Personal & Führung

Machen Sie Lerchen und auch Eulen glücklich

Wer seinem Biorhythmus folgt, lebt gesünder, ist zufriedener und leistet mehr – das belegen wissenschaftliche Untersuchungen. Warum nicht als Firmenchef entsprechende Angebote für Mitarbeiter oder Kunden machen? Das könnte Engagement und Umsatz deutlich steigern.

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Bad Kissingen will sich dem Biorhythmus der Menschen anpassen, berichtete kürzlich das Deutschlandradio. Statt um acht soll der Schulunterricht erst um neun Uhr beginnen. Ziel sei, den natürlichen Schlafrhythmus der Kinder und Jugendlichen nicht zu unterbrechen. Sie sind so gesünder, zufriedener und lernen besser – eine Hoffnung, die die Schlafforschung seit längerem nährt. Die Krankenhäuser wollen unter anderem ihre Operationszeiten dem Biorhythmus der Patienten anpassen. Selbst von der Sommerzeit will sich Bad Kissingen verabschieden. „Eine ausgeschlafene Gesellschaft, das ist das Ziel“, zitiert die Stadt einen der Initiatoren des Projekts ChronoCity, dem sich Bad Kissingen angeschlossen hat. Chronos bedeutet Zeit, und die geplanten Umstellungen beruhen auf chronobiologischen Erkenntnissen.

Die Zeiten sollten sich den Menschen anpassen

Ich kann zwar auch Lerche und bereits frühmorgens arbeiten, aber mir ist die Idee der eulenfreundlichen Zeit trotzdem sehr sympathisch. Ich bin sicher, dass viele Menschen so denken. Die Forschung bestätigt seit Jahren, wie wichtig ein dem eigenen biologischen Rhythmus angepasstes Leben und vor allem Lernen ist. Warum also nicht beispielsweise als Schuldirektor vorpreschen und die Anfangszeit etwas nach hinten schieben? Schließlich gibt es vielerorts mehrere Schulen zur Auswahl. Damals an meiner Schule begann der Unterricht – wegen des Schulbus-Fahrplans – auch erst um 20 nach acht. Dafür gab es allerdings, wenn es stundenplantechnisch eng wurde, auch mal die nullte Stunde um 07:30 Uhr. Das sollte natürlich besser nicht passieren.

Manche Mitarbeiter und Kunden kommen gerne später

Aber jetzt mal weg von der Schule. Dieses Thema ist auch für Unternehmer wichtig. Wie sehr machen Sie es eigentlich Ihren Kunden oder Mitarbeitern recht? Manche arbeiten – oder shoppen – gern schon um sieben Uhr, um nachmittags frei zu haben. Andererseits spricht auch wenig dagegen, wenn Nachteulen erst mittags antreten und dafür abends länger bleiben, falls sie das gerne so wollen. Manche Hoteliers haben sich schon auf Langschläfer eingestellt: Sie lassen auf Wunsch die gastierenden Eulen erst um 14 Uhr auschecken. Bis zur Anreise der nächsten Gäste bleibt immer noch genug Zeit für die Zimmerreinigung.

Menschen vom Zeittyp Eule sind nicht faul

Späteres Aufstehen gehört für einige Menschen schlicht zum natürlichen und daher für sie gesündesten Schlafrhythmus – ein biologischer Fakt, der nichts mit Faulheit zu tun hat. Für Sie als Firmenchef gibt es sicher Möglichkeiten, dem entgegenzukommen – da fällt Ihnen und Ihren Mitarbeitern bestimmt etwas ein, das sich auch organisieren lässt. Bieten Sie so eine zeitliche Flexibilität an, wo immer Sie können, und reden Sie darüber, damit die Öffentlichkeit es mitbekommt. Ihre Kunden oder Gäste und Mitarbeiter werden es Ihnen danken. Vielleicht ist so etwas für den ein oder anderen ein entscheidender Mehrwert, gerade bei Übernachtungsgästen könnte ich mir das gut vorstellen, aber auch bei Beratungsgesprächen, die jeder sich gerne etwas anders am Tag legt, ohne Nine-to-five-Mentalität.
Und was ist mit Ihnen selbst? Nutzen Sie Ihre Zeithoheit als Unternehmer? Ich habe mal mit jemandem gesprochen, der einen Verein für Eulen gegründet hat. Schon sein Vater hatte als Selbständiger den Laden erst gegen Mittag geöffnet, war dafür aber abends länger für die Kunden da. Auch das geht. Warum nicht?

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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