Technologie

Smart Home und Smart Living lassen die Kassen klingeln

Der Trend zum Smart Home eröffnet Unternehmern im Elektro- oder SHK-Handwerk neue Chancen. Messen wie die IFA bieten einen guten Überblick über neue digitale Produkte und Dienstleistungen.

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Nur die Abkürzung erinnert noch an alte Zeiten: IFA stand einmal für Internationale Funkausstellung, gezeigt wurden bei einer der ältesten Industriemessen Deutschlands neue Entwicklungen in der Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik – vor allem, wie der Name schon sagte, Fernseher und Radios sowie Hifi- und Videogeräte plus alles, was zum guten Empfang, Bild oder Klang gehört. Neuerdings lautet das Messemotto „Consumer Electronics Unlimited“, und an den Messeständen sowie bei Fachveranstaltungen geht es verstärkt um Digitalisierung – nicht der Unterhaltungselektronik, sondern des gesamten privaten Umfelds. Stichworte wie Smart Home, Smart Health und Smart Living liefern vielen Firmenchefs gute Gründe für einen Abstecher zur IFA: Hier können etwa Handwerker aus dem Elektro-, Sanitär- oder auch Gesundheitsbereich sehen, mit welchen auf der Digitalisierung basierenden Produkten oder Dienstleistungen sich künftig Kunden gewinnen lassen.

Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle

Optisch mögen weiter imposante UHD-Fernseher die Messe dominieren – inhaltlich kann sie für Unternehmer eine wertvolle Quelle für Service-Innovationen sein oder für die Entscheidung, welche digitalen Angebote künftig unbedingt ins Sortiment gehören. Beim Innovation-Hub IFA NEXT etwa gibt es Startup-Sessions zu den Themen Digital Health, IoT, Wearables, Smart Home, Future Mobility, Virtual und Augmented Reality. Hier können Firmenchefs erfahren, welche Trends möglicherweise bald ihre Branche erschüttern, sei es in Form neuer Produkte, neuer Dienstleistungen für die Kunden oder auch ganz neuer Arten des Arbeitens. Ebenso interessant sind die IFA Business Days, bei denen Aussteller und Besucher die Chance haben, durch von der IFA organisierte Meetings gezielt potenzielle Geschäftspartner zu treffen.

Elektro- und SHK-Handwerk profitieren vom Smart Home

Nicht zuletzt der Besuch solcher Messen oder Fachveranstaltungen dürfte dafür gesorgt haben, dass zunehmend auch in kleinen Betrieben quer durch alle Wirtschaftsbereiche das Verständnis für die Bedeutung der Digitalisierung steigt. Immerhin ein Viertel der Unternehmer im Handwerk etwa begreift die Digitalisierung
das Gesundheitshandwerk sieht besonders große Chancen in der Digitalisierung
inzwischen als Chance, jedoch je nach Branche sehr unterschiedlich ausgeprägt. Im Gesundheitsbereich sind es laut einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) 47 Prozent, im Ausbaugewerbe nur 24 Prozent. Das erstaunt, schließlich bietet gerade das Smart Home viele Möglichkeiten, um den Komfort für den Kunden zu erhöhen und ihn so zu begeistern. Dabei geht es nicht nur ums Steuern der Rollläden oder Heizkörper, sondern beispielsweise auch um intelligente Badarmaturen, die einen Wasserschaden verhindern können. Neben Elektrohandwerkern würden damit auch Unternehmer der Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik-Branche (SHK) abseits der Wärmeversorgung zu den Profiteuren des Trends zum Smart Home. Wer nach Ideen für smarte Geschäftsmodelle sucht, kann sich unter anderem von einer Broschüre des Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW) inspirieren lassen. Der Smart Home Award zeigt ebenfalls, mit welchen guten Einfällen sich kleine Betriebe große Wettbewerbsvorteile sichern. Aber Voraussetzung für derartige Geschäftsmodelle ist natürlich immer, dass man die IT-Sicherheit im eigenen Betrieb sowie beim Einbau entsprechender Lösungen bei den Kunden im Griff hat. Wer Geräte mit dem Internet verbindet, sollte dem Auftraggeber umfassende Beratung in Sachen IT-Sicherheit geben und sie selber liefern können.

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.