Wirtschaft & Recht

Der Fiskus hat eine neue Ad-hoc-Prüfung im Repertoire

Die Anforderungen an die elektronische Kasse sind gestiegen. Die Bundesregierung will so den Steuerbetrug eindämmen – bald mit unangekündigten Betriebsprüfungen der Kasse.

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Das war klar: Zu den zum Jahresbeginn erneut gestiegenen Anforderungen an die Ladenkasse gesellt sich mit der Kassen-Nachschau eine weitere unangekündigte Betriebsprüfung hinzu. Die Kasse muss nicht mehr nur lückenlos geführt und jederzeit kassensturzfähig sein – künftig brauchen Ladeninhaber für ihre elektronische Kasse auch manipulationssichere Software. Sinn und Zweck trägt das „Gesetz gegen Steuerhinterziehung durch elektronische Ladenkassen“ bereits im Namen. Dass hier auch mit mehr Kontrolle zu rechnen ist, scheint da logisch.

Angekündigte Betriebsprüfung mit Steuerberater vorbereiten

Normalerweise kündigen Finanzamt und Sozialversicherungsträger eine Betriebsprüfung schriftlich an. Unternehmer können sie mit dem Steuerberater besprechen und gegebenenfalls erfragen, was beziehungsweise für welchen Zeitraum geprüft wird, um sich gezielt vorzubereiten. Bei wichtigen Gründen – etwa Umbauarbeiten, Erkrankung oder einem längeren Urlaub, der sich nicht verschieben lässt – können sie sogar beantragen, den Termin für die Betriebsprüfung zu verschieben oder die Prüfung in die Räume der Finanzbehörde zu verlegen.

Kassen-Nachschau kann zur regulären Außenprüfung werden

Keine Chance zur Vorbereitung lässt dagegen die unangekündigte Nachschau. Seit Jahren gefürchtet ist der Besuch des Betriebsprüfers zur Umsatzsteuer-Nachschau. Seit 2015 gibt es zusätzlich die Lohnsteuer-Nachschau als unangekündigte Prüfung. Und künftig dann die Kassen-Nachschau. Bei der müssen Unternehmer dem Prüfer auf Verlangen „Aufzeichnungen, Bücher sowie die für die Kassenführung erheblichen sonstigen Organisationsunterlagen“ vorlegen und ihm Auskunft erteilen. Dabei besteht wie bei allen Nachschauen das Risiko, dass der Betriebsprüfer zu einer regulären Außenprüfung übergeht – das muss er aber schriftlich mitteilen.

Kooperationsbereitschaft bedeutet nicht gleich Auskunft

Wegen des wachsenden Risikos überraschender Kontrollen ist es wichtig, dass Firmenchefs allzeit gut vorbereitet sind. So vermeiden sie es, ihr Unternehmen durch Fehler, Nachlässigkeit oder im Fall der Kasse auch durch technische Defekte in eine schwierige Situation zu bringen. Die Kasse – und natürlich generell die Buchhaltung – sollte stets top in Ordnung sein. Für den Fall, dass der Chef nicht im Laden und womöglich nicht erreichbar ist, gehört die Telefonnummer des Steuerberaters und am besten auch gleich ein unbenutzter USB-Stick für den vom Betriebsprüfer verlangten Datenexport in die Schublade. Sicher schadet auch eine Checkliste nicht, was im Fall einer Nachschau vom Mitarbeiter zu beachten ist. Was darauf nicht fehlen darf und was der Unternehmer für den Fall der Fälle vorbereitet haben sollte, gehört ins nächste Gespräch mit dem Steuerberater – falls nicht schon geschehen. Mitarbeiter sollten sich kooperativ zeigen, aber nie Auskunft geben, bevor der Steuerberater seine Zustimmung erteilt hat.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.