Technologie

Warum noch zur Messe? Weil es großes Kino ist!

Jedes Jahr die gleiche Frage: Muss ich angesichts vieler Previews und Pressekonferenzen in großen Städten mit Live-Streams und multimedialen Echtzeitkanälen noch zur CeBIT? Die Antwort ist eine Frage der Perspektive. Informationen in Wort, Bild und Ton sind zwar überall verfügbar. Menschen treffen und Trends spüren kann man nur in Hannover.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Die Besucher kommen aus inhaltlichem Interesse und aus Sensationslust. Sie wollen Anhaltspunkte für Entscheidungen oder Messerabatte für Anschaffungen. Sie möchten Firmen und potenzielle Arbeitgeber kennenlernen oder Bekannte wiedertreffen. Die Journalisten kommen, weil sie Nachrichten brauchen. Sie suchen Trends, sie wollen über aktuelle Entwicklungen berichten und gern neue Entdeckungen machen. Ein kurzer Überblick über die Messehighlights der vergangenen Jahre belegt, dass sich der Besuch unter diesem Aspekt jedes Mal gelohnt hat.

Die CeBIT in der RückschauDie Aussteller investieren und hoffen, dass sich ihr Aufwand rechnet. Dieser Aufwand ist beträchtlich – zeitlich, emotional, finanziell, energetisch. Eine Messe spürt man in den Knochen. Trotzdem kommen die meisten Aussteller wieder, schlafen jedes Jahr in derselben Privatunterkunft. Denn für sie sind andere Aussteller, Journalisten und Besucher wichtig. Ein Gespräch sagt mehr als 1000 E-Mails, und mit einer Webseite kann man nicht diskutieren. Netmeetings und Webcasts sind praktisch. Telefon- oder Videokonferenzen haben sich epidemisch in Arbeitsabläufe integriert. Aber nur auf der Messe treffen sich Menschen. Und nach der Messe hat man eine Ahnung, welche Pläne erfolgversprechend sind, welche Vorhaben luftig, welche Kontakte besser oberflächlich bleiben sollten und mit wem man belastbar wird zusammenarbeiten können.

Auf der CeBIT trifft man viele interessante Menschen

Gründer suchen Kunden. Investoren suchen Gründer. Alle suchen Ideen. Auge in Auge mit der Innovation ist man in der Forschungshalle. Institute und Forschungszentren, Universitäten und Entwicklungsabteilungen zeigen ihre Version der Zukunft. Die kann man verhindern oder herbeisehnen, aber die Auseinandersetzung damit sollte man nicht scheuen, sondern Chancen suchen und Risiken meiden. Der unmittelbare Einfluss der weltweit entfesselten digitalen Kreativität auf den beruflichen und privaten Alltag hat seit der ersten CeBIT stetig an Dynamik und an Durchdringung zugenommen. Begeisterte und begeisternde Wissenschaftler präsentieren aktuelle Ergebnisse. Manche verändern schnell den Alltag, bei anderen dauert es noch eine Weile, bis wir wissen, ob es für ihre Lösung überhaupt ein Problem gibt – aber die Atmosphäre ist für jeden Besucher ein Gewinn.

Diese Treffen sind die Basis für weitere Zusammenarbeit

Das Kürzel CeBIT steht für eine weltweite Leitmesse, aber auch für Termine, Pläne und Kooperationen. Für neue Projekte und neue Verträge. Für Verhandlungen, Jobsuche und Recruiting. Für Pressekonferenzen und Produkteinführungen. Für den Test von Prototypen und neue Versionen von Bestsellern. Die CeBIT erdet die digitale Welt. Die großen digitalen Unternehmen bekommen Gesichter, die Messebesucher Ansprechpartner, die Aussteller Kontakte – oder Leads, wie man zu sagen pflegt.
Warum ins Kino, wenn doch der Fernseher im Wohnzimmer steht? Weil das Erleben ein anderes ist. Breitwand ist mehr als Breitband. Die CeBIT ist großformatig und intensiv, höflich und gut gelaunt. Auf der CeBIT trifft sich die digitale Welt – und das auch, wenn der Messetag vorbei ist!
Vita:
Reinhard Karger ist Unternehmenssprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Aufsehen erregte er unter anderem mit seiner Web-Seite „Eine Woche im September 2001 – Wo warst Du am 11. September?“ Karger beschäftigt sich vor allem mit den Themen Sprachtechnologie, Künstliche Intelligenz, Internet der Dienste & Dinge sowie Mobile Roboter & Autonome Systeme. Bei der CeBIT moderiert er dieses Jahr unter anderem den „CeBIT lab talk 2013: FINALE“
Foto: CeBIT