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Kaffee macht gesund und wach – die meisten jedenfalls

Wer bei dem wintergrauen Wetter kaum auf Touren kommt, kann gern mit Kaffee nachhelfen. Das einst kritisch beäugte Getränk ist längst rehabilitiert. Es hilft gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs und macht fit. Nur Introvertierte sollten aufpassen.

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Ich trinke morgens als Erstes meinen Kaffee. Zwei Becher. Am liebsten, bevor ich irgendwas anderes tue – sofern meine Kinder das zulassen. Bei der Arbeit sowie nach dem Mittagessen dann wieder: Kaffee. So läuft es vermutlich in den meisten Betrieben. Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, in dem nicht eine große Kaffeemaschine herumsteht. Daher kommen mir die im Schnitt 149 Liter Kaffee, die ein Deutscher jährlich trinken soll, sogar ziemlich wenig vor – obwohl mehr Kaffee konsumiert wird als Wasser oder Bier. Wahrscheinlich zählt da jeder mit, vom Kind bis zum Greis. Definitiv glaubhaft erscheint mir, dass Deutschland der weltweit drittgrößte Kaffeemarkt ist. Und dass 2014 die teuerste namentlich genannte Internet-Domain mit .de-Endung kaffee.de war. Die hat der Domainhändler Sedo für 100.000 Euro verkauft.

Kaffee ist viel gesünder als früher gedacht

Angesichts solcher Konsumzahlen ist es beruhigend, dass sich die meisten Menschen mit dem Kaffeetrinken etwas Gutes tun. Kaffee gilt neuerdings als Gesundmacher. Früher habe ich mal gelernt, das Getränk entziehe dem Körper Wasser. Darum werde in Frankreich zum Café crème oder auch kurzen Kaffee – Espresso – ein Glas Wasser gereicht. Ich habe das immer für eine schöne Tradition gehalten, und schädlich ist das zusätzliche Wasser natürlich nicht. Aber nötig auch nicht, wie ich inzwischen weiß: Kaffee führt dem Körper genau wie Wasser oder Tee wertvolle Flüssigkeit zu. Auch das Gerücht, er erhöhe den Blutdruck oder verursache Krebs, hat sich als falsch erwiesen.

Aber Zucker sollten Sie sparsam einsetzen

Mittlerweile gilt Kaffee sogar als Schutz vor Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Altersdiabetes oder sogar einer bösartigen Form von Hautkrebs – wenn er nicht mit viel Sahne, Zucker oder Sirup genossen wird. So eine süße Mischung mag sehr lecker schmecken, scheint aber ziemlich schädlich zu sein. Neulich habe ich Abbildungen von Gehirnscans gesehen, die zeigten, dass die Neuronen im Gehirn nach dem Verzehr von Zucker auf ganz ähnliche Weise losfeuern wie unter dem Einfluss von Kokain. Ich habe meine tägliche Zuckerdosis jetzt zumindest reduziert. Statt eines Löffels nehme ich nur noch einen halben in den Kaffee und insgesamt weniger Süßigkeiten zu mir.

Kaffeeholen ist ein guter Grund für Bewegung

Kaffee können Sie also ruhig trinken. Auch in größeren Mengen. Wobei ich die Idee, die jetzt ein niederländisches Unternehmen propagiert, auch wieder übertrieben finde: Da können Sie über eine App Ihren Kaffee bestellen, der dann per Drohne angeliefert wird. Das sorgt nicht nur für eine schlechte Umweltbilanz, sondern auch für weniger Bewegung. Und die ist ja – in Form des Gangs zum Automaten oder in die Küche – ebenfalls ein wichtiger Teil des Kaffeetrinkens. Zu langes Sitzen soll übrigens ebenfalls schädlicher sein als ursprünglich mal gedacht.

Bei Introvertierten verschlechtert Kaffee die Leistung

Nur in einem Fall sollten Sie vorsichtig mit dem Gebräu sein: wenn Sie zu den eher introvertierten Menschen gehören. Bei denen führt der Koffeinkick nämlich – anders als bei den Extrovertierten – nicht zu Höchstleistungen. Ihre Leistung sinkt sogar besonders stark, wenn es um Zahlen und Daten geht und sie unter Zeitdruck stehen. Forscher der Universität Cambridge haben festgestellt, dass dies wohl mit den bei Introvertierten ohnehin leicht überstimulierten Nervenzellen zu tun hat. Sind Sie also introvertiert: Lassen Sie die Finger vom Kaffee. Frische Luft oder ein Glas Wasser dürfte in dem Fall die bessere Lösung sein.
Foto: Shutterstock/Nikita Starichenko

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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