Wirtschaft & Recht

Gutes Geschäft für beide Seiten? Bitte, gern!

Es galt als Wunderwaffe gegen Wirtschaftskrise und Kreditklemme: Wer Working Capital Management betreibt, baut Lagerbestände ab, treibt Forderungen schneller ein, bezahlt Verbindlichkeiten später und reduziert Skonti. Auch kleinen Betrieben empfehlen Strategie- und Finanzexperten das als günstige Möglichkeit der Eigenfinanzierung.

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Und – mal ehrlich: Puffer gab und gibt es ja oft genug. Doch man sollte es nicht übertreiben, warnen nun Experten – und haben natürlich auch wieder recht. Einerseits gibt es sicher nach wie vor genug Unternehmen, die besser mit ihren Reserven haushalten, also ein bisschen mehr Working Capital Management betreiben könnten. Andererseits steigt aber auch die Zahl der Unternehmen, die damit schon weit gekommen sind, oft auf dem Rücken ihrer Zulieferer. Gerade in der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau, aber längst auch in so ziemlich allen anderen Branchen, lassen Auftraggeber systematisch Rechnungen länger liegen und picken sich strategische Zulieferer heraus, die komplett montierte Teile beisteuern – und selbst zusehen müssen, wo sie die dafür nötigen Vorprodukte herbekommen. Es ist kein Geheimnis, dass Lieferanten seit Jahren unter großem Druck stehen und beileibe nicht mehr nur von Konzernen zerrieben werden, sondern längst auch vom gehobenen Mittelstand. Und genau diesen zunehmend unter Druck geratenden Zulieferern gilt die Sorge der Experten. Sie schlagen vor, diese Zulieferer etwas pfleglicher zu behandeln. Denn viele Geschäftsbeziehungen gleichen einem Drahtseilakt, bei dem das richtige Verhältnis zwischen Preis, Qualität und Termintreue gefunden werden muss.
Gut, Supplier Relationship Management & Co. gibt es nicht erst seit gestern. Aber es ist sicher nicht die schlechteste Erkenntnis, dass in Lieferantenbeziehungen investiert werden muss, damit sie für beide Seiten ein gutes Geschäft sind. Selbstverständlich scheint diese Erkenntnis aber nicht zu sein.

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Midia Nuri

ist Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt vor allem über nutzwertige Unternehmerthemen rund um Betriebsführung oder auch Finanzielles und Steuerliches für verschiedene Branchenzeitschriften, wie etwa den kfz-Betrieb, Die Fleischerei, Der Freie Zahnarzt, Fahrzeug + Karosserie oder auch etwa Das Dachdeckerhandwerk. Außerdem ist sie Chefredakteurin eines Newsletters von BWRMed!a zum Thema Steuern und Bilanzierung. Zu Steuer- und Finanzthemen bloggt und twittert sie derzeit sporadisch unter lady-godiva-blog.de und twitter.com/LadyGodivaBlog.

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