Steuern & Finanzen

Schreibfehler beim Namen machen jede Anfrage wertlos

Schufa, Creditreform und Co. haben mir eine Selbstauskunft nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz erteilt. Meine Bonität ist gut. Das dürfte auch daran liegen, dass diesmal alle Informationen stimmten. Sorgfältig allerdings arbeiten die Auskunfteien nicht in jedem Punkt, wie ich erfahren musste.

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Es war zwar mit etwas Warterei verbunden, aber letztlich hat es geklappt: Alle wie angekündigt im Spätsommer von mir angeschriebenen Auskunfteien haben eine kostenlose Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz geliefert, auf die man einmal pro Jahr einen Anspruch hat. Alles bestens, ich bewege mich bei den Bewertungen stets im oberen Bereich. Und wenn nicht, dann liegt es daran, dass einige Auskunfteien gar keine Daten über mich haben, meinen sogenannten Scorewert also aus so unpersönlichen Faktoren wie Wohnort, Alter und Geschlecht berechnen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls auf diese Art zu bemessen finde ich zwar abenteuerlich. Aber Nachteile konnten mir daraus nicht erwachsen: Denn jene Auskunfteien, die nichts über mich wussten, hatte sowieso niemand um Einschätzung meiner Bonität gebeten – solche Anfragen müssen auch mitgeteilt werden. Es scheint also Anbieter am Markt zu geben, die offenkundig keine große Rolle spielen. In einer Antwort stand übrigens ganz lapidar, man habe sich aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen. Da ließ sich wohl nicht genug mit verdienen …

Diesmal gab es keine falschen Einträge

Kommen wir also zur Qualität der gelieferten Auskünfte. Diesmal war kein falscher Eintrag dabei. Nicht so wie damals, als eine Anfrage nach einem Fahrzeugleasing in der Datenbank vermerkt war, obwohl ich mich längst für ein anderes Auto entschieden hatte. Meine Suche nach der besten Baufinanzierung, für die ich natürlich mehrere Kreditinstitute um ein Angebot gebeten hatte, fand sich ebenfalls nicht wieder, konnte meine Bonität also auch nicht verringern. Link 4 Eher war ich erstaunt, wie selten in meinem Fall die Wahrscheinlichkeit des Zahlungsausfalls abgefragt wurde. Natürlich fand sich für jeden meiner Handyverträge ein Auskunftsbegehren. Aber gerade von den Online-Händlern, bei denen ich durchaus ab und an bestelle, wollte kaum einer meine Bonität erfahren. Also auch hier Entwarnung.

Aber die Sorgfalt lässt zu wünschen übrig

Leider gilt das nicht für die Sorgfalt, mit der einige Auskunfteien arbeiten. Offensichtlich passieren immer wieder Fehler bei der Dateneingabe. Zweimal war mein Name für die interne Datenabfrage leicht falsch vom Brief abgeschrieben und der Fehler im weiteren Prozess nicht korrigiert worden. Ergebnis: Ich erhielt ein Antwortschreiben, das trotz Buchstabendreher ankam und mich darüber informierte, es liege nichts über mich vor. Die telefonische Nachfrage, was denn mit meinem richtig geschriebenen Namen sei, löste eine erneute Abfrage mit einem ganz anderen Ergebnis aus. In meinem Fall nicht nachteilig – aber man muss hoffen, dass an anderen Stellen sorgfältiger gearbeitet wird, damit nicht negative Informationen über eine andere Person im eigenen Profil landen. Glücklicherweise heiße ich weder Müller noch Meier oder Schulze. Und ich rate Ihnen, in der Antwort darauf zu achten, ob alle persönlichen Daten und Schreibweisen stimmen. Sonst könnte Nachteiliges und Falsches über Sie gespeichert sein, obwohl die Datenübersicht Ihnen eine weiße Weste attestiert.
Foto: gettyimages/Nick Veasey

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.