Steuern & Finanzen

Rechnungen von 2009 schnell noch anmahnen

Forderungen verjähren drei Jahre nach Ende des Jahres, in dem sie gestellt wurden. Um Ihre Ansprüche für 2009 zu sichern, müssen Sie von Ihren Schuldnern eine Einredeverzichtserklärung verlangen oder ein Mahnverfahren einleiten. Besprechen Sie das rasch mit Ihrem Steuerberater.

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Ein Einschreiben? Mit Rückschein? Kurz vor Weihnachten? Das wird wohl kaum ein Geschenk-Scheck von einem zufriedenen Auftraggeber sein, den ich da quittieren soll – zumal meine Kunden sich angewöhnt haben, nur nach Rechnungsstellung und möglichst auf den letzten Drücker zu zahlen. Darüber haben wir hier bereits berichtet, Sie wissen schon, Liquiditätsmanagement das neue Gesetz zur Erleichterung des Zahlungsverzugs und so … Ich habe mir das übrigens auch angewöhnt, und deshalb kommt sofort die Erleuchtung, als ich den Absender sehe: mein Bauträger!
Ich habe mich nämlich in das Abenteuer einer eigenen Immobilie gestürzt. Sehenden Auges, bestmöglich vorbereitet und in der Hoffnung, es werde schon alles gut gehen. Ist es aber nicht wirklich. Die Details erspare ich Ihnen jetzt, dazu vielleicht später mal etwas mehr. Auf jeden Fall habe ich noch nicht komplett bezahlt. Sie wissen schon, Liquiditätsmanagement für eine nicht ganz unerhebliche Summe mit dem guten Argument, es gehe um einen berechtigten Einbehalt wegen noch zu beseitigender Mängel und dergleichen … Tja, und jetzt will sich der Unternehmer natürlich seinen Anspruch auf den ausstehenden Betrag sichern. Er muss bis Jahresende meine Zustimmung bekommen, dass ich die Forderung weiterhin akzeptiere, oder ein Mahnverfahren einleiten, sonst kann er das Geld in den Wind schreiben …

Sichern Sie sich rechtzeitig Ihre Ansprüche

Ich hoffe, das war Ihnen nicht neu. Denn die Uhr für die Verjährung von Rechnungen aus dem Jahr 2009 tickt unerbittlich. Selbst vorherige Mahnungen stoppen sie nicht. Ihren Anspruch auf offene Forderungen aus dieser Zeit können Sie nur aufrechterhalten, wenn Sie dem Schuldner noch dieses Jahr einen gerichtlichen Mahnbescheid zustellen – oder sich eben wie mein Bauträger die sogenannte Einredeverzichtserklärung unterschreiben lassen. In der wird in diesem Fall erklärt, „dass wir auf die Geltendmachung der Einrede der Verjährung betreffend die offene Schlussrechnungsforderung … verzichten“. Klingt wie aus dem Lehrbuch, sollten Sie aber trotzdem nicht einfach so für Ihre offenen Forderungen übernehmen. Denn der Teufel liegt im Detail. Wenn Ihnen jetzt gerade einfällt, dass auch Sie noch offene Rechnungen aus dem Jahr 2009 haben, ist es das Beste, schnell für den konkreten Fall das weitere Vorgehen mit Ihrem steuerlichen Berater zu besprechen.

Forderungsmanagement ist wichtig

Mehr über das Forderungsmanagement lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Unternehmermagazins „Trialog“, das jetzt zum Herunterladen bereitsteht. Die Kollegen von „handwerk magazin“ haben übrigens eine umfassende, nur auf den ersten Blick unübersichtliche Grafik über den idealen Ablauf von der Angebotserstellung bis – falls nötig – zur Klage auf Zahlung erstellt. Bibbern und Zähneklappern aus Angst vor Zahlungsausfällen ist hierzulande aber trotzdem nicht notwendig. Denn im internationalen Vergleich steht Deutschland sowohl beim durchschnittlichen Zahlungsziel als auch beim Anteil der fristgerecht beglichenen Forderungen ganz vorn.
Foto: mauritius images/Alamy

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmermagazin für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.