Wirtschaft & Recht

Virtuelles Geld kann den Umsatz in die Höhe treiben

Das EU-Parlament hat die Gebühren für Kredit- und EC-Karten begrenzt. Metzgermeister Claus Böbel findet das gut, denn er will diesen für ihn bislang teuren Service weiter nutzen: Die Wahl der Bezahlsysteme hat unmittelbare Auswirkungen auf den Umsatz seines Online-Shops.

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Anfang März begrenzte das EU-Parlament die Gebühren für den Einsatz von Kredit- und EC-Karten in Europa. Gut für meinen Online-Shop. Warum? Bei Kreditkarten gehen rund 3,9 Prozent der Kaufsumme an den Zahlungsdienstleister. Bei PayPal sind es im Schnitt nur 1,7 Prozent. Vielleicht schlagen künftig die Gebühren nicht mehr ganz so stark zu Buche, zumal weitere Anbieter mit eigenen Systemen in dieses Geschäftsfeld drängen und den Wettbewerb anheizen. Streichen allerdings könnte ich die Option „Zahlung per Kreditkarte“ derzeit nicht, denn die Kunden nutzen sie. Ich muss ihre bevorzugten Zahlungswege kennen und möglichst anbieten, das hat erheblichen Einfluss auf den Umsatz.

Manche Kunden nutzen im Ladengeschäft Online-Dienste

Derzeit kann man in meinem Shop mit zwei verschiedenen Kreditkarten, mit PayPal oder per Vorauskasse zahlen. Das ist die Mischung, die für meine Kunden optimal ist – im Moment. Ich prüfe regelmäßig, ob ich etwas ändern muss, allerdings ohne Hektik. Denn zu schnell darf man auch nicht sein. Ich habe beispielsweise rasch die Möglichkeit der Sofortüberweisung übernommen. Aber dann musste ich erkennen, dass den Kunden dieses System zu kompliziert ist und es kaum jemand nutzt. Darum habe ich es wieder abgeschafft.
Gut läuft dagegen die Zahlungsabwicklung per PayPal. Als ich damit vor ein paar Jahren begonnen habe, ging der Umsatz direkt danach deutlich hoch. Das ließ sich wirklich eindeutig dem neuen Service zuordnen. Bis heute zahlt mehr als die Hälfte meiner Kunden so, rund 60 Prozent. Ich hatte sogar schon Bestellungen für unser Geschäft in Rittersbach, die Selbstabholer per E-Mail aufgegeben und auch gleich per PayPal gezahlt haben, weil sie gerade am Computer saßen.

Am liebsten wäre mir ein einziges Bezahlsystem

Auch als kleiner Händler aus dem Handwerk muss ich eine Bandbreite an Bezahlsystemen anbieten. Zum Glück nutzen viele Käufer inzwischen mehrere Systeme. Deshalb kommt man in der Regel zusammen, und es werden weniger Bestellvorgänge kurz vor der Kasse abgebrochen, weil der Kunde das angebotene Bezahlsystem nicht nutzen will. Trotzdem wäre es mir natürlich am liebsten, es gäbe nur ein Bezahlsystem, denn mit ihrer Zahl steigt mein Aufwand. Ich bearbeite jährlich rund 10.000 Bestellungen mit Summen zwischen 50 und 100 Euro. Das ist schon an sich viel Papierkram. Dazu kommen dann die verschiedenen Bezahlsysteme: Jeder rechnet etwas anders ab, bei jedem ist die Datenübergabe etwas anders.

Es fehlt ein kundenfreundliches Rechnungssystem

Viele Kunden würden gerne per Rechnung zahlen. Aber derzeit gibt es keinen Dienstleister, der mir das risikoarm ermöglicht und eine kundenfreundliche Abwicklung bietet. Was ich bisher gesehen habe, sind Systeme, die für jeden Kaufvorgang eine neue Bankverbindung generieren. Ebenso muss an den Dienstleister und nicht an den Händler überwiesen werden. Beides ist aus meiner Sicht nicht kundenfreundlich. Leider, denn das würde mein Angebot – im Moment – komplett machen.

Foto: Mauritius Images

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Claus Böbel

ist Metzgermeister und leitet die Metzgerei Böbel im fränkischen Rittersbach. Den Familienbetrieb übernahm er 2008 von seinen Eltern. Bereits seit 2007 ist der Betriebswirt des Handwerks erfolgreich im Online-Handel tätig und betreibt den größten Online-Shop seiner Branche. Dort gibt es auch den von ihm erfundenen „Wurstbrief – die kulinarische Grußkarte“. Seine Erfahrung gibt Böbel als Autor sowie in Seminaren und Vorträgen weiter.

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