Steuern & Finanzen

Steuerendspurt: Was Sie nicht tun sollten

Investitionen vorziehen, Rechnungen verschieben, Freibeträge ausschöpfen – es gibt viele Wege zur Steueroptimierung. Auf Allgemeinwissen oder Tipps unter Freunden sollten Sie sich aber nicht verlassen. Nur mit dem Steuerberater können Sie eine auf die Erfordernisse Ihres Betriebs abgestimmte Steuerstrategie erarbeiten.

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Schnell noch eine Maschine kaufen und sofort zahlen? Oder einen Firmenwagen bestellen und jetzt schon die Rechnung begleichen? Tipps für den Steuerendspurt 2012 finden Sie im Internet oder am Zeitschriftenstand wie Sand am Meer. Viele für Arbeitnehmer, Anleger, Familien und Immobilienbesitzer, ein paar wenige für Firmenchefs. Die meisten Tipps sind gut, richtig und wichtig – aber auch für Sie als Unternehmer?

Nicht alle Tipps sind Gold wert

Gehen wir doch mal ein paar der Themen durch. Sie können vor Jahresende beispielsweise spenden und damit Ihre Steuerlast drücken, rät „Focus Online“ in einer großen To-do-Liste. Das ist eine gute Idee, bringt den meisten Steuerzahlern aber nicht richtig viel. Sie sollten an die Wohnungsbauprämie denken, empfiehlt „Biallo.de“, das Verbraucherportal für private Finanzen. Das lohnt sich allerdings nur, wenn Sie einen Bausparvertrag haben und Ihr Einkommen unter den geltenden Grenzen liegt. Auch müssen Sie regelmäßig prüfen, ob Sie mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Mietniveaus verlangen, wenn Sie zu sehr günstigen Konditionen an Verwandte vermieten. Andernfalls sind die Kosten der Immobilie nicht voll ansetzbar. Allerdings: Solche Zahlen müssen Sie nicht unbedingt vor Weihnachten ermitteln. Von dieser Qualität sind viele der Tipps, irgendwie treffend, aber nicht wirklich zwingend.

Steuern sparen mit Verstand

Tatsächlich hilfreich fand ich den Hinweis, kurz vor Jahresende über das Thema Schenkung nachzudenken, vor allem im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung. Denn hier könnten sich schon 2013 deutliche Verschlechterungen für Unternehmer ergeben. Ein interessanter Überblick inklusive Steuerschenkung-Rechner mit den geltenden Sätzen und Freibeträgen für eine Kurzkalkulation steht bei „handwerk magazin“. Sonst gilt: Erst denken, dann sparen. Bevor Sie aus steuerlichen Gründen noch 2012 eine Maschine kaufen wollen, fragen Sie auf jeden Fall vorher Ihren Steuerberater, ob das wirklich sinnvoll ist. Denn Investitionen können unter bestimmten Voraussetzungen auch vor der Anschaffung geltend gemacht werden. Das gilt auch für Firmenwagen.
Ein altes Sprichwort sagt: Gier frisst Hirn. Wenn Sie Steuern sparen wollen, sollten Sie sich nicht auf pauschale Tipps verlassen. Dafür sind Ihr Betrieb und Ihr Vermögen zu wertvoll. Besprechen Sie Ihre persönliche und unternehmerische Steuerstrategie für 2013 mit dem Steuerberater. Und auch eventuelle Schnellschüsse in den nächsten Tagen. Denn ohne guten Rat kann Sparen manchmal ganz schön teuer sein.
Foto: Shutterstock

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.