Personal & Führung

Vorsatz fürs neue Jahr: Prävention für die Mitarbeiter

Gerade die Beschäftigten kleiner Unternehmen leiden zunehmend unter Langzeiterkrankungen. Mit Präventionsangeboten können Sie dem sinnvoll gegensteuern. Das nützt auch Ihrem Betrieb, denn so reduzieren sich die Kosten für Fehlzeiten und Wiedereingliederung.

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Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon serviere ich Ihnen unerfreuliche Zahlen. Tut mir leid. Aber Sie müssen sich der Realität stellen, um Ihren Betrieb gut in Richtung Zukunft steuern zu können. Es gibt dann auch gleich noch eine gute Nachricht – versprochen. Also: Wie mies es um die Gesundheit der deutschen Lehrlinge bestellt ist, konnten Sie hier bereits lesen. Die wenig überraschende schlechte Nachricht ist: Bei der Gesundheit der älteren Mitarbeiter sieht es kaum besser aus. Zudem ist gerade in kleinen Unternehmen die Zahl der Fehltage besonders hoch, so der aktuelle BKK-Gesundheitsreport. Langzeiterkrankungen wie Rückenbeschwerden, Krebs, Diabetes oder psychische Störungen verursachen fast die Hälfte der Fehltage in deutschen Betrieben. Und die Zahl der daran Erkrankten, also für über sechs Wochen arbeitsunfähigen Beschäftigten, steigt weiter.

Viele Langzeiterkrankungen lassen sich verhindern

Und nun die gute Nachricht: Sie als Firmenchef können etwas dagegen tun. Prävention wirkt, das ist wissenschaftlich erwiesen und auch im Vergleich zwischen kleinen und großen Unternehmen belegt. Während sich bei bis zu neun Beschäftigten die Hälfte der Fehltage auf Langzeiterkrankungen zurückführen lässt, ist der Anteil bei großen Betrieben um zehn Prozentpunkte niedriger. Da finden sich bekanntlich umfassende Angebote mit verschiedensten Präventionsmaßnahmen. Die dienen nicht nur der Mitarbeiterwerbung und -bindung – in den Personalabteilungen hat sich herumgesprochen, dass die Kosten selbst für üppige Präventionsangebote sich rechnen, weil sie immer noch unter denen der sonst unvermeidlichen Fehltage liegen.

Sonst müssen Sie die Wiedereingliederung fördern

Abgesehen davon sind Sie als Arbeitgeber bereits seit Jahren dazu verpflichtet, langzeiterkrankten Mitarbeitern betriebliche Wiedereingliederungsmaßnahmen anzubieten. Die Techniker Krankenkasse hat das Wichtigste dazu übersichtlich zusammengestellt. Warum also nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und über ein rundes Angebot an die Beschäftigten nachdenken, das womöglich mittel- bis langfristig die ein oder andere längere Erkrankung verhindert? Was Sie anbieten könnten, darüber war hier ja bereits einiges zu lesen, allgemein wie auch spezieller mit Blick auf Suchterkrankungen oder auf psychische Erkrankungen wie die hierzulande zunehmende Depression. Wie sinnvoll Prävention ist, erklärt sich aus den Gründen für Langzeiterkrankungen: Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenleiden sowie psychische Störungen sind dem BKK-Report zufolge die häufigsten Ursachen. Auf diese beiden Krankheiten geht mehr als jeder zweite Krankengeldtag zurück – und die kann man mit guten Präventionskonzepten verhindern.

Machen Sie Ihren Mitarbeitern gute Angebote

Das erfordert weder Fitnessräume oder Inhouse-Entspannungsangebote noch einen angestellten Betriebsarzt. In Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern wäre das nicht realistisch. Aber Sie können Ihren Mitarbeitern beispielsweise steuerbegünstigt den Kurs in Rückengymnastik, das Anti-Stress-Training, die Ernährungsberatung oder den Yogakurs bezahlen. Bis zu 500 Euro pro Kopf und Jahr dürfen für betriebliche Gesundheitsförderung angesetzt werden, unter Umständen sogar mehr. Fragen Sie mal Ihren Steuerberater.
Und falls Sie sich mit anderen Unternehmen der Region zusammentun, können Sie für die Belegschaften vielleicht sogar ein Präventionsprogramm von einem Dienstleister zusammenstellen lassen. Die Mitarbeiter können entsprechende Beratungen und Kurse auf freiwilliger Basis in der Mittagspause oder nach Dienstschluss besuchen. In dafür angemieteten Räumen – vielleicht im Gemeindehaus, der Kindertagesstätte, der Turnhalle eines Sportvereins oder einer Schule? Warum nicht in Zusammenarbeit mit Vereinen, Innungen, Kammern oder Landschaftsverbänden vor Ort? Möglichkeiten gibt es viele. Fragen Sie mal herum – und sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern. Vielleicht haben die ja auch zum neuen Jahr den ein oder anderen guten Vorsatz gefasst, zu dem solche Präventionsangebote gut passen würden.
Foto: Fotolia

Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter ladygodiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.