Steuern & Finanzen

Verpflegungspauschale nicht für Snacks kürzen

Essen unterwegs ist nicht nur kulinarisch und organisatorisch ein Thema für sich, sondern auch steuerlich. Kostenlose Knabbereien im Zug oder Flugzeug beispielsweise gelten für den Fiskus nicht als Mahlzeiten, müssen bei der Abrechnung also steuerlich nicht gesondert betrachtet werden.

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Je nachdem, wo die Geschäftsreise hingeht, ist Mittagessen keine einfache Angelegenheit. Zumindest, wenn Sie – wie ich – mittags auf warm geeicht sind. Und dann auch noch Vorlieben haben. Auf die Idee, mittags Chips oder irgendwelche anderen Snacks zu essen, würde ich jedenfalls nicht kommen – höchstens im absoluten Notfall zur Überbrückung. Schokoriegel, Salzstangen, Gummibärchen oder auch Brezeln reichen als Hauptmahlzeit eben einfach nicht. Sie ersetzen kein Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Diese lebenspraktische Erkenntnis hat tatsächlich auch etwas mit der Reisekostenabrechnung zu tun.

Hauptmahlzeiten mindern die Verpflegungspauschale

Das Bundesfinanzministerium hat in einem Verwaltungsschreiben etwas klargestellt, das Sie als Unternehmer gleich zweifach betrifft: wenn Sie selbst auf Geschäftsreise gehen, mit Blick auf Ihre eigene Einkommensteuererklärung, und außerdem noch als Arbeitgeber, wenn Sie Ihre Mitarbeiter auf Dienstreise schicken. In beiden Fällen gilt: Chips, Salzgebäck, Schokowaffeln, Müsliriegel oder vergleichbare Knabbereien, die es kostenlos im Flugzeug oder Zug gibt, sind nicht nur kulinarisch, sondern auch steuerlich keine Mahlzeiten. Das bedeutet: Sie brauchen wegen solcher Knabbereien nicht die Verpflegungspauschalen zu kürzen, die Sie Ihren Mitarbeitern bezahlen oder in der eigenen Steuererklärung geltend machen.
Ich nehme an, diese Frage hat sich mit Blick auf die seit Anfang 2014 geänderte Rechtslage öfter gestellt. Seither gilt: Sie und Ihre Mitarbeiter müssen Mahlzeiten nicht mehr versteuern, dafür aber umgekehrt die Verpflegungspauschale in Höhe von 12 beziehungsweise 14 Euro pro Tag kürzen, wenn Sie eine vollwertige Hauptmahlzeit unterwegs erhalten haben. Nicht jedoch dagegen, wie gesagt, wenn es um Knabbereien geht. Mal wieder beruhigend pragmatisch: Der Fiskus geht offenbar von der Annahme aus, dass Sie in dem Fall noch anderweitig eine Mahlzeit für sich besorgen müssen. Und dafür sind die Verpflegungspauschalen ja da.

Einfache und leckere Pasta für unterwegs

Für die Fälle, in denen unterwegs kein leckeres und günstiges Restaurant oder ein Imbiss in der Nähe ist, bin ich mittlerweile Fan von sogenannten One-Pot-Pastas. Den Begriff hatte ich bis vor kurzem selbst noch nie gehört. Fand die Idee aber sofort ausgesprochen praktisch und habe daher in den vergangenen Monaten ein wenig mit der Zubereitungsvariante experimentiert. Erfolgreich: Eine vollwertige Mahlzeit mit Nudeln und Gemüse oder auch Krabben in einer Soße meiner Wahl vorzubereiten geht superschnell. Einfach klein schneiden, alle Zutaten samt Nudeln in einen Topf, kochendes Wasser drüber sowie Salz, Öl und Gewürz nach Geschmack dazu, kochen – fertig. Ich kann es Ihnen für unterwegs oder auf die Schnelle nur wärmstens empfehlen. Wenn Sie das Essen rasch morgens beim Kaffeekochen zubereiten und für unterwegs einpacken, schmeckt die Pasta auch mittags schon erkaltet aus der Tupperdose noch gut. Eine einfache und variantenreiche Nudelmahlzeit to go also – die mich begeistert. Und dem Steuerabzug in Gestalt der Verpflegungspauschale dürfte diese Art der Verpflegung auch nicht im Weg stehen.
Foto: Fotolia

Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter ladygodiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.