Technologie

Auch wenn Sie in Feierlaune sind – Vorsicht vor Blendern

Zur Weihnachtszeit nutzen Internet-Kriminelle viele Tricks, um E-Mail-Adressen und Nutzerdaten zu ergaunern – von der digitalen Grußkarte über den getürkten Web-Shop bis zur gefälschten Spendenbitte. Nutzen Sie deshalb technische Abwehrmaßnahmen, und handeln Sie stets gut überlegt.

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Egal, wie gut ich meine Spamfilter einstelle und zusätzliche technische Vorkehrungen gegen Belästigungen treffe: Einige obskure Mails finden trotzdem den Weg in mein Postfach. Unlängst erhielt ich vom Absender marcos.perini@unimelb.edu.au unter dem Betreff „Re“ folgendes Angebot, wegen seines Unterhaltungswerts hier im Wortlaut: „Ich bin ein Senior Manager in einer Bank, wir haben ein Konto mit einer riesigen Gleichgewicht der Mittel, die gelogen hat ruhend seit Jahren zu einer späten Client (Deutsch) gehört. Diese Mittel werden verfallen, wenn nicht in Anspruch genommen werden. Mit meiner Position kann ich dich in Stand, um diese Fonds mit Rechtsdokument geben, um Sie als Ausländer zu erreichen. Sie werden angemessen für Ihre Rolle kompensiert werden. Bitte antworten Sie mir mit Ihren vollständigen Kontaktdaten und Telefonnummern, damit wir weitere Details und kann beginnen zu diskutieren. JUSTICE Benard“.

Nehmen Sie sich vor Phishing-Versuchen in Acht

Dass der Unterzeichner Justice Bernard nicht zum Absender Marcos Perini passt und als Antwortadresse justicebenard02@gmail.com nennt, musste mich angesichts des in Dummdeutsch gehaltenen Inhalts des Bettelbriefs gar nicht mehr stutzig machen. Und bekannt sein sollte die Masche, dem Opfer eine Bestätigung seiner E-Mail-Adresse abzuschwatzen oder sogar Geld in Form von Vorauszahlungen für einen versprochenen Profit aus der Tasche zu ziehen, sowieso. Nicht nur in diesem Blog wurde bereits berichtet, wie der Trick funktioniert. In Umlauf sind derzeit aber auch Phishing-Mails, die professioneller aussehen und eine viel größere Gefahr darstellen, da sie als Rechnungsinformationen getarnte Anhänge enthalten, die virenverseucht sind. Wer die angefügte Zip-Datei öffnet, installiert eventuell das Verderben auf dem Rechner.

Achten Sie bei jeder Mail auf die Absenderadresse

Auch ich habe schon Mails erhalten, die vermeintlich von der Telekom oder anderen seriösen Unternehmen kamen. Mein Tipp: Sehen Sie erst auf den Absender. Hier steht oft eine Adresse, die nicht zum angeblichen Urheber der Mail passt. Die Telekom wird niemanden mit einer Absender-Kombination wie „frank.wiercks.003@t-online“ anschreiben. Und lassen Sie sich nie unter Druck setzen. Selbst wenn Ihre Telekom-Rechnung tatsächlich die im Text genannten, natürlich erschreckenden 1.055,17 Euro betragen sollte: Das können Sie im Gespräch mit dem Servicecenter klären. Abgebucht würde gemäß der SEPA-Regeln nicht sofort. Auf die Bitte zur Verifizierung meines Paypal-Kontos über den folgenden Link, da es sonst abgeschaltet würde, reagiere ich sowieso nicht. Ich identifiziere mich nur dann mit Benutzernamen und Passwort, wenn ich die Adresse des Dienstleisters direkt eingegeben habe und im Browser der Hinweis https auf seine sichere Verbindung auftaucht.

Fallen Sie nicht auf die Internet-Betrüger herein

Derzeit sind wieder besonders viele digitale Abzocker unterwegs. Das liegt auch an der Jahreszeit. Erstens wollen sie ausnutzen, dass ihre Opfer vor den Feiertagen zum Jahresende im Stress sind und dadurch vorschnell oder unvorsichtig handeln. Zweitens setzen Sie vor Weihnachten auf besondere Maschen, beispielsweise Angebote in Form eines getürkten Web-Shops, der zum Sammeln von Kontodaten dient. Oder Dienste zum Versenden elektronischer Weihnachtskarten, die die eingegebenen Adressen für Spams nutzen. Oder Bettelbriefe unter dem Logo seriöser Spendenaktionen mit Angabe einer falschen Bankverbindung, um Geld auf das eigene Konto umzulenken.
Auch wenn Weihnachten vor der Tür steht und Sie bereits in Feier- und Geberlaune sind: Fallen Sie nicht auf die Tricks der Internet-Betrüger herein.
Foto: Shutterstock/alphaspirit

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.