Steuern & Finanzen

Darum ist es Zeit für eine Dauerfristverlängerung

Peu à peu wurden erst Schonfristen abgeschafft und zuletzt Zuschläge und Gebühren bei Fristversäumnissen erhöht. Unternehmer haben mehr Grund denn je, eine Dauerfristverlängerung zu beantragen.

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Auf Dauer die Frist zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen um einen Monat zu verschieben – das ist der Sinn einer Dauerfristverlängerung. Klar: Zeit ist Geld. Doch über die Jahre fällt der per Dauerfristverlängerung erzielte finanzielle beziehungsweise Liquiditätsvorteil  bei vielen Unternehmen nicht üppig aus. Das gibt die um einen Monat spätere Voranmeldung und Vorauszahlung der Umsatzsteuer nicht her. Ihr Sinn liegt woanders: Mit der Zeit haben sich die guten Gründe für eine Dauerfristverlängerung summiert. So wurden schon 2003 die Abgabe-Schonfristen abgeschafft und die Zahlungs-Schonfristen verkürzt. Anfang 2018 haben sich dann die Verspätungszuschläge erhöht. Dazu kam ein Verzögerungsgeld, das Finanzämter einem Steuerpflichtigen aufbrummen können, der angeforderte Unterlagen nicht in der genannten Frist vorlegt. Wer die Umsatzsteuervoranmeldung verspätet abgibt, riskiert sofort Ärger mit der Bußgeld- und Strafsachenstelle. Dabei gerät, wer nicht diszipliniert taggenau bucht, leicht in Verzug. Es gibt also gute Gründe, die Dauerfristverlängerung zu beantragen – und die so gewonnene Zeit weise zu nutzen.

Grundsätzlich gilt die Dauerfristverlängerung dauerhaft

Wer seine Steuerangelegenheiten einem Steuerberater übertragen hat, dürfte über diesen wahrscheinlich bereits im Genuss einer Dauerfristverlängerung sein. Wer sich nur mit Gestaltungs- und Detailfragen an den Steuerberater wendet, kann selbst die Dauerfristverlängerung beantragen. Seit Anfang 2013 jedoch nur auf elektronischem Weg mit einem entsprechenden Zertifikat über Elster Online. Umsatzsteuervoranmeldungen und -vorauszahlungen sind so einen Monat später fällig als ohne Dauerfristverlängerung, Stichtag bleibt der 10. des Monats. Und zwar auf Dauer. Eine genehmigte Dauerfristverlängerung gilt, bis der Unternehmer den Antrag zurücknimmt oder das Finanzamt die Dauerfristverlängerung von sich aus widerruft.

Bei Problemen wird die Dauerfristverlängerung widerrufen

Das Finanzamt darf nach § 46 UStDV einen Antrag auf Dauerfristverlängerung ablehnen. Oder eine genehmigte Dauerfristverlängerung widerrufen, falls der Steueranspruch gefährdet erscheint. Im Gesetzestext zur Dauerfristverlängerung steht nicht mehr. Es ist aber logisch und ein Erfahrungswert von Steuerberatern, dass der Fiskus die Entscheidung zum Widerruf einer Dauerfristverlängerung vom Verhalten des Unternehmers abhängig macht. Das Finanzamt kann von einer Gefährdung des Steueranspruchs ausgehen, wenn Umsatzsteuervoranmeldungen nicht oder verspätet abgegeben werden, sei es nun mit oder ohne Dauerfristverlängerung. Gleiches gilt für die angemeldeten Vorauszahlungen. Bei nachhaltigen, nicht nur vorübergehenden Steuerrückständen darf das Finanzamt die Dauerfristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung widerrufen, urteilte das Finanzgericht Hamburg. Mit der Dauerfristverlängerung haben Unternehmer also noch einen wichtigen Grund mehr dafür, ihre Steuererklärungen und -zahlungen stets pünktlich und zuverlässig an das Finanzamt zu leisten.

Nach Antrag auf Dauerfristverlängerung ruhig nachhaken

Bevor Unternehmer nach dem Antrag auf Dauerfristverlängerung beginnen, ihre monatliche oder quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldung und -vorauszahlung mit Blick auf die Dauerfristverlängerung einen Monat später abzuschicken, sollten sie sicherheitshalber im Finanzamt nachfragen, ob das in Ordnung ist. Zwar geht durch den Antrag über Elster kein Brief auf dem Postweg verloren – die Versandbestätigung sollten Unternehmer ausdrucken. Wer seinen Antrag auf Dauerfristverlängerung aber vielleicht recht kurzfristig gestellt hat, sollte sich trotzdem zur Vorsicht versichern, ob alles glatt gelaufen ist. Denn das Finanzamt stellt keinen Bewilligungsbescheid für eine Dauerfristverlängerung aus – Unternehmer bekommen nur eine Antwort, wenn das Finanzamt den Antrag auf Dauerfristverlängerung ablehnt.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter ladygodiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.