Personal & Führung

Smartphone-Nutzung am Abend garantiert einen unruhigen Schlaf

Neues aus der Schlafforschung: Ein Doktorand sagt, dreieinhalb Stunden pro Nacht und drei Nickerchen am Tag reichen. Andere Experten warnen, seinen individuellen Schlafbedarf mit Gewalt zu verändern. Besser sollte das Verhalten den Bedürfnissen angepasst und öfter aufs Smartphone verzichtet werden.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Angesichts hoher Außentemperatur und schwüler Luft ist das jetzt im Sommer mit dem Schlafen ja so eine Sache – trotz Dauerlüftung bei offenem Fenster wird es nachts oft nichts mit ausgiebiger Ruhe und Erholung. Deshalb habe ich mich auch gleich auf eine Anleitung gestürzt, über die ich unlängst gestolpert bin. Angeblich soll man es damit schaffen, seinen Schlafbedarf zu reduzieren. Die Empfehlung dieser Doktorarbeit: Dreieinhalb Stunden in der Nacht schlafen sowie tagsüber zusätzlich drei Nickerchen von jeweils 20 Minuten einlegen. Wer seine Ruhezeiten so organisiere, sei frisch, ohne sich zu schaden, berichtet der Focus.

Wir brauchen unseren Schlaf – oder nicht?

Sollte tatsächlich möglich sein, was ich für widerlegt gehalten habe – dass Menschen mit nur vier Stunden Schlaf auskommen können? Vor allem Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonen ja gern, sie bräuchten wenig Schlaf. Viele Experten bezweifeln das. Sie beharren darauf, die Leistungen unter Schlafmangel seien schlechter und warnen, ein chronisches Schlafdefizit schade dem Menschen. Nach der Lektüre kam mir übrigens die Vermutung, das Schlafschema aus der Doktorarbeit orientiere sich am Tagesablauf vieler Senioren. Die schlafen nachts wenig, weil sie tagsüber viele Nickerchen halten, was der Volksmund dann gerne als senile Bettflucht bezeichnet. Nur können hart arbeitende Unternehmer oder Angestellte ihren Tagesablauf wohl kaum um mehrere solcher Nickerchen herum planen.

Ihren Schlafbedarf können Sie nicht ändern

Außerdem hat Schlafen viele Vorzüge. Nicht nur, dass es Gesundheitsschäden durch Schlafmangel vorbeugt. Viele Menschen lieben auch das Gefühl, ausgeschlafen zu sein. Und im Freakonomics-Podcast war Mitte Juli unter dem Titel „The Economics of Sleep“ zu hören, dass Menschen, die besser schlafen, mehr Geld verdienen. Wobei die Frage, wie viel Schlaf reicht, genetisch vorbestimmt ist und sich nicht generell beantworten lässt. Es können also bei manchen durchaus nur sechs Stunden sein, bei anderen die – übrigens durchschnittlichen – gut sieben Stunden und bei einigen vielleicht sogar neun Stunden. Wir sollten uns unseren Schlafbedarf gönnen und nur darauf achten, dass wir uns nach dem Schlafen gut fühlen.

Weniger Smartphone, mehr Zeitkontrolle

Statt unseren Schlafbedarf zu reduzieren, müssen wir vielleicht unser Verhalten ändern. Schauen Sie abends beispielsweise nicht zu lange auf irgendwelche Displays – zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte damit Schluss sein. Denn die Displaybeleuchtung zumindest eines Smartphones beeinflusst den Melatoninhaushalt – sie greift also in das für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortliche Hormongefüge ein, und dann haben Sie den Salat. Falls es Ihnen hilft, lesen Sie die Tipps für heißes Wetter, die die Augsburger Allgemeine zusammengestellt hat. Ich finde zwar, die sind so nahe liegend, dass das Lesen mehr Energie kostet, als Sie beim Einschlafen dann einsparen – weil sie das sowieso sicherlich instinktiv schon so machen werden wie beschrieben. Aber wer weiß.
Beherzigen sollten Sie, was Die Welt geschrieben hat. Einen der wichtigsten Schlafräuber haben Sie als Chef in der Hand – für Ihre Mitarbeiter. Forscher der Oregon Health and Science University berichten, dass ein Antistress-Training am Arbeitsplatz in Verbindung mit mehr Kontrolle über die eigene Arbeitszeit und einer größeren zeitlichen Flexibilität den Schlaf verbessert. Der Effekt hat sogar noch ein Jahr nach dem Training angehalten. Hier haben Sie also die Chance, richtig positiven Einfluss auszuüben. Und das kommt außer Ihren Mitarbeitern natürlich auch Ihrem Unternehmen zugute.
Foto: Fotolia/Ivan Kruk

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

  • Schwerpunktthemen
  • Trialog-Newsletter

    Sie möchten künftig keine wichtigen Tipps für Ihr Unternehmen verpassen?
    Mit dem kostenlosen Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden.

  • Experten-Suche

    Kein einfaches Thema!
    Am besten hilft ein steuerlicher Berater! Sie haben noch keinen? Dann können Sie auf DATEV SmartExperts nach den passenden Experten suchen.

    Ich suche








  • Auf Facebook mitdiskutieren

    Sie möchten das Thema vertiefen?
    Dann werden Sie gerne Fan und beteiligen sich an der Diskussion auf unserer Facebook-Fanpage

    Jetzt TRIALOG-Fanpage besuchen

  • DATEV im Web
    YouTube LinkedIn