Personal & Führung

Silicon Valley als Sprungbrett in den globalen Markt

Jörg Lamprecht hat nie bezweifelt, dass er mit Dedrone den US-Markt erobern würde. Ein Jahr nach Gründung ging er mit seiner Familie ins Silicon Valley, heute ist San Francisco Hauptsitz seines Unternehmens.

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Wer ein umzäuntes Grundstück besitzt, ist potenzieller Kunde unseres DroneTracker – heutzutage muss er auch den Luftraum darüber sichern. Daher überraschte es mich, dass es im Silicon Valley noch kein Unternehmen wie Dedrone gab. Für mich sowie meine Mitgründer Ingo Seebach und Rene Seeber war dies ein Grund mehr, in den USA so schnell wie möglich Fuß zu fassen. Der Großraum San Francisco ist der Ort, an dem die größten Unternehmen entstehen. Jährlich versuchen gut 200.000 Gründer ihr Glück in einer Stadt, die nur 700.000 Einwohner hat. Alles hier ist sehr dicht und vernetzt, die ganze Atmosphäre wahnsinnig inspirierend, jung und quirlig. Für uns war von Anfang an klar, dass wir genau hier einen lokalen Investor finden müssen, um den US-Markt zu erobern sowie die Globalisierung voranzutreiben.

Wer investiert und Mitarbeiter einstellt, darf bleiben

Diese Aufgabe war von Anfang an Chefsache. Zusammen mit meiner Frau und meinen beiden Kindern verließ ich daher meine Komfortzone, sprich unser Haus in Kassel und unser etabliertes Leben, um in San Francisco das Geschäft aufzubauen. Für die Einreise reichte eine Electronic System for Travel Authorisation (ESTA-Genehmigung). Sie entspricht einem Visum, der Reisepass wird dafür nicht gestempelt. Man kann die ESTA-Genehmigung bis 72 Stunden vor Abreise über die Visumszentrale beantragen. Mit dieser Genehmigung in der Tasche darf man drei Monate in den USA bleiben und dort auch Geschäfte machen. Inzwischen habe ich ein unbegrenzt verlängerbares E2-Visum. Das erhält, wer in den USA investiert und Mitarbeiter einstellt.

Eigene Büroräume sind zunächst nicht erforderlich

Im Silicon Valley zogen wir in eine winzige Wohnung. Das ist üblich hier. Viele Gründer leben in kleinen Apartments in umgebauten Fabrikhallen und machen ihre Geschäfte zunächst bei Starbucks oder in anderen Cafés und Restaurants, wo es freies WLAN gibt. Leicht erkennbar sind sie an ihren Strickmützen auf dem Kopf, dem Smartphone am Ohr und dem Notebook vorm Gesicht. So habe ich auch angefangen. Die Kunden lernt man kennen, indem man sie besucht. Die quirlige Atmosphäre birgt allerdings auch die Gefahr, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Jeden Abend finden hier Partys statt, bei denen man scheinbar oder wirklich wichtige Menschen treffen und mit ihnen quatschen kann – allzu oft verliert man dabei aber nur kostbare Zeit.

Gründer müssen sich auf das Wesentliche konzentrieren

Ich habe mich auf das Wesentliche konzentriert, keine Gründerparty besucht und bisher auch keinen Urlaub gemacht. Dafür haben wir hier ein schlagkräftiges Team aufgebaut. Im April wechselte beispielsweise Sebastian Blum als Vice President of Business Development zu Dedrone. Er lebt seit zehn Jahren im Silicon Valley, kennt die richtigen Leute und baut weitere strategische Partnerschaften für uns auf. Der persönliche Einsatz hat sich gelohnt. Im April haben wir unseren Hauptsitz nach San Francisco verlegt. Von hier aus vertreiben wir den DroneTracker, der in Kassel produziert wird, in über 50 Länder. Ohne das Klinkenputzen und Engagement vor Ort hätten wir es nicht geschafft, die hier ansässige Investmentgesellschaft Menlo Ventures, eine der größten Venture-Capital-Agenturen der Welt, von unserem Produkt zu überzeugen. Weil Menlo mit zehn Millionen Dollar eingestiegen ist, können wir die Internationalisierung vorantreiben.

Vita:

Jörg Lamprecht ist Existenzgründer aus Leidenschaft. Dedrone ist bereits sein drittes Unternehmen. Inzwischen bezeichnet sich das Unternehmen als weltweiten Marktführer für Drohnen-Detektion.

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