Technologie

Bedrohung durch Phishing und Vernetzung ernst nehmen

Bei der Internationalen Funkausstellung wurden tolle Geräte präsentiert. IT-Sicherheit spielt bei der IFA aber keine große Rolle. Dabei können Smart Home und Wearables als Einfallstor für Hacker dienen.

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Wie passend: Kaum bin ich mal wieder das Ziel eines – in diesem Fall ziemlich stümperhaften – Versuchs, mit einer gefälschten Bank-E-Mail die Zugangsdaten zu einem Onlinekonto zu ergaunern, da toppt das Magazin „CIO“ dies noch mit einer Zusammenstellung der lustigsten Phishing-Mails. Klar, angesichts Hunderter oder sogar Tausender Opfer kann eigentlich von „lustig“ keine Rede sein. Aber einige Mails sind wirklich zum Schreien komisch und veranlassen mich schon zur Frage, wie jemand darauf reinfallen kann. Oft erkennt man die Fälschung schon an einem Absender, der aus einer sinnlosen Kombination von Zahlen und Buchstaben besteht. Oder die Originaladresse wird kreativ, aber eben auch fragwürdig um Begriffe wie „Service“ oder „Kundendienst“ ergänzt, und die Länderkennung lautet nicht auf „de“ oder „com“, sondern auf „rw“ oder „vn“. Warum sollte etwa eine deutsche Bank ihre Mails aus Ruanda oder Vietnam verschicken?

Phishing erschwert die Kommunikation via E-Mail

Klar – Phishing ist eine wahre Plage und erschwert die Arbeit mit dem Kommunikationskanal E-Mail. Viele Angriffe sind auf die Jahreszeit abgestimmt: Zu Weihnachten etwa wird gerne um Spenden gebettelt; oder sie greifen aktuelle Themen auf, beispielsweise die Umstellung im Zahlungsverkehr auf das SEPA-Verfahren. e-mail-verschluesselungNeuerdings, warnt das österreichische Bundeskriminalamt, werden mit Schadsoftware verseuchte Mails verschickt, die sich als Bewerbung tarnen und so die Angst vieler Unternehmer vor dem drohenden Fachkräftemangel ausnutzen. Solche Schreiben gehören ebenso in eine moderne Virenprüfung wie vermeintliche Mahnungen zur Begleichung einer offenen Rechnung – seriöse Zahlungserinnerungen kommen kaum mit elektronischer Post. Wissenswertes zur sicheren E-Mail-Kommunikation erfahren Sie übrigens in der gleichnamigen Informationsbroschüre von DATEV und dem Verein „Deutschland sicher im Netz“.

Smart Home und Wearables sind IT-Sicherheitsrisiken

Was mich angesichts der digitalen Bedrohung durch Phishing und Viren für die E-Mail-Kommunikation im Besonderen und die IT-Infrastruktur im Allgemeinen erstaunt: Bei der heute zu Ende gehenden Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin war wenig von IT-Sicherheit die Rede. Klar, die Experten von Kaspersky waren da, mit denen konnte ich über die Jahre so manche interessante Diskussion führen. Aber ansonsten haben sich eher Dritte mit der Frage beschäftigt, ob zwei der großen Trends der diesjährigen Messe – sogenannte Wearable-Technologies sowie das Smart Home – durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen zum Einfallstor für Schadsoftware werden. Zum Thema für Unternehmer wird das spätestens dann, wenn sie die Fernbedienung von Heizung oder Rollläden in ihrem Büro künftig fernsteuern und das über das Firmennetzwerk laufen lassen wollen. Oder wenn sie ihre Mitarbeiter etwa mit smarten Brillen ausstatten, die zwar durch eingespiegelte Informationen die Montage oder Reparatur erleichtern, aber die dafür erforderlichen Daten eben auch von einem Firmenserver holen müssen.

Die Hersteller wollen den Datenschutz ernst nehmen

So interessant einige der IFA-Produktneuheiten auch waren, vom Brauroboter bis zum Turbosauger – die IT-Sicherheit hätte durchaus etwas mehr im Mittelpunkt stehen dürfen, zumal Mobilgeräte zunehmend privat wie beruflich genutzt werden und auch manche Apps für verschiedenste Zwecke eingesetzt werden. Google hat sich mit dem Thema schon beschäftigt. Wenigstens der Schutz privater Daten gewinnt für die Anbieter smarter Produkte langsam an Bedeutung: Bosch beispielsweise betont, dass ein neuer Geschirrspüler zwar bei Amazon automatisch neue Reinigungstabs nachbestellen kann – die dabei anfallenden Kundendaten würden aber nicht einfach an irgendeinen Cloud-Dienst weitergegeben.
Da kann ich nur sagen: hoffentlich.

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Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.

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