Personal & Führung

Regeln Sie die Smartphone-Nutzung im Betrieb

Ob Bring Your Own Device oder vom Arbeitgeber gestelltes Firmengerät: Bei leistungsfähigen und vielseitig einsetzbaren Smartphones ist die Versuchung groß, während der Arbeitszeit privat zu surfen, soziale Netzwerke zu besuchen oder zu spielen. Unternehmer sollten einen klaren Rahmen setzen.

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Drei Tage Spielemesse E3 in Los Angeles. „Ein Fest für Zocker“ – bild.de bringt es auf den Punkt und gibt einen schnellen Überblick über wichtige Neuheiten, von Sonys Playstation 4 und Microsofts Xbox One bis zu Baller- oder Geschicklichkeitsspielen. Es ist faszinierend, wie gut Games heute optisch, inhaltlich und in puncto Reaktionsgeschwindigkeit sind. Ich kenne mich aus, mein Sohn hockt regelmäßig vor seiner Xbox.

Die Angry Birds wurden bisher 1,7 Milliarden Mal installiert

Warum Sie als Unternehmer das interessieren sollte, obwohl Sie weder Software entwickeln noch selber gerne spielen? Weil Sie sicher bald im Betrieb mit dem Thema zu tun haben. Mein Sohn spielt nicht nur Xbox, sondern auch mit dem Smartphone, für das immer bessere Spiele auf den Markt kommen – es gibt Alternativen zu den eher simplen Angry Birds, die sich bis Ende Mai ja immerhin 1,7 Milliarden Mal verkauft haben. Und wie er ticken viele Menschen, nicht nur Jungs – auch unter Ihren Beschäftigten ist mit großer Wahrscheinlichkeit mehr als einer, der gerne zwischendurch zur Entspannung etwas zockt.

Nicht immer steigert BYOD die Produktivität

Und so jemandem sollen Sie ein modernes Smartphone zur Verfügung stellen oder die Nutzung seines Privatgeräts im Betrieb erlauben, weil „Bring Your Own Device“ die Produktivität steigert? Über Sicherheitsprobleme bei BYOD, also wenn sich private Mobilgeräte in die Firmen-IT einklinken, habe ich hier schon geschrieben. Es geht aber nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Aufmerksamkeit – die ist für die Produktivität ebenso wichtig wie der Einsatz leistungsfähiger Hardware. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Kommentare auf „golem.de“ zur Meldung des Providerverbands Eco, Ablenkung am Arbeitsplatz durch E-Mails, Instant Messages, Facebook, Twitter & Co. koste die Weltwirtschaft 500 Milliarden Euro pro Jahr an Produktivität. Auf den Hinweis eines Lesers: „Geht bei uns gar nicht. Microsoft Forefront blockt alles. Keine Chat-Clients wie skype, irc usw., kein facebook, twitter usw., keine movies, youtube usw.“ – schrieb ein anderer lapidar: „Handy“.

Das Smartphone ist Segen und Fluch zugleich

Genau. Das Smartphone ist ebenso Fluch wie Segen. Segen, wenn damit Termine vereinbart, Kunden kontaktiert, unterwegs wichtige Dokumente eingesehen werden, die auf dem Server lagern. Und Fluch, wenn jemand disziplinlos im Umgang mit seinem Mobilgerät ist oder keine klare Betriebsvereinbarung zur Nutzung des Geräts während der Arbeitszeit existiert. Unlängst ging durch die Presse, dass bei VW jetzt die totale Erreichbarkeit verhindert wird und nach Feierabend keine betrieblichen E-Mails mehr auf dem Smartphone landen. „Die Kollegen sollen nach getaner Arbeit auch ihre Ruhezeit als solche nutzen können“, zitiert heise.de den Betriebsrat.

Klare Regeln für die Smartphone-Nutzung sind unumgänglich

Aber für Sie als Unternehmer ist ebenso wichtig, dass mit den Geräten nicht dauernd während der Arbeitszeit privat geredet, gedaddelt, gesurft oder gechattet wird. Klären Sie mit Ihrem Anwalt, ob und wie Sie die Nutzung des Smartphones, ob privat oder im Firmenbesitz, während des Dienstes in geregelte Bahnen lenken können. Und sprechen sie auch über das Thema Datenschutz, wie „handwerk magazin“ empfiehlt.
Foto: iStockphoto

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.