Stellt die Inventur Abweichungen zwischen Soll- und Istbestand fest, führt dies zu einer Berichtigung des Sollbestands – und hat damit Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung.

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