Personal & Führung

Vorbeugung und Unterstützung sind ein Muss

Depressionen und Burn-out sind ernsthafte Erkrankungen, die stark vom Arbeitsumfeld beeinflusst werden. Sie als Firmenchef können viel für das psychische Befinden Ihrer Beschäftigten tun. Dazu zählen weniger Überstunden und Nachtarbeit, aber auch Präventionsangebote.

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Mich hat neulich ein fieser Husten erwischt. Weniger Sport und frische Luft, prompt bekam ich kalte Füße. Dazu dieses zunehmend neblig-trübe Wetter – zum Glück muss ich nicht auch noch Zug fahren. All das kann einen schon trübsinnig genug werden lassen. Tatsächlich ist was dran an der berühmt-berüchtigten Winterdepression. Der Lichtmangel drückt die Stimmung. Allerdings ist das glücklicherweise Welten entfernt von einer waschechten Depression. Diese ernsthafte Erkrankung endet oft tödlich, das hat sich spätestens seit dem Selbstmord des damaligen Nationaltorhüters Robert Enke herumgesprochen.

Depressionen verursachen immer mehr teure Fehlzeiten

Nehmen Sie das Thema also nicht auf die leichte Schulter – weder persönlich noch aus der Perspektive des Vorgesetzten. Psychische Erkrankungen sind für Unternehmen schon zahlenmäßig nicht ohne. Immer mehr Fehltage führen die Krankenkassen etwa auf Depressionen oder den sogenannten Burn-out zurück, der nichts anderes ist als eine überlastungsbedingte Depression. Als Arbeitgeber können Sie für Ihre Beschäftigten durch Prävention viel tun. Denn neben der individuellen Lebensführung sowie privaten Krisen sind auch die Umstände, unter denen Menschen arbeiten, ein wichtiger Faktor beim Entstehen einer Depression. Am Münchner Helmholtz Zentrum haben Forscher kürzlich festgestellt, dass vor allem Überstunden und Nachtarbeit das Risiko erhöhen. Und so finden sich in der Liste der am stärksten gefährdeten Berufsgruppen neben Journalisten/Autoren, Händlern, Juristen und (Personal-)Dienstleistern auch Beschäftigte in der Produktion, in der verarbeitenden Industrie sowie im Nah- und Fernverkehr.

Deckeln Sie Ihre Arbeitszeit bei 50 Wochenstunden

Worauf Sie bei der gesundheitsfreundlichen Gestaltung des Schichtdienstes achten sollten und wo Sie Anregungen erhalten, lesen Sie hier. Aber auch für sich selbst dürfen Sie das mit der Arbeitszeit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Über 48 Stunden Arbeit pro Woche sollten es auch für Sie nicht sein. Die Forscher sind sich einig: Mehr als 40 Stunden pro Woche können bereits den Blutdruck erhöhen, dauerhaft mehr als 50 Stunden führen häufig zu massiven Schlafstörungen, Depressionen sowie Angstzuständen. Und mal abgesehen davon, dass es auf Dauer krank macht – effektiver werden Sie durch längere Arbeitszeiten natürlich auch nicht.
Auch Stressprävention ist gesundheitlich wertvoll. Gerade gegen Burn-out hilft ein guter Umgang mit schlechten Angewohnheiten, die für sich genommen schon ein Zeichen von Ermüdung sind, wie Aufschieberitis oder Prokrastination. Mit Blick auf das Thema Selbstmordgefahr sollten Sie bedenken, dass Ihr Unternehmen ein wichtiger Teil des sozialen Umfelds ist. Hier verbringen Ihre Mitarbeiter viel Zeit und haben einen guten Teil ihrer Sozialkontakte. In der „Zeit“ stand vor kurzem, die Zahl der vollendeten Selbstmorde sei in Industrieländern oder auch großen Städten womöglich deshalb höher, weil die soziale Einbindung der Menschen dort geringer ist.

Hängen Sie die zentrale Krisen-Telefonnummer aus

Konkret heißt das: Es ist sicher eine gute Tat, wenn Sie im Zweifel mal Mitarbeiter ansprechen oder sie auf Hilfsangebote aufmerksam machen. Wie, das ist natürlich eine Sache des Fingerspitzengefühls. Ganz elegant und einfach könnten Sie zum Beispiel einen Zettel mit der bundesweit einheitlichen Nummer der Telefonseelsorge 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 an Ihre Pinnwand mit den arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Aushängen heften. Schaden wird das nicht – und womöglich rettet es ja einem Ihrer Mitarbeiter oder jemandem, den er kennt, einmal das Leben.
Foto: gettyimages/Cultura RM/Tacit, Collection: Collection Mix: Subjects

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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