Personal & Führung

Weihnachtsspenden sind gut – richtig gemacht

Egal ob Sachspende an eine Tafel oder Überweisung an eine gemeinnützige Organisation: Steuerliche Aspekte und die Glaubwürdigkeit des Empfängers sollten Sie prüfen. Sonst haben Sie am Ende Ärger mit dem Finanzamt oder fallen auf skrupellose Geschäftemacher herein. Gute Alternative: CSR.

Teilen auf

LinkedIn Xing Whatsapp

Beschleicht auch Sie jedes Jahr kurz vor Weihnachten das dumpfe Gefühl, irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben? Ich meine weder die Geschenke für Familie oder Freunde noch die offene Rechnung, die dringend bis Ende Dezember gestellt werden muss. Mir geht es um das schlechte Gewissen, in der Hektik der vergangenen Monate über dem alltäglichen Klein-Klein wieder nicht für einen guten Zweck gespendet zu haben. Ehrlich gesagt: Deshalb ein schlechtes Gewissen zu bekommen, finde ich richtig. Uns als Staat und Gesellschaft geht es trotz allem öffentlichen Lamentieren über Eurokrise, Arbeitslosigkeit und Altersarmut nicht wirklich schlecht – Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Zur Vorsicht den Steuerberater fragen

Diese Ausnahmen verdienen unsere Aufmerksamkeit. Vor allem, wenn der eigene Betrieb zufriedenstellend läuft und wirklich genug Geld auf dem Konto ist, um anderen etwas Gutes zu tun. Trotzdem sollte Weihnachten Sie nicht blind machen – weder für die steuerlichen Aspekte einer Spende noch für das Problem, dass es manchmal eben auch Geschäftemacher unter dem Vorwand einer gemeinnützigen Aktion auf Ihr Bares abgesehen haben könnten. Ob Sie es wollen oder nicht: Spenden will geplant sein.
Das beginnt schon bei Sachspenden eines Betriebs, die dem Grunde nach als unentgeltliche Wertabgaben der Umsatzbesteuerung unterliegen, sofern die Gegenstände zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben. Im Sommer sorgte ein Erlass des Bundesfinanzministers vor allem bei Bäckern für große Erleichterung. Er legte fest, dass nicht zu beanstanden ist, wenn bei der unentgeltlichen Abgabe von Lebensmitteln kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder der Verkaufsfähigkeit als Frischware von einer Umsatzbesteuerung abgesehen wird. Der Wert der entnommenen Lebensmittel wird in diesen Fällen mit null Euro angesetzt. Voraussetzung ist, dass die Abgabe aus mildtätigen Gründen erfolgt und hierfür keine Spendenbescheinigung ausgestellt wird. Die Bundesregierung hat sogar einen Leitfaden zu rechtlichen Aspekten der Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen zusammengestellt. Wenn Sie kein Bäcker sind und über Nicht-Lebensmittel-Sachspenden nachdenken, sollten Sie allerdings trotz weihnachtlicher Ich-tue-Gutes-Euphorie besser kurz vorher mit Ihrem Steuerberater reden, damit Sie bei der nächsten Umsatzsteuerprüfung kein Problem mit einer Spende bekommen, denn die Materie ist weiter komplex, wie Sie im Internetportal Vereinsknowhow nachlesen können. Ein paar generelle Infos zu Spenden und dem Unterschied zum Sponsoring können Sie sich

?t=4m6s“ target=“_blank“>hier ansehen.

Mit Herz und Verstand geben

Sie sollten sich bei Spenden aber nicht nur gegen steuerrechtliche Missgriffe absichern. Wichtig ist auch, seriöse Organisationen zu unterstützen. In Ihrem direkten Umfeld, wo Sie die handelnden Personen und den Spendenzweck genau kennen, fällt das leicht. Aber es gibt auch viele nur vermeintlich wohltätige Vereine, bei denen ein Großteil des Geldes in die Verwaltung gesteckt wird oder im Extremfall gar nicht bei jenen Bedürftigen ankommt, mit deren Not gerade in der Weihnachtszeit die Werbetrommel gerührt wird. Deshalb gilt: Geben Sie, aber mit Herz und Verstand. Informationen über gemeinnützige Organisationen finden Sie etwa beim Deutschen Spendenrat, der auch goldene Regeln für Spender aufgestellt hat. In der Datenbank des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen können Sie sogar gezielt nach einer bestimmten Organisation suchen und eine Kurzeinschätzung zur Qualität ihrer Arbeit lesen.
Noch besser fände ich es jedoch, wenn Sie und Ihre Mitarbeiter sich kontinuierlich gemeinnützig engagieren statt nur zu Weihnachten. Eben mäßig, aber regelmäßig. Dafür bietet sich unter anderem das Konzept der

?t=6m17s“ target=“_blank“>Corporate Social Responsibility an. Dazu gibt es viele praktische Tipps, wie ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand nachhaltig geholfen werden kann.
Foto: mauritius images / Nikky

Frank Wiercks

ist Mitglied der Redaktion von TRIALOG, dem Unternehmerblog für Mittelständler, Selbständige und Freiberufler. Außerdem arbeitet er für verschiedene Wirtschafts- und Managementmagazine. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur von handwerk magazin und Markt und Mittelstand.