Personal & Führung

Ein guter Arbeitgeber sein, ist keine Hexerei

Als Arbeitgeber brauchen sich Mittelständler nicht zu verstecken. Sie haben viel zu bieten. Sie sollten sich ruhig an Wettbewerben wie Great Place to Work beteiligen. Dann steigt die Bekanntheit und damit die Chance, qualifizierte Fachkräfte oder vielversprechende Auszubildende zu finden.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Wenn Sie junge Leute fragen, wo sie nach der Ausbildung oder dem Studium arbeiten wollen, lautet die Antwort wohl kaum: „Bei Assure Consulting, Baramundi Software oder Cofinpro.“ Stattdessen hören Sie stets die gleichen Namen: Audi, BMW, VW, Porsche oder Adidas. Diese Unternehmen führen seit Jahren regelmäßig die Rankings der Top-Wunscharbeitgeber an. Nach dem Kontakt mit der Realität lesen sich die Top Ten der besten Arbeitgeber jedoch ganz anders. Beim Wettbewerb Great Place to Work landeten auch dieses Jahr nur wenige Unternehmen auf den vorderen Plätzen, die nicht im engeren Sinne mittelständisch sind. Der Rest ist klassischer Mittelstand.

Sie müssen mit Konzernen konkurrieren

Klar, Ihr Unternehmen heißt nicht Deutsche Bank, Bosch oder Lufthansa. Daher steht es auf den Wunschlisten qualifizierter Fachkräfte wohl kaum automatisch ganz oben. Als Entschuldigung dafür, dass Sie keine guten Leute finden, sollte dieser Umstand aber nicht herhalten. Und einfach auf Einstellungen verzichten können Sie auch nicht, falls Sie Ihr Unternehmen nicht mittelfristig auslaufen lassen wollen. Sie können also gar nicht anders, als den beruflichen Nachwuchs für Ihren Betrieb selbst auszubilden, weil der Fachkräftemangel eher zunehmen wird. Also müssen Sie den Wettbewerb mit namhaften Konsumgüterkonzernen oder Dienstleistern aufnehmen.

Lernen Sie aus der Teilnahme an Wettbewerben

Was Ihr Problem ist, brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen: Mit großer Wahrscheinlichkeit sitzen Sie in der Provinz und sind in einem sehr spezialisierten Produktfeld tätig, das sich nur wortreich erklären lässt. Wettbewerbe wie Great Place to Work – an dem Sie vielleicht auch mal teilnehmen sollten – sind für Mittelständler darum doppelt interessant. Wer dabei ist, macht die Vorzüge seines Unternehmens mit etwas Glück und tatsächlich guten Arbeitsbedingungen einem großen Kreis potenzieller Bewerber bekannt – und das dank Google & Co. vergleichsweise dauerhaft. Auch wenn Sie nicht auf dem ersten Platz landen, können Sie durch die Teilnahme und die Bewertung der Jury viel lernen.

Der Mittelstand braucht dringend Talente

Ein guter Arbeitgeber zu werden ist keine Hexerei. Nach Angaben der Organisatoren von Great Place to Work etwa „bestand die wesentliche Erkenntnis darin, dass der Schlüssel zur Schaffung einer vorbildlichen Arbeitsplatzkultur nicht in speziellen Mitarbeitervergünstigungen, Programmen und Verfahrensweisen liegt, sondern im Aufbau positiver Beziehungen am Arbeitsplatz, die auf Vertrauen, Stolz und Teamgeist beruhen“. Also in genau dem, was kleinere Unternehmen sehr oft auszeichnet. Gut zu wissen: „Diese Beziehungen waren nicht einfach nur ein nettes Nebenprodukt, sondern bei der Optimierung der Geschäftsergebnisse einer Organisation von entscheidender Bedeutung.“ Interessant ist auch, was zu diesem Thema in der Studie „Talente für den Mittelstand“ steht.

In guten Betrieben bleiben Mitarbeiter 37 Jahre

Vergleichsweise befriedigend macht die Arbeit in kleineren Unternehmen auch der oft große Handlungsspielraum für die Mitarbeiter. Die bleiben ihren mittelständischen Arbeitgebern denn auch meist sehr treu. Hermann Simon Link 9 von der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners hat die Erfolgsfaktoren solcher Betriebe weltweit untersucht – und dabei den Begriff der Hidden Champions für in ihrer Nische besonders erfolgreiche Mittelständler geprägt. Einer davon: die 37 Jahre Betriebszugehörigkeit im Schnitt. Beim Gros der deutschsprachigen Unternehmen seien es dagegen im Schnitt nur 20 Jahre. Und das spart auf Dauer eine Menge Geld, Zeit und Nerven.
Foto: Gettyimages

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

  • Schwerpunktthemen
  • Trialog-Newsletter

    Sie möchten künftig keine wichtigen Tipps für Ihr Unternehmen verpassen?
    Mit dem kostenlosen Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden.

  • Experten-Suche

    Kein einfaches Thema!
    Am besten hilft ein steuerlicher Berater! Sie haben noch keinen? Dann können Sie auf DATEV SmartExperts nach den passenden Experten suchen.

    Ich suche








  • Auf Facebook mitdiskutieren

    Sie möchten das Thema vertiefen?
    Dann werden Sie gerne Fan und beteiligen sich an der Diskussion auf unserer Facebook-Fanpage

    Jetzt TRIALOG-Fanpage besuchen

  • DATEV im Web
    YouTube LinkedIn