Personal & Führung

Ob Swopper, Laufband oder Pedale – Hauptsache bewegt

Manche Büromöbel vereinen die Vorzüge eines Trainingsgeräts, Möbels und Bürohundes in sich. Am wichtigsten ist aber, dass Sie sie richtig einsetzen. Gleich nächstes Jahr am besten.

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Geht Ihnen das auch so? Wenn sich das Jahr dem Ende nähert, wird mir bewusst, wie viele meiner guten Neujahrsvorsätze ich nicht umgesetzt habe. Diesmal passierte es beim Lesen eines Artikels über Radeln am Schreibtisch. Der neueste Trend. Mit Fahrradsitzen vor dem Computer will die Deutsche Telekom die Gesundheit ihrer Mitarbeiter verbessern. Die Angestellten können bei der Arbeit in die Pedale treten. Vermutlich eine gute Idee: Laut einem Report der Deutschen Krankenversicherung handeln sich viele Beschäftigte mit durchschnittlich siebeneinhalb Stunden langem Sitzen pro Tag oft Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Übergewicht und insbesondere Muskel-Skelett-Erkrankungen ein. Letztere sind bei der Telekom ein Hauptgrund für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Daher jetzt also die Initiative für mehr Bewegung im Arbeitsalltag.

Vorsätze sollten präzise und konkret sein

Radeln am PC war ein Déjà-vu, das mich nachdenken ließ: War da nicht …? Wollte ich nicht …? Hatte ich nicht mal vor …? Genau: Ich hatte vor, mich um ein Stehmöbel für meinen Arbeitsplatz zu kümmern. Gut ein Jahr ist das her. Da war es gerade der angeblich letzte Schrei, am PC zu stehen oder noch besser zu gehen, etwa auf einem Laufband. Sitzen sei so ungesund wie Rauchen, hatte man damals gepredigt. Ich bewege mich viel, aber die erdrückende Beweislast der Bewegungsmuffelstudien des vergangenen Jahres überzeugte mich auch von zusätzlichen Lösungen. Nur eben nicht nachhaltig: Der gute Vorsatz war bis zur Lektüre des Telekom-Beispiels schlicht in Vergessenheit geraten. Er war auch – zugegeben – nie sehr konkret. Möglichst präzise müssen Sie gute Vorsätze schon gestalten, wenn Sie tatsächlich im neuen Jahr anders handeln wollen als bisher.

Auf Sitzbälle im Büro besser verzichten

Ich behalte das mit dem Stehtisch im Hinterkopf – wirklich praktikabel ist es bei meinem fenster- und dachschrägenahen Computerarbeitsplatz nicht. Außerdem treibe ich zwischendurch viel Sport. Insofern reicht es vielleicht, wenn ich mich weiter mit einem ergonomisch gestalteten Schreibtischstuhl begnüge. Vor Jahren habe ich mal einen Sitzball ausprobiert. Der hat aber mehr Nach- als Vorteile – was im Nachhinein auch erklärt, warum er damals recht schnell in der Ecke landete. Immerhin: Ein Sitzball beseitigt die schlechte Angewohnheit, die Beine übereinanderzuschlagen oder unter den Stuhl zu ziehen. Während ich das schreibe, entknote ich meine Füße und schiebe sie unter meinem Stuhl hervor. Scheinen also doch für etwas gut zu sein, die Bälle – oder zumindest Artikel darüber. Für Kinder in der Schule eignen sie sich vielleicht als Sitzgelegenheit. Im Büro sollten Sie die Bälle aber eher meiden. Lustig klingt der Erfahrungsbericht über den Swopper, eine Kreuzung aus Sitzball, Hockerstuhl und Bürohund – zumindest was den kommunikativen Aspekt im Büro betrifft.

Gut sind dynamisches Sitzen und Rückenübungen

Worauf genau Sie sitzen, scheint gar nicht so entscheidend zu sein, schreibt die „Ärztezeitung“. Wichtiger ist offenbar, dass das Sitzmöbel zu dem Zweck passt, für den sich ein Mitarbeiter, Kunde oder Patient – etwa im Wartezimmer – daraufsetzt. Was sinnvoll ist, dafür hat die Verwaltungsberufsgenossenschaft VBG ein paar Tipps. Entscheidend ist auch beim Sitzen ohnehin: die Bewegung, dynamisch zu sitzen sowie immer wieder aufzustehen. Das beugt Rückenschmerzen vor, fördert die Konzentration und hält allgemein gesünder. Auch Sport und gezielte Übungen sind gut für den Rücken. All die Dinge eben, die wir uns immer wieder mal zu tun vornehmen. Sie auch, geben Sie es ruhig zu! Oder wie war das mit der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter? Wollten Sie sich um die nicht auch schon längst mal kümmern? Das neue Jahr wäre eine hübsche Gelegenheit dafür.
Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und alles Gute für 2017.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter ladygodiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.