Steuern & Finanzen

Haben Sie auch an Steuer und Versicherung gedacht?

Richtig schön feiern lässt sich auch auf den letzten Drücker. Aber wer eine Weihnachtsfeier veranstaltet, muss für ausreichenden Versicherungsschutz sorgen und steuerliche Details bedenken.

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In knapp zwei Wochen brennen die Kerzen, die den Christbaum schmücken – und nach der Bescherung am 24. Dezember macht sich in den Wohnzimmern hoffentlich eine entspannte Weihnachtsstimmung breit. Bis dahin aber läuft so mancher noch auf Hochtouren: Unternehmer wollen ihre Kunden bis zum letzten Moment zufriedenstellen, Angestellte möglichst viel vor den Feiertagen wegarbeiten, zahlreiche Menschen noch Geschenke für die Lieben besorgen. Und irgendwo wird in den nächsten zehn Tagen oft auch noch die obligatorische Weihnachtsfeier dazwischengequetscht, sei es in Form eines informellen Umtrunks mit Abteilungskollegen oder in einem – sicher schon seit Wochen oder gar Monaten reservierten – Lokal inklusive leckerem Essen und vielleicht sogar Showeinlage.

Bei Weihnachtsfeiern immer an Steuerfreibetrag denken

Richtig schön feiern lässt sich auch auf den letzten Drücker, das betonen wir an dieser Stelle immer wieder gerne. Wichtig ist nur, dass das gesellige Beisammensein eine freiwillige Übung ohne diskriminierenden Charakter ist und niemand wegen seines Glaubens oder aus anderen Gründen ausgeschlossen wird – das könnte schnell als Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstanden werden und zu einem juristischen Nachspiel führen. Außerdem müssen natürlich die steuerlichen Regeln eingehalten werden, die für Betriebsfeiern gelten. Wenn Sie unsicher sind, was die rechtlichen Aspekte angeht oder wie es mit dem Absetzen der Kosten als Betriebsausgaben beziehungsweise dem Steuerfreibetrag pro teilnehmenden Mitarbeiter aussieht, sollten Sie noch mit dem Anwalt oder Steuerberater reden.

Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung greifen lassen

Sinnvoll wäre auch ein Gespräch mit dem Anwalt über eine Frage, die bei oder nach Weihnachtsfeiern immer wieder aufkommt: Was ist im Hinblick auf die Versicherung der Teilnehmer zu beachten? Hilfreich finde ich zwei grundsätzliche Tipps, die das Magazin „CIO“ gibt: Erstens sollten die Mitarbeiter per Hausmitteilung schriftlich eingeladen werden. So ist der offizielle Charakter der Veranstaltung dokumentiert, Teilnehmer sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Wollen in größeren Betrieben die Mitarbeiter einer Abteilung gemeinsam feiern, sollten sie um Zustimmung der Geschäfts- oder Bereichsleitung bitten, damit die Unfallversicherung gilt. Stimmen die Formalien, ist der Schutz der Unfallversicherung relativ weitreichend und erfasst beispielsweise auch die Winterwanderung einer Abteilung, hat unlängst das Bundessozialgericht entschieden. Außerdem ist es sinnvoll, dass der Arbeitgeber bei weit außerhalb stattfindenden Veranstaltungen eine Rückfahrgelegenheit organisiert – so kommt er seiner Fürsorgepflicht nach.
Egal, wie hektisch die nächsten Tage noch werden – für die Klärung solcher Fragen muss Zeit sein, um Ärger oder Kosten zu vermeiden.

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.