Personal & Führung

Mentoring erleichtert Azubis den Sprung ins Berufsleben

Die intensive Betreuung und Förderung von Führungskräften ist eine feine Sache. Aber der Mittelstand hat auch ein Facharbeiterproblem. Ein Mentoringprogramm für Auszubildende erleichtert es, Lehrlinge zu finden und langfristig ans Unternehmen zu binden.

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So ziemlich jeder Konzern wirbt mit seinem Mentoringprogramm – meist unterstützen Führungskräfte als Mentoren den Führungsnachwuchs, manchmal geht es auch um Frauenförderung. Unternehmerverbände oder Kammern fördern Existenzgründer, indem sie ein Mentoring organisieren. Ein kleineres Unternehmen mit internem Mentoring kenne ich bisher nicht. Das ist sicher kein Zufall: Anders als Konzerne haben Mittelständler keine Stabsstelle für den Bereich Personal, die ein solches Programm steuern könnte. Außerdem gelten kleine Betriebe als so überschaubar und die Wege als kurz genug, dass die Mitarbeiter auch ohne ausgewiesenen Mentor durch die Anfangszeit oder eine Weiterentwicklung kommen.

Mentoring fördert die Teamfähigkeit

Trotzdem klingt plausibel und sehr sinnvoll, was ein Dienstleister aus der Schweiz Mittelständlern anbietet: Mentoring für Azubis. Die Firmen sollen mit dem Programm ihre Auszubildenden stärker binden und motivieren – und sich auf diese Weise ihren künftigen Fachkräftenachwuchs sichern. Das Sozialunternehmen ROCK YOUR LIFE! bietet inzwischen auch hierzulande einjährige Mentorings an. Die Ziele tüftelt der Dienstleister gemeinsam mit dem Unternehmen aus. Insbesondere geht es um die Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenz, das Kennenlernen und Einsetzen der eigenen Stärken, das Stecken und Erreichen von Zielen sowie das Arbeiten in Teams. Sehr sinnvolle Fähigkeiten also für jeden Jugendlichen, der in den Beruf eintritt.

Azubis als Mentoren und Mentee

Ziemlich gut finde ich auch, dem Berufsanfänger keinen gestandenen, vielleicht zu viel Ehrfurcht einflößenden Meister an die Seite zu stellen. Stattdessen wird ein Azubi im dritten Lehrjahr zum Mentor für den Frischling. Dem gegenüber ist er ja tatsächlich ein alter Hase – der aber sehr wohl weiß, was für einen Jugendlichen in dieser Situation gerade wichtig ist: Beim Kontakt mit der Familie oder Freunden ebenso wie gegebenenfalls bei der Frage, wie sich das Leben elternunabhängig organisieren lässt.
Eine klasse Idee also, die hoffentlich zur Lösung eines Problems vieler kleiner Unternehmen hierzulande beiträgt – die Zahl der Ausbildungsabbrüche ist ziemlich hoch. Denken Sie doch mal darüber nach, ob auch Sie sich an so einem Projekt beteiligen oder selber eins auf die Beine stellen könnten. Wenn Ihr Betrieb nicht genug Azubis hat, tut es vielleicht auch einer Ihrer Mitarbeiter als Mentor. Oder Sie schließen sich – ähnlich wie beim Ausbildungsverbund – mit anderen Unternehmen in der Umgebung zusammen. Das ist ja in Sachen Ausbildung sowieso sehr sinnvoll.
Foto: Shutterstock

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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