Aus der DATEV-Welt

Vorsicht bei Datenschutz­auskunft

Derzeit sollen viele Unternehmer per Fax ein Abo abschließen für die vermeintliche Erfüllung rechtlicher Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung. Vorsicht Abzocke!

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Firmensitz auf Malta

Doch genau das ist nicht der Fall, denn bei den Hintermännern der unseriösen Faxe handelt es sich keineswegs um irgendeine auch nur halbwegs offizielle Stelle. Vielmehr steckt hinter der „Datenschutzauskunft-Zentrale“ Medienberichten zufolge eine Firma mit Sitz auf Malta, die offenbar nur eines im Sinn hat: teure Abos zu verkaufen.

Denn für 498 Euro zuzüglich Umsatzsteuer – so steht es umständlich formuliert im Kleingedruckten – erwirbt der Betroffene dafür angeblich ein „Leistungspaket Basisdatenschutz“, das unter anderem Checklisten, Informationsmaterial und Muster rund um die DS-GVO enthalten soll. Die bittere Pointe: Solche Materialien, Checklisten oder Verzeichnisse sind teils auf den Webseiten staatlicher Stellen oder vertrauenswürdiger Unternehmen kostenlos erhältlich. Offizielle Stellen wie Landesämter für DatenschutzaufsichtVerbraucherschützer, Verbände wie IHKsHandwerkskammern oder der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität warnen denn auch eindringlich davor, die Schreiben zu unterzeichnen und zurückzusenden.

Ruhig bleiben, nicht zahlen, Anwalt einschalten

Doch was, wenn das schon geschehen ist? Generell gilt als Anhaltspunkt: Ruhe bewahren, mögliche Rechnungen oder Mahnungen nicht bezahlen, sondern sich mit einem Anwalt in Verbindung setzen und den Vertragsabschluss schnell widerrufen.

Dass es auch aufgrund der allgemeinen Verwirrung rund um die DS-GVO nun zu solchen Vorfällen kommt, bedeutet indes natürlich nicht, dass die neuen Regelungen nicht mehr gelten und Unternehmen nicht den Vorgaben der DS-GVO entsprechen müssen. Seien Sie aber auf jeden Fall vorsichtig, wenn Sie sich durch ein Angebot bedrängt fühlen, etwa durch enge Fristen. Und übrigens: Die Pflichten durch die DS-GVO sind auch ganz ohne teure Abos zu erfüllen. Vieles, was Sie zur Datenschutz-Grundverordnung wissen müssen, finden Sie beispielsweise bei den zuständigen Landesämtern oder auch unter www.datev.de/dsgvo.